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Lauenburg Verband: Politik soll Fachkräftemangel beheben
Lokales Lauenburg Verband: Politik soll Fachkräftemangel beheben
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19:12 07.06.2017
Norbert Brackmann (M.) im Gespräch mit Nicole Marquardsen und Oliver Franke vom VSW. Quelle: Foto: Hfr

Der Fachkräftemangel ist für die Wirtschaft eine Gefahr: Das bestätigt die jüngste Konjunkturumfrage des VSW (Verband und Serviceorganisation der Wirtschaftsorganisationen Schleswig-Holstein und Hamburg), laut der 70 Prozent der Unternehmer im Fachkräftemangel das zentrale Problem sehen.

Zu diesem Thema trafen sich jetzt Geschäftsführer von VSW-Mitgliedsunternehmen mit Norbert Brackmann, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Herzogtum Lauenburg/ Stormarn-Süd. Dabei formulierten sie ihre Wünsche an die Politik. Brackmann versprach, die Anliegen nach Berlin weiterzutragen.

Der Fachkräftemangel betreffe nahezu alle Bereiche. Während die Wirtschaft mit der Aus- und Weiterbildung von Arbeitskräften und der Einführung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen durch flexible Modelle bereits viel tue, um den Mangel zu beheben, sehen die Unternehmer auch die Politik in der Pflicht. „Das Anliegen der Unternehmer ist, dass die Politik insoweit deutlich weitergehend tätig wird, als dies in der Vergangenheit der Fall war“, heißt es in einer Mitteilung des VSW, der 358 Mitgliedsunternehmen repräsentiert. Es sei „eine tragische Entwicklung“, wenn Wirtschaftswachstum unterbleibe, weil nicht hinreichend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Zu den Forderungen gehört, dass das Image handwerklicher Berufe durch gezielte staatliche Maßnahmen wieder zu erhöhen sei. Schulpolitik solle in einem frühen Stadium dafür sorgen, dass junge Menschen den Schulabschluss machten, der ihren Fähigkeiten entspreche. In den letzten Jahren strebten nach Meinung des VSW zu viele Schüler einen gymnasialen Abschluss an, auch wenn nach ihren Fähigkeiten ein alternativer Schulzweig sinnvoller wäre. Um eine Image-Verbesserung geht es dem VSW auch für berufstätige Mütter – hier gebe es immer noch Vorbehalte in der Gesellschaft, die es abzubauen gelte.

Zudem müssten die Betreuungsangebote weiter ausgebaut werden. Flexible Arbeitszeitmodelle und Jobsharing seien für kleine und mittelständische Unternehmen ein Problem, weil kaum jemand nachmittags arbeiten wolle. „Wenn insoweit staatliche Förderungen erfolgen würden, könnte sich die Situation möglicherweise bessern“, so der VSW.

Er macht sich darüber hinaus stark für eine sinnvolle Zuwanderungsgesetzgebung und vor allem vereinfachte Verfahren für die Beschäftigung von Arbeitskräften aus Drittländern. „Für Migranten und Flüchtlinge muss der Zugang zum Arbeitsmarkt weitergehend und nachhaltig gefördert werden, ältere Arbeitskräfte sollten dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben.“ Der Fachkräftemangel stelle bereits jetzt eine Wachstumsbremse dar, warnt der VSW. Die Unternehmer hielten es deshalb für erforderlich, dass die Bundesregierung konkrete Maßnahmen ergreifen solle.

LN

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