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Lauenburg Ungewöhnlicher und seltener Räuber, der singt
Lokales Lauenburg Ungewöhnlicher und seltener Räuber, der singt
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18:22 04.11.2017

Raubwürger, was für ein emotional besetzter Name für einen Singvogel, nicht weniger der lateinische Gattungsname Lanius, Schlachter! An Zweigstummeln aufgespießte oder in Astgabeln eingeklemmte Mäuse und Meisen, manchmal ohne Kopf, haben zu solchen unschönen Assoziationen geführt, wozu auch die schwarze „Räubermaske“ passt.

Schlichtungsversuche durch die Umbenennung in Grauwürger haben sich nicht durchgesetzt, wären ja auch nur eine halbe Sache, weil der Würger bleiben würde. Der Raubwürger ist wirklich ein ungewöhnlicher Vogel, knapp so groß wie eine Amsel, aber mit längerem Schwanz. Im Winterhalbjahr stehen die Beobachtungschancen gar nicht so schlecht, denn er sitzt dann gern frei auf den Spitzen halbwüchsiger Bäume oder besonders auffällig auf niedrigen Leitungsdrähten und es gibt Zuzug aus dem Norden. Weil Insekten und Eidechsen in ihren Winterverstecken verborgen sind, jagt er Mäuse und bei Schnee auch Kleinvögel.

Leider ist der Raubwürger in Schleswig-Holstein akut vom Aussterben bedroht, landesweit haben wohl dieses Jahr nicht mehr als fünf Paare gebrütet, eins davon im Kreis Herzogtum Lauenburg. In Nord- und Osteuropa und in den unermesslichen Weiten Sibiriens ist der Raubwürger aber nicht gefährdet, liebt den lockeren Baumbestand an der Grenze zwischen Taiga und Tundra. Ähnlich offene Lebensräume braucht er auch bei uns, aber leider haben die großen Anstrengungen um eine entsprechende Landschaftsgestaltung auf dem Büchener Sander nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

TEXT: KARSTEN GÄRTNER / FOTO: WOLFGANG BUCHHORN

LN

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