Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Vattenfall wird Kies aus Dachsanierung nicht los

Geesthacht Vattenfall wird Kies aus Dachsanierung nicht los

Im Frühjahr hatte bekanntgewordener Baupfusch beim Bau des Atomkraftwerkes Krümmel für Irritationen gesorgt. Inzwischen ist das Dach der „heißen Werkstatt“ saniert. Doch Vattenfall wird den Bauschutt nicht los.

Voriger Artikel
Brummi-Schlange in der Gudower Feldmark
Nächster Artikel
Konkurrenz zwischen VHS und Sportvereinen

Die Bigpacks, randvoll mit Dachpappe und Kies, lagern seit Monaten vor dem Kraftwerksgebäude und warten auf ihre Entsorgung. FOTOS: HOLGER MAROHN

Geesthacht. Es geht um groben Kies, der auf dem Dach gelegen hatte, und Dachpappe als ehemalige Abdichtung. Seit Monaten liegen große Müllsäcke, so genannte Bigpacks, hinter Bauzäunen auf dem Gelände. Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne), verantwortlich auch für die Atomaufsicht, steckt in der Zwickmühle. Der BUND-Anti-Atomkraft Aktivist Gerhard Boll fordert eine offene Diskussion.

LN-Bild

Bauabfall des Atomkraftwerkes lagert in Bigpacks – Habeck in der Zwickmühle.

Zur Bildergalerie

„Wenn wir den Bauabfall freimessen und damit die Unterschreizung der Grenzwerte nachweisen, verweigern die Deponien die Annahme, weil er freigemessen ist“, sagt Habeck. Wenn er hingegen sage würde, fahrt den Müll wie andere Bauabfälle einfach auf die Deponie, was ja eigentlich so auch richtig wäre, müsse er sich Kritik anhören, wie man Müll aus einem Atomkraftwerk einfach so auf eine Deponie fahren könne. Und so liegt der Bauabfall weiter unter freiem Himmel herum. Zwischen Vattenfall und dem Ministerium ist das Müllproblem seit Monaten Diskussionsthema – zuletzt bei einem Besuch Habecks in Krümmel am Montag.

Argumente gegen die Weigerungshaltung der Deponiebetreiber zur Annahme von freigemessenem Abfall auf Atomkraftwerken liefert dem Ministerium und Vattenfall jetzt ein gestern veröffentlichtes Gutachten im Auftrag des baden-württembergischen Umweltministeriums. Danach bestünden „keine zusätzlichen Risiken durch Deponierung von unbelastetem Bauschutt aus dem Rückbau von Kernkraftwerken“.

Anlass für das dortige Umweltministerium, einen im Juni vorsorglich verhängten Anlieferstopp für freigemessene Abfälle aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen mit sofortiger Wirkung wieder aufzuheben. „Wir haben detailliert berechnen lassen, ob von abgelagerten freigemessenen Abfällen bei der Nachnutzung einer stillgelegten Deponie eine zusätzliche Gesundheitsgefahr ausgeht. Das ist nicht der Fall, weder für Erwachsene noch für Kleinstkinder, weder bei einer landwirtschaftlichen Nachnutzung noch bei einer Überbauung mit Straßen oder einer Freizeitanlage“, begründet der grüne Umweltminister in Stuttgart, Franz Untersteller, die Entscheidung. Das gelte auch für den Fall, wenn die Deponieabdichtung nach 100 Jahren undicht werden würde. Für ein Anlieferungsverbot für freigemessene Abfälle auf Deponien bestehe deshalb kein Grund mehr, sagt Untersteller.

BUND-Vorstandsmitglied Gerhard Boll aus Geesthacht warnt jedoch davor, Deponiebetreiber zur Einlagerung zu zwingen. „Sobald die Bürger erfahren, dass auf einer Deponie in ihrer Nähe freigemessener Atommüll eingelagert werden soll, gehen sie auf die Barrikaden“, sagt Boll. Einzige Möglichkeit sei aus seiner Sicht daher zu versuchen, die Bevölkerung zu überzeugen. Dazu gehöre, eine offene Diskussion zu führen und eventuell die Grenzwerte für freigemessenen Atommüll zu verschärfen. Eine andere Variante wären für eine Übergangszeit Extra-Deponien an den Standorten „innerhalb des Zaunes“. „Wir haben alle seit Jahrzehnten den billigen Atomstrom gezapft. Daher müssen wir auch jetzt alle die Konsequenzen tragen“, mahnt Aktivist Boll.

Abfälle aus Atomkraftwerken

Mit der Freimessung von radioaktiven Abfällen wird über deren Freigabe entschieden und damit die Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung.

Beim Vorgang des Freimessens wird die radioaktive Strahlung von Abfällen geprüft. Material, dessen Aktivität nachweislich die Freigabewerte der Strahlenschutzverordnung unterschreitet, gilt als freigemessen. Danach fällt dieser Abfall mehr unter das Atomrecht, sondern unter das Abfallrecht.

 Holger Marohn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den Juli 2017.

Wie sollte die Bundesregierung in der Türkeipolitik vorgehen?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Essen und Trinken
    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich ausgefallene Restaurants und welcher Wein passt wozu.

    Hier erfahren Sie alles rund um die Themen Essen und Trinken. Neue Rezepte und Tipps, worauf muss ich bei den Lebensmitteln achten, wo finde ich au... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.