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Lauenburg Tagsüber fehlen die Freiwilligen: Feuerwehr hat noch keinen Plan
Lokales Lauenburg Tagsüber fehlen die Freiwilligen: Feuerwehr hat noch keinen Plan
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02:18 05.04.2016
Die Möllner Ortsvereinsvorsitzende des THW, Inga Orlowski, fragte sich, ob es wegen der guten Zusammenarbeit zwischen THW und Feuerwehr bald zweifarbige Autos geben werde und hatte gleich mehrere mögliche Modelle mitgebracht. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Dassendorf

Es wird immer schwieriger, tagsüber genug Feuerwehrleute für die Einsätze zusammenzubekommen. Dies ist eines der drängendsten Probleme der Feuerwehren im Lauenburgischen. Kreiswehrführer Michael Raddatz machte im Rahmen der Jahresversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes deutlich, dass es nicht ausreiche, die Alarm- und Ausrückeordnung zu ändern.

Eine Änderung der Alarm- und Ausrückeordnung reicht laut Kreiswehrführer Michael Raddatz nicht aus, das Problem zu lösen — Auch Führungskräfte fehlen.

So sollen die Feuerwehren künftig von der Einsatzleitstelle über die Daten des Verwaltungsprogramms „Fox112“ alarmiert werden. Doch dann könne es laut Raddatz durchaus sein, dass statt ein oder zwei Feuerwehren gleich vier oder fünf Wehren alarmiert würden. So alleine ließe sich das Problem der Tagesverfügbarkeit nicht lösen.

„Wenn auch die Feuerwehr schon immer ein Stützpfeiler in unseren Gemeinden war und aus den Gemeinden nicht mehr wegzudenken ist, wird es doch immer schwieriger, den Brandschutz in den Gemeinden sicherzustellen“, stellte Raddatz unmissverständlich klar. Man müsse daran arbeiten, die Tagesverfügbarkeit zu verbessern. Zu wenige Menschen seien sich darüber bewusst, wie wertvoll die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehr ist. Raddatz stellte diese Aussage gleich an den Anfang seines Jahresberichtes. Die Feuerwehren seien vielseitig einsetzbar und das nicht zuletzt, weil die Mitglieder in verschiedenen Berufen tätig seien. Für die Feuerwehren sei also kaum etwas nicht machbar.

Die Feuerwehren stünden vor einem zweiten drängenden Problem: Es werde immer schwieriger, Führungskräfte für die Feuerwehr zu finden. In vielen Feuerwehren sei zu hören, dass man als Führungskraft zu viel Verwaltungsarbeit machen müsse und dass das Löschen, Retten, Bergen und Schützen dabei immer mehr in den Hintergrund rücke. Raddatz sieht das anders: „Es liegt nicht immer daran, dass man sich der Verantwortung nicht stellen will, sondern vielmehr am Ehrenamt an sich.“ Die sozialen Netzwerke, von Landesbrandmeister Detlef Radtke während der Versammlung gelobt, trügen laut Raddatz das ihre dazu bei. Es ärgere ihn, dass alles, was neu erscheine oder geändert werden müsse, nicht diskutiert werde, sondern gleich auf Ablehnung stoße.

Nur drei Sätze verlor Raddatz, der auch stellvertretender Landesvorsitzender ist, zu den neuen Satzungen und den Kameradschaftskassen. „Die neuen Satzungen haben Fehler. Das haben wir alle bemerkt und deshalb sollen die Feuerwehren aufschreiben, was nicht korrekt ist und dem Landesverband zusenden. Es kann nicht sein, dass das Hauptamt dem Ehrenamt so etwas Fehlerbehaftetes vorsetzt“, so Raddatz.

Seit dem 1. April ist der Berufssoldat Raddatz bei der Bundeswehr Pensionär, aber bei der Feuerwehr will der 55-Jährige weitermachen. „Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass ich wieder für den Vorsitz des Kreisfeuerwehrverbandes kandidiere und werbe um eure Zustimmung am 18. November.“ Er fühle sich allerdings nicht zu Höherem berufen. Damit machte Raddatz deutlich, dass er nicht als Nachfolger des Landesbrandmeisters kandidieren wird.

