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Lauenburg Umgehungsstraßen: CDU mahnt Planungskapazitäten in Kiel an
Lokales Lauenburg Umgehungsstraßen: CDU mahnt Planungskapazitäten in Kiel an
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12:24 20.05.2016
Quelle: Majka Geerke

Kein anderer deutscher Landkreis ist gleich mit fünf Umgehungsstraßen im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans präsent. „Es gibt eine ganze Reihe von Neidern“, stellte der Lauenburger CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Brackmann beim 2. parlamentarischen Abend der Lauenburger CDU fest. Brackmann referierte vor etwa 50 Gästen über den Bundesverkehrswegeplan und aktuelle politische Themen wie etwa die Flüchtlingssituation.

„Was auf dem Tisch liegt, ist einigermaßen realistisch“, sagte Brackmann in Anlehnung an früher oft zu vielen Projekten im Bundesverkehrswegeplan, die nicht realisiert werden konnten. So soll Lauenburg für 17 Millionen Euro eine Ost-Umfahrung für die Hafenstraße durch das Industriegebiet bekommen. Die Nordumfahrung für die B 5 soll auch um Schnakenbek und Buchhorst herumführen und 25 Millionen Euro kosten. Geesthachts Umgehung im Zuge der B 5 soll 93 Millionen Euro kosten, in Schwarzenbek werden für die Verlängerung der B 404 vom Sachsenwald bis zur Grabauer Straße 8,5 Millionen und für den Weiterbau bis zur B 209 noch einmal 9 Millionen Euro fällig.

„Der Kabinettsbeschluss dürfte kurz vor der Sommerpause fallen, dann müssen die Ausbaugesetze beschlossen werden und Klarheit, was kommen wird, haben wir dann zu Weihnachten“, blickte Brackmann in die Zukunft. Doch er warnte auch vor zuviel Euphorie: Schwarzenbek könnte aufgrund der weit vorangeschrittenen Planung zeitnah beginnen, ehe in Geesthacht erste Autos rollen können, dürfte das Jahr 2025 erreicht sein. Und da Niedersachsen noch gar nicht die Fortführung der B 209 über eine mögliche neue Elbbrücke auf dem Schirm hat, sei das Vorhaben insgesamt unklar. Brackmann: „Ein Vorteil für alle unsere Umgehungen ist der gute Nutzen-Kosten-Faktor.“ Das gelte auch für die Ratzeburger Umgehung, die 25 Millionen Euro kosten dürfte.

Kritik gab es zuletzt immer wieder, weil in Schleswig-Holstein trotz bereitstehender Bundesmittel kein Straßenneubauprojekt umgesetzt werden konnte. „Es fehlte schlichtweg an Planungskapazitäten“, so Brackmann. Für die anstehenden Umgehungsstraßen hofft Brackmann nun, dass sich die Situation verbessert oder die Planung extern vergeben werde.

Auch auf den im Bundesverkehrswegeplan enthaltenen Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals ging Brackmann ein. Mit 838 Millionen Euro ist die Maßnahme beziffert. „Damit hat niemand gerechnet“, gab der Politiker, der im wichtigen Haushaltsausschuss des Bundestags sitzt, zu. „Es macht aber tatsächlich nur Sinn, wenn man den ganzen Kanal anfasst. Wenn nur eine Brücke zu niedrig oder eine Schleuse zu kurz ist, bringt das alles nichts“, so Brackmann. Und weil die Europäische Union künftig nur noch Häfen fördert, die eine Hinterlandanbindung auf dem Wasserweg haben, hat der Elbe-Lübeck-Kanal für Lübecks Hafen eine existenzielle Bedeutung.

Timo Jann

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