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Lauenburg Tourismus fordert noch mehr Betten
Lokales Lauenburg Tourismus fordert noch mehr Betten
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10:42 09.08.2016
Das Hotel „Der Seehof“ in Ratzeburg hat sich unter der Regie des erfahrenen Hoteliers Karl Schlichting aus Hamburg wieder zur „Perle am Küchensee“ zurück verwandelt. Quelle: Fotos: Hfr/tja (2)

Der Tourismus im Kreis Herzogtum Lauenburg boomt (die LN berichteten am Sonnabend) – und entsprechend hoch ist die Investitionsbereitschaft derjenigen, die davon auch in Zukunft vermehrt profitieren wollen. „Der stete Trend steigender Tourismuszahlen ist seit zwölf Jahren deutlich erkennbar“, erklärt Günter Schmidt, Geschäftsführer der kreiseigenen Tourismusgesellschaft Herzogtum Lauenburg Marketing und Service (HLMS). Anfangs noch etwas vorsichtig und zurückhaltend – „keine Sprünge im Zehnerbereich, aber kontinuierlich. Es könnte jedoch etwas mehr sein, vor allem im Neubaubereich“, kritisiert Schmidt.

Modernisierungsmaßnahmen im Bestand laufen auf Hochtouren – Es fehlen aber im Kreis weitere Hotel-Projekte.

Was derzeit im Bestand der Wohnungen und auch im Ausbau der bestehenden Kapazitäten gemacht werde, sei „schon toll“, sagt Schmidt, betont dabei aber die bekannte norddeutsche Kommunikationsstrategie des Understatement.

Tatsächlich gibt es einige Objekte und Projekte, die sich sehen lassen können, und bei deren Investoren man erkennt, welchen Stellenwert sie dem wachsenden Tourismus-Trend im Herzogtum einräumen.

Spätestens seit dem Sommer 2015, als in Deutschland die Flüchtlingskrise hochschwappte, und danach, als die einstmals so beliebten Urlaubsziele wie Griechenland, Türkei oder Nordafrika verwaisten und deutsche Touristen sich wieder verstärkt auf den Heimat- und Ostseeurlaub fokussierten, ist wohl allen klar, dass diese Entwicklung keine kurzfristige ist.

Der Hamburger Hotelier Karl Schlichting, der seine Wurzeln an der Ostseeküste hat, griff vor zwei Jahren als erster zu und ersteigerte die einstmalige „Perle am Küchensee“, das Vier-Sterne-Hotel „Der Seehof“ in Ratzeburg, und renovierte sie für rund 1,7 Millionen Euro von Grund auf. Just wurden die Arbeiten zum eigenen Blockheizkraftwerk abgeschlossen, die neben hohen Einsparungen bei den Heizkosten des Hotels (Amortisation laut Schlichting nach fünf Jahren) auch erhebliche Entlastungen der Umwelt (Minderausstoß an CO2 um 30 Prozent) bringen werden. Schlichting freut sich:

Neben den finanziellen Vorteilen gewinnt sein 50-Zimmer-Haus zudem an „grünem“ Image.

In erster Lage an der Elbe hat Peter Voß 2013 sein „Hotel Elbblick“ in Tesperhude eröffnet. Der Name ist Programm: Aus vielen Zimmern kann man direkt auf den Fluss schauen. Insgesamt bietet das Hotel 23 Zimmer. Voß hatte es als Ergänzung zu seinem 1956 gebauten „Restaurant Elbblick“ errichtet. Das neueste Hotel im Lauenburgischen liegt am Elbe-Radweg, dem beliebtesten deutschen Fernradweg. Ein 40 Quadratmeter großer Abstellraum im Untergeschoss mit direktem Zugang über eine Rampe von außen macht es Radlern unter den Gästen leicht, ihre Räder sicher unterzustellen. „Trotzdem ist es so, dass wir oft Probleme haben, Gäste spontan unterbringen zu können, weil die vorhandenen Hotels in Geesthacht ausgebucht sind“, sagt Tourismusmanagerin Britta Rienitz.

Im Prozess zur Innenstadterneuerung ist es eines der Highlights von Lauenburg: Das „Hotel im Fürstengarten“. Mit Investor Marcel Graff und Hotel-Experte Gert Prantner hat Bürgermeister Andreas Thiede zwei Männer zusammengebracht, die das Fünf-Sterne-Hotel 2018 eröffnen wollen. Eine Millionen-Investition, die der ganzen Stadt gut tun wird. „Anfangs waren vor allem die eingesessenen Hoteliers skeptisch, sie fürchteten die Konkurrenz. Doch die Gäste des geplanten Hotels würden sonst wohl eher gar nicht in unsere Stadt kommen“, sagt Thiede. Er geht davon aus, dass es Gäste geben wird, die den Saal, das Restaurant oder den Wellness-Bereich im Neubau nutzen werden, und die dann in einem der anderen Lauenburger Hotels absteigen werden. Etwa 100 Zimmer soll der Neubau erhalten.

Die Zahl der „Renovierer“ ist groß, alle lassen sich hier gar nicht darstellen. Seien es der Anbau im Möllner Quellenhof, der Ausbau im Groß Grönauer Forsthaus St. Hubertus, die neue Gruppenunterkunft mit 24 Schlafmöglichkeiten im Wakenitzhaus Rothenhusen von Lothar Krebs oder die zahlreichen Privatvermieter im Kreis. Diese können durchaus von Fördermöglichkeiten profitieren.

Vielleicht lohnt ein Anruf bei der HLMS? – Telefon 04542/856860.

Zahlen und Fakten

2337 Betten – so die jüngste Erhebung der Herzogtum Lauenburg Marketing und Service Gesellschaft – gibt es aktuell im Bestand der bei der HLMS gemeldeten Hotel- und Fremdenverkehrsbetriebe. Dieser Bestand teilt sich auf in die folgenden größeren Orte und Regionen:

727 Betten in Ratzeburg: 267 in Hotels, Pensionen und Gasthöfen, 23 Privatzimmer, 170 Betten in der Jugendherberg, 267 in Ferienwohnungen- und -häusern 705 Betten in Mölln: 333 in Hotels, Gasthöfen und Pensionen, 33 in Privatzimmern, 148 in der Jugendherberge, 191 in Ferienwohnungen- und -häusern 63 Betten – in Ferienwohnungen und -häusern in der Schaalseeregion 284 Betten in Geesthacht: 207 in Hotels, Gasthöfen und Pensionen, 5 in Privatzimmern, 72 in Ferienwohnungen und -häusern 558 Betten in Lauenburg: 202 in Hotels, Gasthöfen und Pensionen, 21 in Privatzimmern, 203 in den Jugendherbergen, 132 in Ferienwohnungen und -häusern.

 unk/tja

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