Ehrungen und Beförderungen

Marko Fischer (FF Lauenburg), Leiter des Löschzugs Gefahrgut und Hauptbrandmeister, wurde vom Technischen Hilfswerk (THW) mit dem Ehrenzeichen in Bronze der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk in Bronze als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung der besonderen Verdienste ausgezeichnet. Die Ehrung nahm die Ortsvereinsvorsitzende des THW Mölln, Inga Orlowski gemeinsam mit dem Geschäftsführer des THW, Michael Lebonte aus Lübeck vor.

Dieter Stahmer aus Duvensee und Paul Neumann aus Groß Disnack wurden zu Ehrenmitgliedern des Kreisfeuerwehrverbandes ernannt.

Sven Stonies, Gemeindewehrführer in Mölln, wurde mit 187 von 196 Stimmen für eine weitere Amtszeit als Beisitzer in den Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt.

Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber: Sven Albrecht, Geesthacht.

Schleswig-Holsteinisches Feuerwehrehrenkreuz in Gold: Klaus Möller, Einhaus.

Schleswig-Holsteinisches Feuerwehrehrenkreuz in Silber: Rainer Wilkens (Niendorf/Berk.) und Klaus Johns (Fuhlenhagen).

Brandschutzehrenzeichen in Gold: Jürgen Lempges (Büchen), Herbert Brügmann (Fuhlenhagen), Stefan Brügmann (Sahms), Paul Dembkowski (Talkau).

Brandschutzehrenzeichen in Silber: Thorsten Förster (Bäk-Mechow-Römnitz), Robert Albrecht (Einhaus), Andree Wieser (Wentorf/HH), Henning Schütte (Sahms), Nicole Wahlheim (Talkau), Heiko Hofmann und Heinz-Jürgen Karsten (Seedorf), Holgfer Luitjens (Ziethen), Ingo Burmester (Grove) und Wolfgang Kost( Mustin).

Beförderungen: Tobias Hamann (Woltersdorf), Anja Obermüller (Geesthacht), Alexander Vogt (Nusse), Hans-Herrmann Albrecht (Mölln), Sebastian Duwe (Breitenfelde), Alexander Schlott (Mölln), Hans Ascheberg (Gr.Disnack), Ralph Münstermann (Labenz), Alexander Lachmann (Nusse), Henning Nieland und Jan-Heinrich Willhöft (Walksfelde), Kartsen Reichel (Duvensee), Karsten Kramp (Brunstorf), Stephan Petersen (Wentorf/HH) und Andreas Böttcher (Schwarzenbek).

Trio statt Wehrführer in Dassendorf

Als erste Feuerwehr im Kreis Herzogtum Lauenburg wird die Freiwillige Feuerwehr Dassendorf von einem Trio geführt: Durch Wehrführer Rainer Clausen und seine beiden Stellvertreter Björn Zeuner und Maik Clausen. „Wir haben damit bereits die Weichen für die künftige Arbeit innerhalb der Wehr gestellt“, erklärt Rainer Clausen. Das neue Brandschutzgesetz lässt diese Verteilung der Führungsaufgaben zu.

Rainer Clausen (55) wird sein Amt im Januar 2017 zur Verfügung stellen. Mit Zeuner (30), seinem Sohn Maik (33) und dem künftigen zweiten Stellvertreter Björn Sörnsen (34, bisher Schriftführer) ist das Führungstrio für die Zeit nach dem Amtsverzicht bereits komplett. „Ich war dann 15 Jahre Wehrführer, da ist es Zeit, jüngere Kräfte ranzulassen“, sagt der Wehrführer, der eigentlich schon vor zwei Jahren abtreten wollte und damals keinen Nachfolger gefunden hatte.

Das alte Brandschutzgesetz hatte nur einen Wehrführer und einen Stellvertreter gekannt. „Mit dem neuen Brandschutzgesetz ist es möglich, die immer mehr werdenden Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen“, erklärt Maik Clausen. „Wir haben uns schon die anfallenden Aufgaben aufgeteilt“, sagt er.

Um auch technisch für die anfallenden Einsätze besser gerüstet zu sein, soll die Dassendorfer Feuerwehr jetzt ein modernes Löschgruppenfahrzeug als Ersatz für ein 32 Jahre altes Tanklöschfahrzeug bekommen. Ursprünglich war als Ersatz ein kleines Hilfeleistungs- Löschgruppenfahrzeug (HLF) vorgesehen. Im Rahmen der Planung hat sich dann aber gezeigt, dass ein reines Löschgruppenfahrzeug sinnvoller wäre, weil die Wehr bereits über ein großes HLF verfügt.

tja

Von Jeb Jens Burmester

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