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Verfahren wegen Hitlergruß eingestellt

Mölln Verfahren wegen Hitlergruß eingestellt

Ein 21-Jähriger Handwerker hat sich am Dienstag vor dem Amtsgericht Ratzeburg den Vorwürfen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Bedrohung verantwortet - er soll eine Verbindung zu den „Koberger Jungs“ haben. Der Richter hat das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt.

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Mölln. Der Handwerker mit Verbindungen zu den „Koberger Jungs“, aus deren Dunstkreis zuletzt ein Rechtsrockkonzert im „Koppelkaten“ organisiert wurde, ist angeklagt worden, weil er auf einem Fest den Hitlergruß gezeigt haben soll. Ein Berufssoldat auf Besuch, der in Süddeutschland lebt, will dem Angeklagten im November 2015 im Dorfgemeinschaftshaus gesagt haben, dass sein Verhalten verfassungsfeindlich sei. Er habe ihn gebeten, den Hiltergruß zu unterlassen. Daraufhin seien der Soldat und seine schwangere Frau nach Verlassen des Festes von zwei Autos verfolgt und später bedroht worden. Das Verfahren gegen den heute 21-Jährigen und einen etwa ein Jahr jüngeren Mitangeklagten ist gegen Zahlung einer Geldauflage vorläufig eingestellt worden.

„Wenn da noch so etwas kommt, dürfen sie nicht auf Milde hoffen“, erklärte Richter Prof. Dr. Frank Rose in Richtung der Angeklagten. Rose fragte rhetorisch, wie sie sich wohl fühlen würden, wenn nachts eine „Rotte“ vor ihrem Haus stände und sie denken würden, gleich gäbe es Ärger. Das Gericht schenkte den Angaben des Soldaten sowie eines Feuerwehrmannes, der ebenfalls eine Bedrohungslage erkannte, weitgehend Glauben.

„Er sagte, ich würde mit meiner Meinung über den Hitlergruß alleine dastehen. Wenn ich meine Meinung nicht ändere, wäre ich tot“ , berichtete der Berufssoldat im Zeugenstand über den Angeklagten.

Seine schwangere Frau habe Angst bekommen und erklärt, der 21-Jährige würde seine rechtsradikalen Freunde von den „Koberger Jungs“ holen. Andere Gäste im Dorfgemeinschaftshaus hätten keine Anstalten gemacht, den Hitlergruß zu kritisieren.

Der Angeklagte erklärte, er könne nicht ausschließen, den Hitlergruß gezeigt zu haben. Allerdings sei seine Erinnerung aufgrund des Alkoholkonsums gering. „Wenn ich es gemacht habe, dann sollte es nur eine Provokation sein.“ Er schließe auch nicht aus, dass er den Soldaten bedroht habe. „Aber wenn, dann habe ich das nicht ernst gemeint.“

Sein Mitangeklagter gab zu, das Auto zur Übernachtungsmöglichkeit des Berufssoldaten im Dorf gefahren zu haben, wo es laut Staatsanwaltschaft zu der Bedrohung gekommen sei. Beide stritten ab, zu den „Koberger Jungs“ zu gehören. Man begrüße lediglich einige von denen „mit Handschlag“. Zeugen hingegen dachten, er gehöre dazu. Der 21-Jährige gab an, nicht ausländerfeindlich zu sein. Die Angeklagten hatten anfangs geschwiegen. Erst, als Richter, Verteidiger und Staatsanwalt nach einem Rechtsgespräch in Aussicht stellten, das Verfahren einzustellen, äußerten sie sich.

Die beiden jungen Männer hätten unreif gehandelt und wurden aufgrund der Einschätzung der Jugendgerichtshilfe nach dem Jugendgerichtsgesetz behandelt. Das Verfahren gegen die Angeklagten wurde vorläufig eingestellt mit Geldauflagen in Höhe von 1000 beziehungsweise 500 Euro. Der Vorfall wird bis sie 24 Jahre alt sind im Erziehungsregister gespeichert. Werden die jungen Männer bei ähnlichen Delikten erwischt, droht ihnen eine deutlichere Strafe nach dem Strafrecht für Erwachsene.

Vorfälle in Koberg

Ein Rechtsrockkonzert im „Koppelkaten“ in der Gemeinde Koberg im Juni 2016 löste viel Trubel aus. Der Staatsschutz ermittelte. Bürgermeister und Gemeindevertreter verurteilten, dass die rechtsradikale Hooliganband „Katagorie C“ spielte. Später gab es einen Farbbeutelanschlag auf den „Koppelkaten“. „Ich habe gehört, dass die Koberger Jungs aggressive Jugendliche sind, die rechtsradikale Parolen schreien“, erklärte ein Zeuge im aktuellen Gerichtsverfahren. Er und andere Dorfbewohner hätten gehört, dass der Angeklagte den „Koberger Jungs“ nahe stehe oder zu ihnen gehöre.

 ln

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