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Lauenburg VIER FRAGEN AN . . .
Lokales Lauenburg VIER FRAGEN AN . . .
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13:23 24.12.2015
. . . Barbara Hergert (53), Beraterin beim Demenznetz Herzogtum Lauenburg und Altenpflegerin. Quelle: fg

1Wie können Sie Betroffenen und Angehörigen über das Demenznetz Hilfe bieten?

Zunächst einmal müssen wir zuhören. Wir ergründen die häusliche Umgebung und Familienverhältnisse. Die Menschen quellen über vor Ängsten und Sorgen. Sie haben ganz ungenaue Vorstellungen davon, was auf sie zukommen wird. Wenn wir nicht selbst helfen können, vermitteln wir weiter an einen Demenznetz-Partner in Wohnort-Nähe. Konkret geht es zum Beispiel um finanzielle Beratungen über Leistungen in Sachen Pflegeversicherung. Aber auch die zeitliche Entlastung der Angehörigen über eine Tagespflege kann Sinn machen.

2Das Thema Demenz wird die Gesellschaft noch länger beschäftigen. Wer sollte sich darauf vorbereiten?

Wir alle müssen uns frühzeitig damit beschäftigen, weil wir immer älter werden — die demographische Entwicklung. Demenzielle Erkrankungen treten im Alter häufiger auf. Immer mehr Familien sind davon betroffen. Es trifft praktisch Menschen aus jeder Generation einer Familie. Es geht nicht mehr nur um einen einzigen pflegenden Angehörigen, der mit dem Betroffenen zusammenlebt und auf den die Probleme abgewälzt werden können. Es ist immer mehr ein Problem der gesamten Familie und des ganzen Wohnquartiers.

Letztlich ist Demenz deshalb ein gesellschaftliches Problem. Wir alle müssen uns fragen, wie wir damit umgehen wollen.

3Was genau muss ein Angehöriger aushalten?

Die Belastungssituation ist einfach enorm. Er muss immer für zwei denken und den gesamten Tag durchorganisieren. Wenn es sich um Eltern oder Partner handelt, fällt ja mit der Krankheit gleichzeitig die Hilfe im Alltag weg, die vorher auf mehrere Rücken verteilt wurde. Der Kopf ist dann voll. Wer in dieser Situation auch noch unzählige Behördenanträge ausfüllen muss, der braucht Hilfe.

4Wo müssen staatliche und private Institutionen im Gesundheitssektor nachbessern?

Es gibt bereits vielfältige Angebote für Betroffene und Angehörige im Bereich der Demenz. Doch es mangelt am offenen Austausch über diese Angebote. Die Anbieter von Leistungen für Demenzkranke müssen sich besser vernetzen und über den Tellerrand schauen. Ein Anbieter allein kann selten ein umfangreiches Hilfspaket schnüren, da hakt es. fg

LN

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