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Lauenburg Terrorverdacht: Zugriff in Büchen
Lokales Lauenburg Terrorverdacht: Zugriff in Büchen
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20:40 20.09.2017
Mitten im Ortszentrum wohnte der terrorverdächtige Syrer seit zwei Jahren in einer Dachgeschosswohnung. Nun griffen Spezialkräfte der Polizei zu. Quelle: Foto: Holger Marohn
Büchen

Die Bundesanwaltschaft teilte mit, dass der am Dienstag festgenommene 24-jährige Syrer unter anderem Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen sein soll. Er soll in Syrien für den IS gekämpft haben. 2015 soll er der Bundesanwaltschaft zufolge von der Terrormiliz dann den Auftrag erhalten haben, nach Europa einzureisen. Im August 2015 sei der Mann nach Deutschland gekommen.

Flüchtlinge

Im Oktober 2015 wurden dem Kreis insgesamt 234 Flüchtlinge zugewiesen. Landesweit waren es damals 5600 Personen.

Im Kreis leben derzeit 3557 Ausländer. 1087 davon haben den Flüchtlingsstatus.

Das Asylverfahren läuft derzeit noch bei 807 Personen. Stand der Statistik ist der 31. Juli.

„Es ist schon erschreckend zu sehen, wenn da Polizisten mit Sturmgewehren aus einem Transporter stürmen“, berichtet ein Augenzeuge der Aktion gegenüber den LN. Die Polizisten öffneten zunächst den Hauseingang an der Nebenseite des Gebäudes und schlichen die Holztreppen dann bis zu Wohnungseingangstür im Obergeschoss des Hauses hinauf.

Dort wohnte der Syrer gemeinsam mit neun anderen Flüchtlingen. Nur ein paar Kratzer an der Tür und Lacksplitter auf dem Boden lassen erahnen, dass sich die Polizei gewaltsam Zugang zu der Wohnung verschafft hat. Von der anderen Bewohner ist nichts zu sehen. Im Flur vor der Dachgeschosswohnung steht ein Dutzend Paar Schuhe.

Ein Mitarbeiter des Getränkemarktes im Erdgeschoss des Hauses bekam hingegen von dem Einsatz kaum etwas mit. „Wir sind hier immer so ab halb fünf am Arbeiten“, sagt der Mann. Als die Polizei gegen sechs Uhr angerückt sei, hätten er und seine Kollegen gerade in einer Garage Getränkekisten gestapelt. Die Gruppe Flüchtlinge beschreibt der Mann hingegen als völlig unauffällig. „Die haben da seit etwa zwei Jahren gewohnt und hatten hinter dem Haus immer ihre Fahrräder stehen“, erzählt er. Dass quasi über seinem Kopf ein Terrorist gewohnt hat, könne er sich kaum vorstellen.

Unter den Büchener Gemeindevertretern herrscht eine gewisse Rastlosigkeit. CDU-Fraktionsvorsitzender Wolf-Dieter Lange zeigt sich emotional unberührt. Letztlich könne so etwas in jedem Ort passieren. „Die Flüchtlinge können sich ja nicht aussuchen, wo sie untergebracht werden“, sagt Lange. Enttäuscht sei er allerdings schon ein wenig, dass es „uns offensichtlich nicht gelungen ist, diesen Personen unser Gesellschaftsbild erfolgreich vorzuleben“. Bei der Betreuung der Flüchtlinge in Büchen gebe es keine Defizite.

Nach Angaben des Kreises wurde der Syrer im Oktober 2015 – auf dem Höhepunkt des Flüchtlingskrise – dem Kreis zugewiesen. Seitdem habe er in Büchen gelebt. „Der Betroffene ist seit seiner Einreise nicht besonders – etwa durch Straftaten oder Probleme – aufgefallen. Insofern bin ich auf die weiteren Ermittlungsergebnisse des Generalbundesanwalts gespannt“, sagt Landrat Dr. Christoph Mager.

Holger Marohn

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