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Lauenburg Teamarbeit am Trecker
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15:48 13.03.2018
Marlon Klimaschöfski repariert die Beleuchtung an dem Traktor, der am 13. Juni in der Kieler Fachhochschule präsentiert werden soll. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Mölln

Am Donnerstag schaute eine Jury aus Vertretern der Christian-Albrechts-Universität Kiel, der Technischen Akademie Nord und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in der Möllner Gemeinschaftsschule vorbei und ließ sich von den Jugendlichen das Projekt und ihre Arbeit erklären. Und das machten die Schüler bravourös. Sabine Petersen, Koordinatorin für diese „lütt Ing“ Projekte an den Schulen im Land Schleswig-Holstein zeigte sich mehrfach beeindruckt.

Das ist mal ein Projekt, das Spaß macht. Ein alter Traktor wird von Schülern der achten Klassen in der Möllner Gemeinschaftsschule teilrestauriert. Am 13. Juni wollen die Schüler um ihren Lehrer Timo Möller das alte Gefährt im neuen Gewand im Audimax der Fachhochschule Kiel präsentieren.

Die Schüler kennen nur ein Ziel: der alte Traktor soll bis zum Juni die TÜV-Plakette bekommen. Das ist durchaus ehrgeizig, aber niemand zweifelt wirklich daran, dass das Ziel auch erreicht wird. Und weil die Zeit knapp ist, nutzt das Team für seine Arbeit nicht nur die wenigen Schulstunden, die mit jeweils 60 Minuten in diesem Fall deutlich zu kurz sind. Die Schüler kommen auch nachmittags in ihrer Freizeit in die Schule, um ihren Traktor wieder auf Vordermann zu bringen.

Das alte Gefährt haben sie übrigens vom ehemaligen Behlendorfer Pastor Torsten Reimers gekauft. Und die Freude war groß, als die Mitteilung kam, dass dieses Schulprojekt eines der sechs geförderten „lütt Ing“-Projekte wird. Somit flossen Fördergelder von zunächst 4000 Euro nach Mölln, am Ende des Projektes kommen noch einmal 1000 Euro hinzu.

Arbeit ist in Teams organisiert

„Zunächst haben wir uns in verschiedene Teams aufgeteilt“, erklärt Julian Bürger. Der 16-Jährige ist der Projektleiter der Schüler. „Je eine Gruppe von uns ist für Planung, Fertigung, Beschaffung, Dokumentation und die Infrastruktur zuständig. Alle Gruppen arbeiten natürlich Hand in Hand. Nur so ist ein reibungsloser Ablauf gewährleistet.“ Das zeigt sich dann auch an der Wand. Auf einer großen Pinnwand ist alles festgehalten, was besprochen oder beschlossen wurde. Jeder kann jederzeit darauf schauen. Ein Blick an die Wand genügt.

Ins Schwärmen geraten die Schüler, wenn sie von ihren Besuchen und der Zusammenarbeit mit ihren Kooperationspartnern sprechen. Bei Mika-Automobile, einer Firma, die sich auf Restauration von Oldtimern spezialisiert hat, bei Autobetriebe Vorkamp, wo die Teile des Traktors lackiert wurden, bei dem Landmaschinenhändler „Doormann & Kopplin“ in Lanken und beim Berufsbildungszentrum Mölln haben die Schüler tolle Kooperationspartner gefunden. „Wir haben dort viel gelernt, haben uns viele Tipps geholt und man hat uns dort sehr geholfen, wenn wir einmal nicht weiter wussten oder wenn wir völlig ahnungslos waren“, erklärt Bürger. Aber überall habe man nur positives Feedback bekommen und die Menschen dort seinen richtig interessiert an der Arbeit mit den Schülern.

Chancen für berufliche Zukunft

„Wer weiß, vielleicht entwickelt sich daraus ja etwas für meine Schüler“, sagt Lehrer Möller. „Hier zeigen ja beide Seiten viel Interesse und man hat ja jetzt schon die Möglichkeit, sich zu beschnuppern. Gut möglich, dass sich daraus für den einen oder anderen sogar eine berufliche Zusammenarbeit in der Zukunft ergibt.“

Momentan liegen Motorhaube, Überrollbügel und Seitenteile im Werkraum. Der Traktor steht teilzerlegt in Sichtweite zu diesem Raum in einem Container, der auch aus diesen Fördermitteln beschafft wurde. Vorher noch stand er 300 Meter entfernt vor dem Fenster des Lehrerzimmers unter einer Plane. „Das hat uns die Arbeit doch sehr schwer gemacht“, sagt Möller, während seine Schüler nach der Vorstellung des Projektes längst wieder bei der Arbeit sind. Jeder an seinem Platz, jeder hat eine Aufgabe. Das Team funktioniert. Und die Jury aus Kiel fährt begeistert zurück in die Landeshauptstadt.

 Von Jens Burmester

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