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Lauenburg Überwältigende Hilfe für Annas Familie
Lokales Lauenburg Überwältigende Hilfe für Annas Familie
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08:56 14.10.2018
Anna Linas Eltern, Dirk und Katrin Benke, können es nicht fassen, wie groß die Hilfe für sie durch mitfühlende Menschen ist. Quelle: Matthias Wiemer
Groß Grönau/Büchen

Es sind lange Wochen und Monate von Angst und Sorgen um das Leben ihrer Tochter. Und doch gibt es dieser Tage einen Grund zur Freude, zum Durchatmen für die Familie Benke aus Groß Grönau. Ihre an mehreren Gehirntumoren erkrankte Tochter (11) ist zwar weiterhin in einem kritischen Zustand mit noch ungewisser Prognose. Doch die finanziellen Sorgen, die seit der Schwersterkrankung von Anna Lina über das Ehepaar hereinbrachen, sind deutlich abgeschwächt. Die enorme Bereitschaft von Mitmenschen zu helfen, hat die Benkes überwältigt.

Anna Lina (11) vor der Hirntumortherapie. Bis auf weiteres ist das Mädchen auf den Rollstuhl angewiesen. Quelle: Wiemer

Die tollen Aktionen von Sportlern um Annas Onkel Dennis Moldenhauer und die Spendenbereitschaft von mittlerweile deutlich über 200 Einzelspender haben die finanziellen Sorgen der Familie zunächst gemildert. Die gröbsten wirtschaftlichen Engpässe, verursacht durch die Kündigung von Dirk Benke durch seine Firma sind vorerst abgewendet. Wie die LN berichteten, hatte die Firma dem Vater der kleinen Krebspatientin gekündigt, als er um Beurlaubung bat. Das Fußball-Benefiz-Spiel Strand 08 gegen eine Lübeck-Auswahl erbrachte fast 20 000 Euro an Spenden. Und die Einzelspenden von LN-Lesern und Nachbarn ergaben bislang ebenfalls eine beachtliche fünfstellige Summe, berichtet Peter Schmid, Vorsitzender des Büchener Fördervereins Hilfe für das schwersterkrankte Kind, der den Spendeneingang koordiniert und verwaltet.

Jeden Tag sind die Eltern bei Anna in der Klinik

Viel Aufmerksamkeit für ein kleines Mädchen, das im Augenblick auf der Intensivstation des UKSH liegt, viel schläft und wenig davon mit bekommt. Jeden Tag sind Vater, Mutter, Bruder oder Onkeln bei ihr, was ihr offensichtlich sehr guttut. Die Elfjährige, die schon über Monate hinweg weder ein Klassenzimmer gesehen hat noch mit Freunden spielen konnte, braucht viel Zuspruch, denn sie ist nach der ersten erfolglosen Therapie verzweifelt. Der Tumor kam, wie die LN berichteten, nicht nur wieder, die Folgeerkrankung machte sie auch seelisch fertig. „Sie kann ihre Gefühle kaum steuern, ist unglaublich wütend auf den Krebs“, berichtet die Mutter, „und so wirkt sie auch auf alle Besucher und Betreuer oft aggressiv. Aber sie kann nicht anders.“

Groß Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf hat sich nach den LN-Berichten über die Nöte der Familie Benke spontan entschlossen, im aktuellen Bürgerbrief die Grönauer um Spenden zu bitten. Quelle: HFR

Derzeit hoffen die Ärzte, dass möglichst schnell die akute Lungenentzündung und eine hartnäckige Sepsis bald abklingen, so dass mit der nächsten Therapie begonnen werden kann. Je länger es dauert, bis Anna wieder gesund wird, desto schwieriger wird die Situation für das Elternpaar. Der Betreuungsaufwand wird hoch bleiben. Dass die Eltern bald einer geregelten und auskömmlichen Arbeit nachgehen können, ist unwahrscheinlich. Wie lange das so bleibt, kann derzeit niemand sagen. Hinzu kommt, dass für die an einen Rollstuhl gebundene Anna Lina, so sie denn bald nach Hause kommen kann, wohl ein größeres Auto benötigt wird.

Die Hilfe geht weiter

Aber die Hilfe geht weiter. Groß Grönaus Bürgermeister Eckhard Graf hat nach den LN-Berichten spontan reagiert. Nach kurzer Absprache mit den Fraktionen im Gemeinderat hat er im aktuellen Gemeindebrief unter dem Stichwort „Groß Grönau hilft!“ die Bürgerinnen und Bürger zu Spenden aufgerufen. „Das war für uns schnell klar“, sagt der Bürgermeister, „dass wir bei der Hilfe dabei sind.“ Wie berichtet, haben nun auch die Handballer vom VFL Lübeck-Bad Schwartau bei ihrem Zweitliga-Punktspiel am gestrigen Sonnabend gegen Bayer-Dormagen einen Spendentisch für Anna Lina aufgestellt.

Völlig begeistert ist Peter Schmidt vom Förderverein in Büchen, der mit unermüdlicher Öffentlichkeitsarbeit schon einigen durch Krankheit in Not geratenen Familien helfen konnte. „Es ist erstaunlich, wie viele positive Reaktionen es bereits gab“, sagt Schmid. „Über 200 Einzelspender, kleine Beträge und große Summen. Wir danken für alles.“

Die Hilfe wird von den dem Förderverein satzungsgemäß koordiniert. Allein schon, um die Familie zu entlasten. Schmids gute Nachricht am Freitag: „Wir konnten schon die Konten der Familie klären, so dass sie jetzt erst einmal ganz normal wirtschaften können.“

Peter Schmid (70) aus Büchen leidet den Förderverein. Quelle: Marc von Kopylow

Die Familie ist ziemlich sprachlos über so viel Hilfe. „Wir können gar nicht richtig sagen, wie dankbar wir sind“, sagt Dirk Benke im Gespräch mit den LN. „Uns fehlen die Worte.“ Und ein paar Worte gibt es auch von Anna Lina: „Papa, Wahnsinn, wir sind ja in der Zeitung!“ staunte das Mädchen, als die Eltern ihr jüngst die ausgeschnittenen Artikel zeigte. „Toll, dass so viele Menschen uns helfen“, habe die Kleine gesagt, berichtet der Vater.

Spender schimpft auf unverständigen Arbeitgeber

Einer der Spender, Bernd Ludwig aus Lübeck, meldete sich bei den LN. Der 77-Jährige berichtete bewegt, dass er selbst vor kurzer Zeit einen Schicksalsschlag hinnehmen musste und sehr betroffen war, als er von dem Leid der Familie erfuhr. Und wütend war der Lübecker: „Über diesen Chef, der einen Vater einfach rausschmeißt, weil er wegen seiner kranken Tochter nicht mehr genug Leistung zu bringen droht. Schlimme Menschen gibt es.“

Wer der Familie helfen möchte, wendet sich bitte an den Förderverein unter www.rz-foerderverein.de, E-Mail schmid-buechen@t-online.de oder telefonisch unter 04155/5668.

Matthias Wiemer

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