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Lauenburg Ver.di: Die schlechten Jobs machen Frauen
Lokales Lauenburg Ver.di: Die schlechten Jobs machen Frauen
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20:18 05.09.2013

Im Herzogtum Lauenburg haben Frauen die schlechteren und die schlechter bezahlten Jobs. Sie werden in Teilzeit- und Mini-Jobs gedrängt. Nach Angaben des Pestel-Instituts Hannover sind lediglich 37 Prozent aller Vollzeitstellen im Landkreis mit Frauen besetzt. Ganz anders bei den Teilzeit- und Mini-Jobs: Hier beträgt der Frauenanteil 74 Prozent.

„Frauen machen immerhin rund 9170 Mini-Jobs. Gerade hier ist das Niedriglohn-Risiko am höchsten: Zwei von drei der Mini-Jobs werden mit weniger als 8,50 Euro pro Stunde bezahlt. Oft liegen sie sogar weit darunter“, sagt Sabine-Almut Auerbach von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Die Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Südholstein spricht von einer „Niedriglohn-Schicht“, die vom „fair bezahlten und damit anständigen Arbeitsmarkt“ mehr und mehr abgekoppelt werde. „Gerade Frauen werden als billige Arbeitskräfte von Teilen der heimischen Wirtschaft regelrecht ausgenutzt“, so Auerbach.

Gemeinsam mit ver.di übt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) heftige Kritik an der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis: „Arbeitsplätze, von denen man leben kann, werden systematisch abgebaut. Mini-Jobber übernehmen die Arbeit von Vollzeitkräften. Jobs werden zerschlagen, Löhne gedrückt“, sagt Dirk Himmelmann. Der Geschäftsführer der NGG-Region Lübeck belegt dies mit Zahlen vom Pestel-Institut, das ver.di und NGG damit beauftragt haben, die regionale Arbeitsmarktsituation zu beurteilen. Demnach hat die Zahl der Mini-Jobs in den vergangenen zehn Jahren um 65 Prozent zugenommen. „Mini-Jobber sind moderne Tagelöhner“, so Himmelmann. „Wer für einen Dumpinglohn schuftet, der fühlt sich von der Gesellschaft mit Füßen getreten. Und das völlig zu Recht“, sagt Sabine-Almut Auerbach. Die Bundesregierung habe hier „auf ganzer Linie versagt“. Seit Jahren stemme sie sich gegen einen gesetzlichen Mindestlohn. „Dabei wird es höchste Zeit, diese Notbremse zu ziehen. Arbeit darf nicht länger nach dem Geiz-ist-geil-Prinzip auf den Wühltischen der Arbeitsvermittler angeboten werden“, so die ver.di-Bezirksgeschäftsführerin. Vordringliche Aufgabe der neuen Bundesregierung müsse es daher sein, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro einzuführen.

LN

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