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Lauenburg Über 200 besorgte Menschen bei „Gegenwind vom Schaalsee“
Lokales Lauenburg Über 200 besorgte Menschen bei „Gegenwind vom Schaalsee“
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20:27 16.08.2016
Die Initiatoren waren selbst überrascht. Die erste Zusammenkunft in Seedorf stieß auf großes Interesse an „Gegenwind“. Quelle: Fotos: Thomas Biller

Das Thema Windkraftanlagen (WKA) bringt bereits an vielen Orten die Bürger auf die Palme. Jetzt haben sich in Seedorf besorgte Menschen aus der westlichen Schaalseeregion zusammengeschlossen, um sich gegenseitig in ihrer Sorge zu unterstützen. Mit der Bündelung ihrer Kräfte möchten sie erreichen, dass die in den Bereichen um Seedorf, Gudow, Hollenbek, Sterley und Klein Zecher nach derzeitigem Planungsstand verzeichneten Abwägungsflächen für potentielle Standorte von WKA durch die Landesplanung nicht weiter verfolgt werden.

Neue Bürgerinitiative stellt sich gegen Windkraftanlagen in der Region auf – Laut neuem Vorstand sind spontan 80 Bürger der BI beigetreten – Appell: Thema in den Gemeinden diskutieren.

Wie bei den vorangegangenen Veranstaltungen zum Thema in Duvensee und Klein Zecher (LN berichteten) hatten die Veranstalter selbst nicht mit einem so großen Interesse gerechnet. Auch im Seedorfer Lindenhof mussten über 30 Gäste den Abend stehend verbringen. „Wir sind überwältigt“, sagte Mit-Initiatorin Barbara Kliesch aus Seedorf, die gemeinsam mit Dr. Bernd Ohlendorf und Mike Lohmann (beide ebenfalls Seedorf) die Gründung der gemeindeübergreifenden Bürgerinitiative (BI) vorbereitet hatte. Alle Drei wurden von der Versammlung dann auch zum Kernvorstand der neuen Initiative gewählt.

Unterstützung erhalten sie von Schriftführer Heiko Specht aus Klein Zecher und Kassenwartin Regina Friedrich aus Seedorf sowie mehreren Beiräten aus Gudow, Kehrsen, Hollenbek und Klein Zecher. Das gebündelte „Votum vieler Bürger“, so Barbara Kliesch, soll bei der Landesplanung für Beachtung sorgen, um die Region von weiteren Vorplanungen für mögliche Standorte von WKA zu verschonen. Kliesch bezweifelte, dass die Staatskanzlei in Kiel bislang die in der Vorplanung gekennzeichneten Flächen mit dem Katalog der Ausschlusskriterien „aufeinander gelegt“ habe.

Jurist Dr. Bernd Ohlendorf versprach den Anwesenden: „Wir werden in den nächsten Wochen massiv Stellung nehmen“, und erläuterte die Bedeutung des „Raumwiderstandes“. Neben der Aufmerksamkeit durch die Aktionen der BI würden möglichst viele einzelne Briefe von Bürgern der Region an die Landesplanung dafür sorgen, dass es in der Region massiven Widerstand gegen weitere Planungen von möglichen Standorten gebe. Musterbriefe hat die BI bereits vorbereitet. Diese sind neben weiteren zahlreichen Informationen auf der Internetseite abrufbar.

Mike Lohmann betonte in einem Vorgespräch mit den LN: „Die Energiewende hat bislang bewirkt, dass die Bürger entzweit werden. Wir sind nicht grundsätzlich dagegen, sie muss nur besser verträglich sein.“

Ein Aufruf des frisch gewählten Vorstandes lautete, das Thema Windkraftanlagen in die jeweiligen Gemeindevertretungen zu tragen. Sollten sich einzelne Gemeinden nicht damit beschäftigen wollen, sollte dort über ein Bürgerbegehren nachgedacht werden.

Nach Auskunft des neuen Vorstandes lagen am Ende des Abends 80 spontan ausgefüllte Eintrittsformulare vor.

• Internet: www.gegenwind-schaalsee.de

Lüneburger Heide älter

Irrtum: Auf ihrer Internetseite rief die neue Bürgerinitiative bislang auf: „Rettet den ältesten Naturpark Deutschlands“. Nach Auskunft des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) ist jedoch der Naturpark Lüneburger Heide der älteste Naturpark in Deutschland (seit 1921).

Der Naturpark Lauenburgische Seen besteht seit 1960 und ist damit der Älteste in Schleswig-Holstein. Er umfasst mit einer Gesamtfläche von 474 km² den Ratzeburger See und den Schaalsee mit ausgedehnten Waldgebieten.

Thomas Biller

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