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Lauenburg Fulminanter Start für „Hilfe im Advent“
Lokales Lauenburg Fulminanter Start für „Hilfe im Advent“
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13:03 09.12.2018
Gemeinsam stark für die Hospizvereine im Kreis: Udo Schlünsen, Vorstandsmitglied bei der Kreissparkasse, Hanno Hannes, Leiter der LN-Lokalausgabe im Herzogtum, und Peter Perner, Leiter des Hospizvereins Ratzeburg, Mölln und Umgebung (stehend, von links) sowie Sigrun Spikofsky, Leiterin des Freundeskreises Hospiz Geesthacht (links) und Tanja Meyer, Geschäftsführerin der Kreissparkassenstiftung. Quelle: Jens Burmester
Ratzeburg

 Das Thema Hospiz trifft offenkundig den Nerv der Zeit. Klar, sagt Hanno Hannes, Leiter der LN-Lokalausgabe für das Herzogtum, denn: „Niemand möchte mit Schläuchen gespickt dem Ende entgegenvegetieren.“ Und genau da sei eben die Hospizarbeit vor.

Hilfe im Advent 2018 im Herzogtum Lauenburg: zugunsten der hiesigen Hospizvereine

Auch Udo Schlünsen, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, sagt, es sei gut, dass die LN das Thema mit der Aktion Hilfe im Advent aufgegriffen hätten. „Zwar heißt es immer, das Sterben gehöre zum Leben dazu, tatsächlich aber wird das Thema Sterben in aller Regel ausgeklammert.“ Hospizarbeit sei, da waren die Herren sich einig, eine extrem wichtige Arbeit.

5000 Euro von der Kreissparkassenstiftung

Eine Einstellung, die Peter Perner und Sigrun Spikofsky teilen: Sie leiten die hiesigen Hospizgruppen. Peter Perner die Hospizgruppe Ratzeburg, Mölln und Umgebung, Sigrun Spikofsky den Freundeskreis Hospiz Geesthacht. Die vier hatten sich gestern mit Tanja Meyer in den Räumen der Kreissparkasse am Markt in Ratzeburg getroffen. Die Geschäftsführerin der Kreissparkassenstiftung berichtete, dass sie am Vorabend 5000 Euro auf das Spendenkonto von Hilfe im Advent überwiesen hätte. Ein toller Grundstock für die LN-Aktion.

Die interessierten Fragen zur Arbeit ihrer Vereine beantworteten Spikofsky und Perner gern. Zum Beispiel, was überhaupt die Aufgabe der Vereine sei im Vergleich zur stationären Versorgung Sterbender im Hospiz. „Wir begleiten die Menschen in ihrem Zuhause, im Pflegeheim und auch in Krankenhäusern“, erklärte Sigrun Spikofsky. Im Hospiz in Geesthacht übernehmen übrigens auch Ehrenamtler die Sterbebegleitung, „aber wenn einer unserer Klienten ins Hospiz kommt, begleiten wir ihn natürlich auch dort weiter“.

Seelenhygiene der Mitarbeiter

Im Geesthachter Verein sind derzeit 30 Menschen in der Sterbebegleitung aktiv, im Ratzeburg-Möllner-Verein 25. „Wir haben tunlichst mehr Personal als akute Begleitungen. Das dient der Seelenhygiene unserer Mitarbeiter“, sagte Peter Perner. Was sich hinter dem Begriff Seelenhygiene verbirgt? „So eine Begleitung kann sehr zehrend sein und einen an den Rand der Kräfte führen. Es geht nicht, von einer Sterbebegleitung in die nächste zu wechseln, da muss eine Pause sein.“

Aus- und Weiterbildung unterstützen

Aus gutem Grund gebe es die Auflage, dass Ehrenamtler in der Sterbebegleitung in Hospizvereinen eine gründliche Vorbereitung erfahren. Die Ausbildung umfasse etwa 100 Stunden, dazu kämen noch Praktika. Später verpflichteten sich aktive Sterbebegleiter, regelmäßig an Fallbesprechungen, Schulungen und vor allem Supervisionen teilzunehmen. All das soll die hohe Qualität der Begleitung Sterbender gewährleisten – und all das kostet viel Geld. Geld, das nun im Rahmen der Aktion Hilfe im Advent gesammelt wird.

Wertschätzung der Ehrenamtler

Peter Perner erzählte, er selbst habe seine Ausbildung zum Sterbebegleiter damals noch aus eigener Tasche bezahlt. Die Kosten, die sich allein für die Grundausbildung aktuell auf etwa 600 Euro belaufen, sollten nun möglichst nicht komplett privat getragen werden. Oder dass alle Aktiven einmal gemeinsam wegfahren. Diese Idee, von einem Ehrenamtler in Geesthacht geäußert, fand auch bei Perner Zustimmung. „Es ist wichtig, dass wir den Ehrenamtlern immer wieder Wertschätzung für ihre Arbeit zeigen.“

Engagement würdigen

Das Engagement im Hospizverein sei eine verbindliche, aber auch verbindende Sache. Was die Ehrenamtler dort leisten, kann man gar nicht genug würdigen.

Hilfe im Advent: So können Sie helfen

Wer schon einmal das Sterben eines Angehörigen oder eines lieben Freundes erlebt hat, weiß, wie schwer und kräftezehrend es ist, Abschied zu nehmen. In diesem Jahr wollen wir mit unserer Leser-Aktion „Hilfe im Advent“ diejenigen unterstützen, die ehrenamtlich in Hospizvereinen das Wertvollste geben, was sie haben: Zeit und Anteilnahme. Helfen Sie gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, die Bedingungen für die Ehrenamtler und ihre Klienten in der letzten Lebensphase zu verbessern. Hanno Hannes, Lokalchef Lauenburgische Nachrichten

Das Spendenkonto Verwendungszweck „Hilfe im AdventKontoinhaber: Hospizverein Ratzeburg, Mölln und Umgebung IBAN: DE26 2305 2750 0081 5525 80 Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

Das Dasein für einen Menschen auf seinem letzten Weg. Sich dafür einzusetzen, dass dieser Weg in Würde gegangen werden kann. Nicht einsam und voller Angst, sondern begleitet und gestützt. Dass Menschen diese so verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe leisten können: Dafür, liebe Leserinnen und Leser, sollen Ihre Spenden verwendet werden.

Dorothea Baumm

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