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Lauenburg Unterschriften für die Volkshochschulen
Lokales Lauenburg Unterschriften für die Volkshochschulen
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00:00 21.10.2012
Herzogtum Lauenburg

Mölln/Schwarzenbek – „Wenn der Kreis uns tatsächlich die gesamte Förderung streicht, dann wäre das wohl bundesweit einmalig.“ Herbert Hoffmann, dem Vorsitzenden der Kreisvolkshochschule, ist anzumerken, wie ihm das Thema nach fast 30 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in der VHS-Erwachsenenbildung regelrecht an die Nieren geht. Aber was sich gerade bei den Etatberatungen der Kreisgremien über den Volkshochschulen zusammenbraut, wollen der Mann aus Sandesneben und seine vielen Mitreiter im ganzen Kreisgebiet und noch viel mehr Nutzer der VHS-Angebote, die so genannten Hörer, nicht klaglos hinnehmen.Schon seit einigen Wochen liegen in den Kursen, Lehrgängen, Seminaren und den anderen Veranstaltungen der Volkshochschulen Listen für Protestunterschriften aus. Die bisherige Resonanz wird von Hoffmann als ermutigend für das Anliegen von Mitarbeitern, Dozenten und Hörern der VHS gewertet. Vor wenigen Tagen fanden sich allein in Berkenthin und Nusse bereits 250 Namen auf den Listen, in Geesthacht waren es etwa doppelt so viele. Die Aktion soll am 6. November mit der Übergabe der Unterschriften im Kreisbildungsausschuss abgeschlossen werden.Die drohende Totalstreichung, die ab 2014 gelten soll, wird auch auf Landesebene aufmerksam verfolgt. Monika Peters, die stellvertretende Verbandsdirektorin des Landesverbandes der Volkshochschulen, sagte den LN, dass in Schleswig-Holstein bisher kein Kreis die VHS-Förderung völlig gestrichen habe: „Das ist ausgesprochen wichtig, dass sich die Kreise beteiligen.“ Das Fördergeld aus der Kreiskasse, in den vergangenen fünf Jahren schon massiv abgebaut, wird nämlich nach der Einwohnerzahl auf die örtlichen Volksschulen verteilt und hilft entscheidend mit, die Teilnehmergebühren auf einem „sozialverträglichen Niveau“ zu halten, wie Kathrin Krüger, die Leiterin der Volkshochschule Schwarzenbek sagt. Fließt der Zuschuss nicht mehr, drohen massive Folgen: „Ohne die jährliche Förderung erhöhen sich die Kursgebühren, fallen Ermäßigungen weg, wird das Bildungsangebot stark eingeschränkt, werden Kooperationen erschwert, und schlimmstenfalls müssten Volkshochschulen ihre Arbeit einstellen“, heißt es in einer VHS-Stellungnahme.Eine Komplettstreichung wäre nach Ansicht der Betroffenen nicht nur bildungspolitisch ein Desaster, sondern rechtlich gar nicht zulässig, weil die Landesverfassung in Artikel 9 die Kreise eindeutig in die Förderpflicht nehme. Aber selbst bei einer Teilrücknahme der Kürzungspläne befürchtet VHS-Chef Hoffmann Schlimmes: „Wenn man uns nur 50 Prozent streicht, wäre das für unsere Arbeit auch schon tödlich, das könnten wir nicht ausgleichen.“ Geesthachts VHS-Leiterin Gesa Häsler sieht noch nicht alles verloren: „Wir hoffen auf die Einsicht der Politiker.“

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