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Lauenburg Rekordbeteiligung im Lauenburgischen
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14:28 10.09.2018
Eine Dampflok wie „Karoline“ stößt, wie der Name schon sagt, viel Dampf aus. Das ließ sich bei der Abfahrt des Zuges nach Hamburg bestens beobachten. Quelle: Norbert Dreessen
Mölln

Seit 1993 wird auch im Herzogtum Lauenburg immer im September der „Tag des offenen Denkmals“ begangen, doch so viel Bewegung wie am vergangenen Sonntag herrschte noch nie bei dieser Veranstaltung, zu der es Besichtigungs- und Aktionsmöglichkeiten überall im Kreisgebiet gab.

So bot beispielsweise Stadtarchivar Christian Lopau eine Radtour rund um Mölln an, die etwa 30 Kilometer lang war und unter dem Motto „Verkehrs-; Handels- und Postwege zu Land und zu Wasser“ stand. Knapp 20 Teilnehmer erfuhren unterwegs eine Menge, unter anderem über das ehemalige kaiserliche Postamt in Mölln, den Stecknitzkanal, einige Bahnhöfe und den alten Frachtweg von Fredeburg bis Lehmrade.

Bundesweit stand das Programm für den Denkmals-Sonntag in diesem Jahr unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“. Wunderbar passte da ein Wasserfahrzeug ins Konzept, das die Dörfer Fitzen und Siebeneichen über den Elbe-Lübeck-Kanal hinweg verbindet und seit Jahrzehnten selbst ein Denkmal ist. Die kleine Fähre hatte am Sonntag weit mehr Fahrgäste als sonst. Diese Verbindung über den Kanal existiert schon seit anno 1900, und das Schiffchen war noch bis 1961 eine handbetriebene Seilzugfähre. Erst danach wurde das heute noch verwendete Gefährt mit Dieselantrieb in Betrieb genommen und transportiert Fußgänger ebenso wie Fahrräder oder Autos.

Die Mitglieder des Fördervereins Fähre Siebeneichen mussten zur betagten, aber robusten Technik eine Menge Fragen beantworten.

Das galt auch für die Arbeitsgemeinschaft Geesthachter Eisenbahn, die 1975 gegründet wurde und etliche alte Waggons und Lokomotiven besitzt. Ein besonderes Schmuckstück ist die 1945 in Dänemark gebaute Dampflok „Karoline“. An sechs Wochenenden im Jahr zieht das 550 PS starke Gefährt unter heftigster Rauchentwicklung mehrere Personenwaggons auf der eigentlich längst stillgelegten Strecke von Geesthacht nach Hamburg-Bergedorf und zurück. Am Sonntag war es wieder so weit, Fahrgäste fanden sich reichlich ein.

Gleich neben dem früheren Geesthachter Bahnhof gab es zeitgleich noch viele weitere rollende Oldtimer zu bestaunen. Mehr als 50 gut gepflegte alte Autos, daneben noch einige historische Trecker und Motorräder, waren aus ganz Norddeutschland hierher gerollt und wurden von meist sachkundigen Veteranen-Freunden ausgiebig begutachtet.

„Dies ist das erste Oldtimer-Treffen, das von der Stiftung Deutscher Denkmalschutz in Bonn als technisches Denkmal anerkannt wurde“, sagte voller Stolz Organisator Axel Einfeldt. Manche der Fahrzeuge waren wirklich Exoten, zum Beispiel ein Peugeot 402 aus dem Jahr 1930 oder ein Ford V 8, der 1932 vom Band lief, aber so aussieht, als sei das gerade erst passiert.

Doch nicht alles am Tag des Denkmals im Kreis rollte, schwamm oder zischte. Es gab auch ganz traditionell interessante Gebäude zu besichtigen, Gotteshäuser zum Beispiel. Der Ratzeburger Dom und die Nicolaikirche in Mölln standen ebenso offen wie die kleine Marienkirche in Siebenbäumen. Sachkundige Erläuterungen bekam man in allen dieser Kirchen.

Privatleute zeigten ihre Häuser diesmal nur in recht kleiner Zahl. Yasmine von Rumohr allerdings öffnete ihre 250 Jahre alte Wassermühle in Labenz für jedermann und organisierte für die Besucher im Freien noch einen bunten Landmarkt.

Wie man eine fast 400 Jahre alte und ziemlich baufällige Scheune zu einem schmucken reetgedeckten Wohnhaus umbaut, konnte man sich bei Anja und Christoph Brandt im Lankauer Ortsteil Anker anschauen. Noch ist das Objekt eine Baustelle, aber dass hier zum Teil mit Steinen und Balken aus abgebrochenen alten Häusern Beachtliches geschaffen wurde, ist klar zu erkennen.

Fazit: Überall im Lauenburgischen gibt es Bemühungen, wertvolle Bau- und Techniksubstanz zu erhalten. Das ist oft mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden – aber es lohnt sich.

Norbert Dreessen

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