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Lauenburg Unter Brücken ist der Fischotter wasserscheu
Lokales Lauenburg Unter Brücken ist der Fischotter wasserscheu
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20:12 03.02.2018
Mölln

Welches ist das größte Landraubtier Schleswig-Holsteins? Der Fischotter! Mit 90 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge plus 40 Zentimetern Schwanz übertrifft er Fuchs und Dachs.

Der Otter ist mit seinem langgestreckten Körper allerdings deutlich leichter als Reineke und Grimmbart und viel seltener. Obwohl die Jagd auf ihn in Schleswig-Holstein schon 1968 verboten wurde, rangierte unser Wassermarder noch lange am Rande des Aussterbens. Erst seit dem Jahr 2000 geht es deutlich bergauf, aber nicht von selbst.Aus umfangreichem Monitoring, also Bestandserhebungen, haben sich die Ansätze für wirksame Schutzmaßnahmen ergeben. Zwar wird der Fischotter selten gesehen, aber er verrät sich durch regelmäßig benutzte Ausstiege am Ufer, durch Fraßreste und durch seine unverwechselbaren Fußabdrücke, die die Schwimmhäute erkennen lassen. Die auffälligsten Beweise für die Anwesenheit des Otters waren aber leider immer wieder Straßenverkehrsopfer. Hier musste dringend angesetzt werden. Wo Otter regelmäßig über Land wandern, wenn sie von einem Gewässer ins andere wechseln wollen, haben Trockentunnel Abhilfe gebracht, die auch vielen anderen Wildtieren von der Maus bis zum Reh die gefahrlose Unterquerung von Straßen ermöglichen.

Ein zunächst unerwartetes Problem hat der Otter, wenn ein Bach unter einer Straße hindurch fließt, unter einer Brücke oder durch einen Tunnel: Er mag nicht hindurch schwimmen! Hier hilft nur eine sogenannte Otterberme, ein künstliches Ufer als Steinschüttung oder als Laufsteg, fest montiert oder schwimmend. Der Erfolg hat den Rettern Recht gegeben – das haben Wildkameras bewiesen.

 TEXT: KARSTEN GÄRTNER/FOTO: WOLFGANG BUCHHORN

LN

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