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Lauenburg Trauer um Ernst Schmidt – den „Vater“ des Raddampfers „Kaiser Wilhelm“
Lokales Lauenburg Trauer um Ernst Schmidt – den „Vater“ des Raddampfers „Kaiser Wilhelm“
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15:11 05.12.2018
Dr. Ernst Schmidt hatte den „Kaiser Wilhelm“ nach Lauenburg geholt. Jetzt ist er im Alter von 91 Jahren gestorben. Quelle: Timo Jann
Lauenburg

Dr. Ernst Schmidt ist tot. Er starb am Wochenende in einem Pflegeheim in Großhansdorf im 92. Lebensjahr. Der Geologe war „Mann der ersten Stunde“ an Bord von Lauenburgs schwimmendem Wahrzeichen, dem Raddampfer „Kaiser Wilhelm“. Liebevoll wurde er von der Crew „der Doktor“ genannt. Vor sieben Jahren war er als Zahlmeister von Bord gegangen. „Irgendwann muss ja mal Schluss sein“, sagte der damals 84-Jährige. Jetzt ist er gestorben. „Ohne ihn würde es den Raddampfer in Lauenburg nicht geben“, weist Werner Hinsch, der Leiter des Elbschifffahrtsarchivs, auf die Verdiente des Verstorbenen hin. 

Der Raddampfer „Kaiser Wilhelm“ ist eine touristische Attraktion auf der Elbe. Er gilt als schwimmendes Wahrzeichen von Lauenburg.

Ernst Schmidt hat sich um die touristische Entwicklung in Lauenburg verdient gemacht. Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, sagt Bürgermeister Andreas Thiede. Die Beisetzung ist für den 14. Dezember um 13 Uhr in Großhansdorf geplant.

Der Raddampfer „Kaiser Wilhelm“. Quelle: Timo Jann

Der Beginn seines Wirkens in Lauenburg hing für Schmidt eng mit der Personendampferlinie der Firma Basedow zusammen. Als 1961 deren letzter Dampfer stillgelegt und verkauft wurde, war es Schmidt, der die Situation dokumentierte. „Daraus entstanden erste Kontakte zum im Aufbau befindlichen Elbschifffahrtsmuseum“, weiß Markus Reich, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Lauenburger Elbschifffahrtsmuseums, der auch den Raddampfer betreibt. Es entwickelte sich über ganz Deutschland verteilt ein kleiner Kreis von Privatpersonen mit Interessen zur Binnenschifffahrtsgeschichte. Dem Gründungskomitee des Vereins gehörten auch Hinsch und Schmidt an. Ihnen gelang es, den Verein unter großer Beteiligung aus Kreisen der Binnenschifffahrt am 10. November 1967 zu gründen.

Vereinsgründer kaufte den Raddampfer

„Schon drei Jahre nach der Gründung des Vereins überraschte Dr. Schmidt mit einem Großereignis“, erinnert sich Hinsch: Den Kauf des 1900 in Dresden gebauten „Kaiser Wilhelm“. „Nicht allein romantische (Kindheits-)Gefühle bestimmten Dr. Schmidt zum Abschluss des Kaufvertrages...“ schrieb die Zeitung am 8. Oktober 1970. Hinsch: „Er hatte eine Entwicklung angestoßen, die einmalig in Europa war und bis heute entsprechend gewürdigt wird. Die Mannschaft hat seit 1970 mehr als 22 0000 Passagiere mit dem „Kaiser“ auf der Elbe gefahren. „Das zeigt, dass wir es hier nicht mit einem Spielzeug zu tun haben, sondern Fahrgastschifffahrt betreiben“, sagte Schmidt einst.

Wegen dieses touristischen Aushängeschilds für Lauenburg wurde der Besatzung zusammen mit Dr. Ernst Schmidt im Jahre 2000 der „Lauenburger Rufer“ – die höchste Auszeichnung der Stadt – verliehen.

„Für die Vereinsführung bleibt es eine große Verpflichtung für die Zukunft“, erinnert Reich an die Aktivitäten von Schmidt. Und was wünschte der sich zuletzt? „Es wäre schön, wenn wir mehr Lauenburger in der Mannschaft hätten. Viele Besatzungsmitglieder kommen von außerhalb, das ist oft sehr aufwendig“, hatte für mehr Freiwillige aus dem Ort geworben.

Timo Jann

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