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Lauenburg Thiede träumt vom Hochschulstandort
Lokales Lauenburg Thiede träumt vom Hochschulstandort
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22:31 22.02.2016
Für das Schloss-Ensemble mit seinen diversen Nebengebäuden wird ein Käufer gesucht wird. Die Stadt kann sich die Sanierung nicht leisten, die Verwaltung möchte umziehen. Quelle: Timo Jann

Das Lauenburger Schloss als Hochschule? Mit dieser Idee überraschte Bürgermeister Andreas Thiede Landrat Christoph Mager und Ulf Hahn, den Chef der Wirtschaftsförderungs-Gesellschaft des Kreises (WfL), bei einem Treffen in Lauenburg. Die zeigten sich begeistert. Die Sache hat allerdings einen Haken: Die Nordakademie in Elmshorn weiß gar nichts von diesen Plänen. „Wir halten es für sehr unrealistisch, uns eine denkmalgeschützte Immobilie ans Bein zu binden“, so die Aussage von Pressesprecher Jörg Meier.

Bürgermeister Andreas Thiede ist für große Ideen bekannt: „Fakt ist ja, dass die Stadtvertretung in das Kreissparkassen-Gebäude umziehen wird, wenn das frei ist. Eine Nachnutzung des Schlosses ist noch nicht festgelegt, aber als Standort einer Hochschule könnte ich mir das hier sehr gut vorstellen“, sagte Thiede. Vorstellbar sei beispielsweise eine Außenstelle der Nordakademie Elmshorn, an der die Absolventen einer dualen Berufsausbildung den theoretischen Part ihres Berufes lernen, so Thiede. „Für die Auszubildenden der Firmen aus dem Hamburger Osten ist es ein enormer Aufwand, nach Elmshorn zu kommen.“ Bei Ulf Hahn rannte er mit dieser Idee offene Türen ein. „Darüber werde ich mit den Stormarner Kollegen sprechen, die betreffen die weiten Wege ja auch.“

Positiv reagierte auch die Buhck-Gruppe (Wentorf). „Wir arbeiten bisher mit den Wirtschaftsakademien in Lübeck und Kiel zusammen“, sagt Geschäftsführer Henner Buhck. „Es ist eine nette Idee mit Lauenburg, wir würden darüber nachdenken, sollte es das Angebot tatsächlich geben.“ Auch das Lauenburger Chemiewerk Worlée bietet eine duale Ausbildung an. „Es wäre schon praktisch, wenn die Wege kürzer wären“, sagt Inhaber Reinhold von Eben-Worlée. Auch Tuchenhagen in Büchen und die LMT-Group in Schwarzenbek (Fette) bieten duale Ausbildungen an. Bürgermeister Thiede: „Das Thema betrifft viele Firmen in der Region.“

Zum Schloss-Ensemble, das die Stadtverwaltung zur Zeit noch für sich nutzt, gehören auch mehrere Nebengebäude. Hahn sieht in dem Angebot die Möglichkeit, junge Menschen in der Region zu halten.

„Leider bleiben aktuell viele qualifizierte Jugendliche nicht in unserer Region, weil sie sich woanders ausbilden lassen“, sagt der WfL-Geschäftsführer. Dem wolle er entgegenwirken. Auch, um den Betrieben vor Ort die nötigen Fachkräfte anbieten zu können.

„Es muss ja auch nicht unbedingt die Nordakademie sein. Aber das Schloss-Ensemble als Campus wäre perfekt für so eine Hochschul-Nutzung geeignet“, betonte Thiede. Damit wären auch die Forderungen nach einer weiterhin für die Öffentlichkeit möglichen Zugänglichkeit des Areals gegeben.

Zur Nordakademie gehören mehr als 300 Betriebe, die 1700 duale Bachelor- und Masterstudienplätze anbietet. Es ist die erste und größte von der Wirtschaft gegründete und getragene staatlich anerkannte private Hochschule in Deutschland. Die Landesregierung würde den ambitionierten Lauenburger Plänen nicht im Wege stehen. „Die Zuständigkeit liegt ausschließlich bei der Nordakademie als privatem Träger. Sie entscheidet als erfolgreiche Hochschule in eigener Kompetenz über ihre Pläne“, so Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer. Akademie-Sprecher Meier winkt ab: „Uns liegen weder Anfrage noch Angebot vor. Die Lauenburger Pläne halten wir für relativ abwegig.“

Stadtverwaltung will umziehen

Die Stadtverwaltung möchte sich vom Amtssitz im Schloss trennen, weil anstehende Sanierungen nicht finanzierbar sind.

Eine Bürgerinitiative um Susanne

Betge hatte 1000 Unterschriften

gesammelt mit der Forderung, das Schloss nicht aus der öffentlichenHand zu geben.

Ein Bürgerbegehren konnte 2014 angewendet werden. In einem Kompromiss einigte man sich darauf, dass die Verwaltung einen Bürgerbeteiligungsprozess für ein Konzept zur Nutzung des bisherigen Verwaltungssitzes erarbeiten wird, und dass die Stadt im Falle eine Verkaufs des Schlossensembles vor der Entscheidung einen Bürgerentscheid einleiten wird.

T. Jann und S. Geercken

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