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Lauenburg Till Eulenspiegel erobert den Marktplatz
Lokales Lauenburg Till Eulenspiegel erobert den Marktplatz
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14:54 05.04.2017
Quelle: Holger Marohn
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Mölln

Vor nahezu ausverkaufter Tribüne spielten Laien und Profis die Komödie „Till auf schelmischer Mission“ von Frank Voigtmann und RobertSchmiedel.

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Die Eulenspiegel-Festspiele feiern auf dem Möllner Markt Premiere.

Nach und nach finden sich die Zuschauer auf ihren Plätzen in der Abendsonne ein. Über 500 sind es an diesem Premierenabend. Einige von ihnen sind an Stehtischen an der Bar versammelt, andere warten schon ungeduldig auf den Rängen und blättern im Programmheft. Einen Regenschutz wird an diesem Abend niemand brauchen.

Dann ertönt Flötenmusik. Die Eulenspiegel-Festspiele beginnen – endlich, nach drei Jahren Pause. „Erst der Kultursommer, jetzt die Festspiele und dann noch „Dörfer zeigen Kunst“. Da sage mal einer, bei uns ist nichts los“, sagt Möllns ehemaliger Bürgermeister Wolfgang Engelmann.

In Mölln hält sich ein Gerücht: Till Eulenspiegel werde von Professorin Conradi zum Leben erweckt. Der Möllner Bürgermeister und die Journalistin Chantal wittern ein Geschäft mit dem Wahrzeichen der Stadt. Und tatsächlich gelingt es Conradi, den seit 660 Jahren toten Narren zu wecken. Dass dieser aber im Jahr 2015 aufwacht, darf Till nicht wissen. Der Bürgermeister kann die Möllner überzeugen, Eulenspiegel das Mittelalter vorzuspielen. Nicht ganz einfach – nur knapp verraten sie sich nicht. Aber Till Eulenspiegel kommt ihnen trotzdem auf die Schliche.
Die Komödie ist temporeich, kurzweilig und nutzt geschickt die einsetzende Dunkelheit. Mit der Dämmerung werden das Rathaus, die Treppe zu St. Nicolai und die Bühne beleuchtet – mal dunkler, mal hell, mal in grün oder rot. Düster war das Mittelalter und so ist auch die Atmosphäre auf dem Möllner Markt. Aber zuvor ist erstmal Pause. Zwanzig Minuten bleiben den Zuschauern, um sich nach der warmen Abendsonne zu erfrischen, bevor sie eine Reise ins Mittelalter unternehmen. „Die Geschichte ist eine tolle Idee“, sagt Heike Hinrichs aus Lüneburg.

Die Späße zünden beim Möllner Publikum, auch wenn es um Scherze über ihre Stadt geht. Natürlich dürfen auch Spitzen gegen die Kreisstadt Ratzeburg oder den eigenen Bürgermeister nicht fehlen. Das Stück selbst nimmt sich nicht zu ernst. Das kommt an.
Die Premiere von „Till auf schelmischer Mission“ ist ein voller Erfolg. Für Andrea Tillmann habe früh festgestanden, sich das Stück anzusehen, sagt sie. „Die Kulisse ist toll – halt Mölln und Mölln ist schön.“

Mit stehenden Ovationen werden die Schauspieler von der Bühne verabschiedet. Das ist der Lohn für die harte Arbeit. „Bis zuletzt haben wir an Stück und Timing gefeilt“, sagt Jochen Buchholz, Chef der Kurverwaltung und Produzent der Festspiele. Bürgermeister Jan Wiegels ist erleichtert. „Ich hatte schon Angst, auch auf die Bühne zu müssen. Ich weiß nicht, ob ich mit dem Bürgermeister im Stück tauschen wollen würde“, scherzt er.

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