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Lauenburg Tontauben im „Hundebusch“ droht das Aus
Lokales Lauenburg Tontauben im „Hundebusch“ droht das Aus
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22:43 13.09.2016
Die Tontaubenwurf-Anlage gehörte bis zum vergangenen Jahr zum Schießplatz der Bundespolizei (Foto), wurde dann aber verkauft. Quelle: Fotos: Marohn/wr

Die Kreisforsten hatten die von der BGS-Nachfolgeorganisation Bundespolizei zum Verkauf stehende Anlage im vergangen Jahr gekauft, um den mit Blei und Lärm die Umwelt, die Erholung und den Naturpark belastenden Betrieb leichter einstellen zu können. Doch dagegene laufen die – zu einem Großteil aus dem Umfeld des ehemaligen Bundesgrenzschutzes stammenden – 326 Mitglieder Sturm. Zur heutigen Sitzung des Betriebsausschusses (17 Uhr, Forstamt Farchau) sollte der Verein eigentlich Argumente für den Fortbestand der Nutzung vorlegen. Doch darauf wartete die Kreisverwaltung vergeblich.

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Kreis und Kreisforsten prüfen Schließung der Skeetanlage – Blei bedroht das Moor, Lärm die Nachbargemeinden.

Der Schießsportclub

326 Mitglieder hat der Jagd- und Schießsportclub Ratzeburg aktuell. Darunter sind 24 Jugendliche. Der Löwenanteil, etwa 26 Prozent, ist über 60 Jahre alt. Als Mitglieder sind 270 Männer und 56 Frauen beim Landessportverband gemeldet.

„Eine Absicht, die Schießanlage durch den Kreis oder die Kreisforsten weiter zu betreiben, besteht und bestand nicht“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Ein Widerruf des Mitbenutzungsrechtes seitens der Verwaltung und der Kreisforsten sei bislang nicht erfolgt, da kein rechtlich zwingender Grund vorliege, sondern eine Abwägung zwischen „widerstreitenden gesellschaftlichen Ansprüchen“ zu treffen sei. Entsprechende Bedenken und Beschwerden seien seit 27 Jahren dokumentiert.

Neben der Lärmbelästigung durch den Schießbetrieb jeweils mittwochs und sonnabends ist eines der Hauptprobleme die Kontamination des Bodens durch Bleischrote. So wird in einem Gutachten der Kieler Christian-Albrechts-Universität aus dem Jahr 2006 das Gefährdungspotential der Anlage aufgrund seiner Charakteristik als hoch eingeschätzt. Verbessert hat sich seitdem kaum etwas.

Auch ist bislang ungeklärt, wer für mögliche Kosten für eine Sanierung der Bodenkontamination und die Einrichtung möglicher Schutzanlagen gegen den Bleieintrag in das Salemer Moor und den Lärm für die Nachbargemeinden zu zahlen hätte. Auch scheint der Verein bislang auch keine angemessene Pacht zu zahlen. Eine geeignete alternative Schießanlage bestehe im näheren Umkreis nicht, da die Anlage der Kreisjägerschaft in Mölln aufwändig verändert werden müsste, heißt es. Zur Sitzung liegen vier Optionen vor: Von der Schließung über der auflagenfreien Weiterbetrieb bis zum Verkauf oder dem Weiterbetrieb unter Auflagen. Dass so etwas geht, hat das Schießsportzentrum Kasseedorf in Trägerschaft der Jägerschaften Oldenburg, Eutin, Plön und Lübeck gezeigt. Bei dem Umbau der ehemaligen Bundeswehr-Anlage wurden eine moderne Bleisammelanlage und Lärmschutzanlagen installiert. Dort trainieren neben den Jägern auch Sportschützen, Polizei und Sicherheitsdienste.

 Holger Marohn

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