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TSV-Herzsportgruppe droht der Kollaps

Schwarzenbek TSV-Herzsportgruppe droht der Kollaps

Schwarzenbek: Nur noch zwei Ärzte für 125 Teilnehmer. Medizinische Verstärkung dringend gesucht.

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Spaß ist ein wichtiger Faktor in der Herzsportgruppe des TSV Schwarzenbek, die mit 125 Mitgliedern die größte im Kreis ist und auch im Land weit vorne liegt.

Quelle: Silke Geercken

Schwarzenbek. Wer am Mittwochnachmittag die Turnhalle der Compe-Schule in Schwarzenbek betritt, vernimmt erst mal lautes Lachen und fröhliche Sprüche. Dass hier Herzsport gemacht wird, ist erst auf den zweiten Blick erkennbar. Nun droht das Aus: Wenn nicht genügend Ärzte gefunden werden, die die Übungsstunden begleiten, muss der TSV Schwarzenbek diese Abteilung schließen.

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Spaß ist ein wichtiger Faktor in der Herzsportgruppe des TSV Schwarzenbek, die mit 125 Mitgliedern die größte im Kreis ist und auch im Land weit vorne liegt.

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Die Herzsportgruppe „Herz Ass“ hat sich mit mehr als 125 Mitgliedern im Kreis und im Land als eine der größten Herzgruppen fest etabliert. Der Herzsport wird je nach Vermögen in drei Leistungsgruppen jeden Mittwoch zwischen 17 und 21 Uhr betrieben. Bei jeder dieser Gruppen muss aus rechtlichen Gründen ein Arzt anwesend sein — mit Notfallkoffer und Defibrillator (in der Sporthalle vorhanden).

Vor 13 Jahren hatte Dr. Jens-Peter Frank zusammen mit Elfriede Augustin, die damals gerade einen Infarkt hinter sich hatte und später jahrelang Übungsleiterin war, die erste Herzsportgruppe ins Leben gerufen. „Damals waren es etwa zwölf Leute, heute haben wir die zehnfache Anzahl an Teilnehmern“, sagt Frank stolz. Alle Sportler werden nach einem Belastungs-EKG von ihrem Hausarzt eingestuft, danach richtet sich die Leistungsstufe, die in den drei Gruppen unterschiedlich sind. „Herztraining heißt Pulsbeschleunigung“, sagt Melany Matthiessen, die die Gruppen vor drei Jahren von Elfriede Augustin übernommen hat. Beim Sport geht es um Koordination, Muskelkräftigung, Dehnübungen, Balance — und um ganz viel Spaß. „Elfriede ist jetzt für Veranstaltungen zuständig,drei bis vier Mal im Jahr sind wir gemeinsam unterwegs“, sagt Matthiessen. Gruppenzugehörigkeit und die soziale Komponente seien wichtige Faktoren für die Gesundheit.

Nun sei leider eine Situation eingetreten, in der die begleitenden Ärzte die Trainingsstunden nicht mehr vollständig abdecken könnten. „Sollte sich die Situation nicht ändern, können wir unseren 125 herzkranken Mitgliedern keinen regelmäßigen Koronarsport mehr anbieten“, so Matthiessen. Von einst acht Medizinern sei die Zahl auf zwei geschrumpft. Deshalb würden dringend Ärztinnen und Ärzte gesucht, die bereit seien, einmal im Monat für ein bis zwei Stunden während des Trainings anwesend zu sein, um im Notfall eingreifen zu können. Dieser Notfall sei zum Glück in den vergangenen 13 Jahren nicht eingetreten, sagt Dr. Frank. „Zwei- bis dreimal pro Übungsstunde wird der Puls der Patienten gemessen. Geht er an die Grenze der Belastbarkeit, ist erstmal Pause angesagt.“ Auch Ärzte im Ruhestand, in Eltern- oder Teilzeit seien willkommen. Die Aufsicht könne ehrenamtlich oder gegen Honorar ausgeübt werden. „Jede Stunde Unterstützung würde uns weiter bringen“, so Matthiessen.

Der Ärztliche Leiter Dr. Jens-Peter Frank ist erreichbar unter Mobiltelefon 01 51/1537 73 02 oder per Mail unter j.p.frank@gmx.de

Abteilungsleiterin Melany Matthiessen unter Telefon 0 41 51/ 8 17 88 oder melamatthiessen@gmx.de

DREI FRAGEN AN . . .

1Warum ist Herzsport für Betroffene so wichtig?

Eine Operation oder ein Infarkt sind ein persönlicher Schock. Der Patient ist verunsichert. Das Herz ist ein Muskel, der trainiert werden muss.


2 Wie lange sollte ein Infarkt-Patient am Herz-Sport teilnehmen?

Bis er in der Lage ist, wieder ohne ärztliche Begleitung Sport zu machen.


3 Kann der Gefahr eines neuen Infarktes durch Herzsport begegnet werden?

Nein, das ist nur ein Teil von vielen. Der Patient muss seinen Lebensstil ändern, die Ernährung umstellen, seinen Cholesterinwert in Ordnung bringen und Stress abbauen.

Silke Geercken

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