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Türkischer Kulturverein hofft auf EU-Geld für Moschee-Anbau

Schwarzenbek Türkischer Kulturverein hofft auf EU-Geld für Moschee-Anbau

Zuschüsse für Projekte christlicher Kirchengemeinden sind keine Seltenheit. Darauf hofft mit dem Türkischen Kulturverein Ditip in Schwarzenbek jetzt auch eine muslimische Gemeinde. EU-Geld für eine Moschee — es wäre ein Novum im Kreis.

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Der Hamburger Architekt Süleyman Karakurt hat den Schwarzenbeker Moscheeanbau entworfen.

Quelle: Azim Karates

Schwarzenbek. Sowohl die Stadt Schwarzenbek als auch die Kirchengemeinde begrüßen das Engagement.

„Wir wollen unser Angebot ausweiten. Aber dafür fehlt hier einfach der Platz“, sagt Cebayi Sanci. Geplant sei, künftig Sprach- und Integrationskurse für Flüchtlinge, PC-Kurse, Aktivitäten für Jugendliche, Senioren oder Frauen und andere Bildungsprogramme anzubieten. Dabei soll mit privaten und öffentlichen Bildungsträgern zusammen gearbeitet werden. So soll das Vereinsgebäude mit der Moschee zum Familienzentrum für Männer, Frauen, Kinder- und Seniorengruppen werden. 380000 Euro will der Verein an der Kollower Straße investieren — 100000 Euro davon sollen als EU-Zuschuss über die Aktiv-Region Sachsenwald-Elbe kommen. Gerade die Flüchtlings-Herausforderung zeige, wie aktuell und umfangreich auch die Kulturvereine gefordert seien, sagt Senol Caliskan vom Türkischen Kulturverein. „Viele Flüchtlinge suchen verstärkt den Kontakt zu uns. Und hier bei uns spielt es keine Rolle, ob sie Schiiten, Suniten oder anderen Richtungen angehören“, sagt Caliskan. Über den Glauben würden die Menschen in dieser extrem schwierigen Phase Halt finden, mit seinen Mitgliedern leiste der Verein dann auch konkrete Hilfe. „Mal organisieren wir ein Fahrrad, mal Kindersachen oder wir helfen beim Deutschlernen“, sagt Caliskan.

Und nicht zuletzt stehe das Familienzentrum auch Nicht-Muslimen offen. So hätten sich die in Ditip-Nord zusammengeschlossenen Moscheegemeinden zum Ziel gesetzt, das Miteinander von Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland zu fördern und einen Beitrag dafür zu leisten, dass Muslime als Teil der Gesellschaft ihren Beitrag für die Zukunft unseres Landes erbringen. Dazu gehöre neben der Religionsausübung auch ein Engagement in den Bereichen der Bildung, der Jugend- und Frauenarbeit.

Sowohl bei der Stadt als auch bei der Evangelischen Kirchengemeinde läuft der Verein mit seinem Projekt offene Türen ein. „Ich kann es nur begrüßen, wenn sich Menschen wie jetzt der Kulturverein in unser Stadtleben einbringen möchten“, sagt Schwarzenbeks Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig. Wenn die türkische Gemeinde so einen Beitrag zur Integration leiste, sei das großartig. Bei der Vorstellung des Projektes im Rathaus habe Imam Hasan Cam angekündigt, etwas für die Integration der Flüchtlinge zu tun und Deutschkurse anzubieten. „Wir waren uns darüber einig, dass es nur in unserem Sinne sein kann, wenn sich der Kulturverein auch am Runden Tisch zur Willkommenskultur bei uns in der Stadt beteiligt. Es ist mir wichtig, dass wir gemeinsam integrieren und keine Parallelgesellschaft entsteht“, sagt Borchers-Seelig.

„Gerade wenn es um Integration und gesellschaftliche Arbeit geht, begrüßen wir das als Kirche sehr“, sagt Pastorin Sigrun Kühn. Es gebe immer wieder Projekte, bei denen man zusammenarbeiten könne.

Eines ist der für den 19. März geplante „Weg des Friedens“, ein gemeinsames Projekt der evangelischen, katholischen sowie muslimischen Gemeinde. Auftakt ist ein gemeinsames Gebet in der Moschee.

Letztlich stehe auch das Familienzentrum der evangelischen Kirche allen offen — übrigens als Leuchtturmprojekt von der Aktiv-Region mit 750000 Euro gefördert.

Heute Abend entscheidet die Aktiv-Region Sachsenwald in ihrer Sitzung über den Zuschuss für den Moscheeverein. Das Treffen beginnt um 19.30 Uhr im Jugend- und Gemeinschaftszentrum Möhnsen, Schwarzenbeker Straße 26.

Von Holger Marohn

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