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Lauenburg Tierseuchenübung im Revier Mustiner Damm
Lokales Lauenburg Tierseuchenübung im Revier Mustiner Damm
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21:34 27.06.2018
Jeder Transporter muss mit seinen Wildschweinkadavern durch eine solche mobile Desinfektionsanlage. Ein hoher Aufwand. Der Kreis plant zudem drei „Entsorgungsstandorte“ für Fallwild, also tote Wildtiere, in Farchau, bei Geesthacht und voraussichtlich in Steinhorst. Quelle: Fotos: Unk
Ratzeburg/Mustin

Das Szenario: Im Revier Mustiner Damm, zwischen Ratzeburg, Mustin und Salem gelegen, wurde – fiktiv – die für Wild- und Hausschweine tödliche und hochansteckende Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen. Die ASP wütet derzeit im Baltikum, in Polen und Tschechien – und wird aller Voraussicht nach bald auch zu uns eingeschleppt. Was verheerende wirtschaftliche Folgen für Schweinebauern und den Handel hätte.

Landrat Dr. Christoph Mager gestern im Interview.

Entsprechend erklärte Landrat Dr. Christoph Mager: „Wir wissen nicht, wann die Afrikanische Schweinepest kommt, aber wir wissen, dass sie kommt. Darauf wollen wir uns vorbereiten.“

Das tat der Kreis gestern mit rund 100 Personen, Mitarbeitern der Jagd-, Forst-, Veterinär- und Straßenverkehrsbehörde des Kreises, der örtlichen Ordnungsbehörden, der Polizei und der Kreisjägerschaft. Dazu wurden in den vergangenen Tagen zeitversetzt sechs tiefgefrorene Wildschweinkadaver im Wald zwischen Ratzeburg und Salem „versteckt“. Und gestern mussten vier Suchtrupps mit acht Personen, darunter Amtstierärzte und Beobachter aus anderen Ämtern, dem Umweltministerium oder des Landesjagdverbandes, diese Schweineleichen ausfindig machen, bergen und hygienegerecht nach dem Tierseuchengesetz entsorgen.

Ein teilweise äußerst schwieriges Unterfangen. In einem Fall lief die Gruppe inklusive der Suchhunde zweimal an der Fundstelle vorbei. Erst nach einem Tipp eines „Einweisers“ wurde der Kadaver entdeckt. Möglicher Grund: Die Hunde sind normalerweise auf „Schweiß“, also Tierblut abgerichtet. An den unverletzt verendeten Tiere gingen sie vorbei. Dafür erschnupperten manche menschlichen Suchtrupps die „Verwesungsbrise“ oder bemerkten das notorische Summen der Brummer und Schmeißfliegen, die sich üblicherweise an den Kadavern gütlich tun.

Obwohl die Auswertung der Beobachtungen und Ergebnisse noch zwei, drei Wochen dauern wird, zog Landrat Mager mittags ein erstes Fazit: „Es gibt Dinge, die leichter laufen, aber auch die schwieriger sind als gedacht.“ Das Auffinden der Tiere gelänge noch einigermaßen, aber Bergung, Transport und Entsorgung stelle die Handelnden vor hohe Hürden. Das sei „zeitlich und personell ein sehr hoher Aufwand“.

Von Joachim Strunk

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