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Lauenburg Treck-Trecker trotzen dem Schlamm
Lokales Lauenburg Treck-Trecker trotzen dem Schlamm
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13:16 06.09.2016
Der morgendliche Regen verwandelt die Zugbahnen schnell in eine Schlammlandschaft, dennoch können wenig später die Trecker starten. Quelle: Holger Marohn
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Fitzen

Langsam bahnt sich der Fendt 712 Vario-Trecker den Weg durch den knietiefen Schlamm. Beim Trecker-Treck in Fitzen haben Teilnehmer und Organisatoren mit Bedingungen zu kämpfen, wie sie sie noch nie hatten. Mehr als 25 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit haben die Zugbahnen des Fitzener Trecker-Trecks in ein tiefes Matschfeld verwandelt. Der tonnenschwere Bremswagen wirkt eher wie ein Schlauchboot auf einer Matschwelle. „Wir hatten nach dem Aufbau am Freitag extra noch mal das Gelände gewässert, damit es nicht so staubt.

 

Ein Radlader richtet den Trecker nach dem Fahrfehler auf.
Ohne Überrollbügel darf bei uns keiner starten. Sicherheit geht vor Spaß.“Frank Berling, Vorsitzender Full Pull Fitzen

Das hätten wir uns sparen können“, sagt Vereinvorsitzender Frank Berling. Immerhin: Mit den ersten Zügen – rund eine Stunde nach dem ursprünglich geplanten Veranstaltungsbeginn – lässt der Regen schließlich nach. Der Fitzener Kessel, eine ehemalige Kieskuhle, zeigt sich von ihrer besten Seite. Gut tausend Besucher verfolgen zeitweise das Spektakel.

„Bei den Treckertrecks in Panten oder Worth würde aufgrund des anderen Bodens nach so einem Regen wahrscheinlich den ganzen Tag über gar nichts mehr gehen. Aber bei uns sickert das ganz gut weg“, sagt Berling. Und tatsächlich: Gut sieben Stunden später haben die verschiedensten Ackerzugmaschinen vom mehr als 60 Jahre alten Deutz bis zum gerade einmal ein Jahr alten Fendt-Ackergiganten fast 180 mal gegen den Bremswagen gekämpft.

Fast 180 Starts gab es bei der diesjährigen Ausgabe des Full Pull Fitzen. Tonnenschwere, teils mehrere Jahrzehnte alte Trecker trotzten dem Schlamm und zogen dicke Gewichte hinter sich her - sehr zur Freude aller Zuschauer.

Wirklich tief durchatmen mussten Zuschauer und Veranstalter nur einmal. Ein junger Fahrer vergaß bei seinem 44 Jahre alten IHC Case die Kupplung zu treten, nachdem er sich vor dem Bremswagen festgefahren hatte. Der Trecker bäumte sich auf und landete schließlich spektakulär auf dem „Hinterteil“. Der Fahrer kletterte unverletzt durch die geöffnete Windschutzscheibe aus seinem Gefährt. Der Überrollbügel verhinderte Schlimmeres. Selbst der Trecker blieb heil. „Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, Trecker nur mit den entsprechenden Sicherheitseinrichtungen starten zu lassen“, sagt Berling. Aber genau dafür gebe es eben auch die technische Abnahme. Natürlich hätte der Fahrer nach dem Stillstand wahrscheinlich einfach nur die Kupplung treten müssen. Aber das habe er in der Aufregung offenbar vergessen, sagt Berling.

 Holger Marohn

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