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Lauenburg Verfolgungsjagd mit Schießerei
Lokales Lauenburg Verfolgungsjagd mit Schießerei
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23:46 29.01.2016
Quelle: Jens Burmester
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Wentorf

Nach Polizeiangaben sollte der 59-jährige Audifahrer aus Trittau gegen 21 Uhr in Trittau von einer Polizeistreife kontrolliert werden, missachtete aber die Anhaltezeichen und gab Gas. Dabei fuhr er fast Fußgänger um, die dort gerade unterwegs waren. Bei der wilden Verfolgungsjagd durch Grönwohld, Schönberg bis nach Sandesneben war der Audi Q5 mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und fuhr zeitweise ohne Licht. Nur etwa 200 Meter hinter dem Ortseingang von Sandesneben zog der Fahrer den Audi plötzlich scharf nach rechts und fuhr Richtung Wentorf.

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Die spektakuläre Verfolgung eines flüchtigen Autofahrers.

Yasmine von Rumohr ging zu diesem Zeitpunkt gerade mit ihrem Hund spazieren.  „Plötzlich rauschte ein dunkles Auto an mir vorbei und die Polizei hinterher“, berichtet die Augenzeugin. Sie hatte schon zuvor das Martinshorn in einiger Entfernung gehört, dem aber zunächst keine Bedeutung beigemessen. „Ich habe mich richtig erschrocken, als die beiden Autos an mir vorbeifuhren. An der Kreuzung sind die einfach weitergefahren, ohne anzuhalten. Kurz darauf fielen mehrere Schüsse. Da hab ich Angst gekriegt und bin schnell nach Hause gelaufen.“

Bevor es zu den Schüssen eines Polizeibeamten kam, rammte der Trittauer bei seiner Amokfahrt einen Streifenwagen der Polizei und raste auf einen Beamten zu, der ihn anhalten wollte. Der Beamte konnte sich gerade durch einen Sprung an die Seite in Sicherheit bringen. Mindestens zwei Polizeikugeln trafen die beiden Reifen auf der Beifahrerseite des Audis, ein weitere hat offenbar die hintere Seitentür getroffen. Trotz der platten Reifen versuchte der Trittauer immer noch zu flüchten. Doch wenige hundert Meter weiter blieb er vor einer Tischlerei stehen. Inzwischen waren vier weitere Polizeiautos eingetroffen. Der Fahrer wurde aus seinem Auto geholt und vorläufig festgenommen. Noch vor seinem Auto kollabierte der Mann und brach zusammen. Die Besatzung eines herbeigerufenen Rettungswagens und ein Notarzt behandelten den Mann, ehe er in die Uniklinik nach Lübeck gebracht wurde. Der Trittauer ist bei der Polizei bekannt.

Der zentrale Kriminaldauerdienst aus Lübeck übernahm noch in der Nacht die Spurensicherung und sammelte Patronenhülsen von der Straße ein. Der Audi wurde sichergestellt und abgeschleppt. Menschen wurden nicht verletzt. Der Trittauer war in der Klinik bereits wieder ansprechbar. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass der Mann unter dem Einfluss von Medikamenten und Alkohol stand. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Jens Burmester

factbox

Ein Augenzeuge schilderte den LN seine Beobachtungen:

"Zunächst hat meine Tochter die Schüsse gehört und mich darauf aufmerksam gemacht. Beide haben wir dann gesehen, wie ein Polizeiwagen mit Blaulicht vom Tatort wegfuhr. Etwa 30 Minuten später kam die Polizein erneut, es handelte sich sowohl um die Bundespolizei (Spurensicherung) wie auch die lokale Schutzpolizei. Zwischendurch waren Sirenen zu hören, keine Ahnung, ob das in Zusammenhang damit stand, ist aber nachts auf dem Land auch nicht so üblich.
Man konnte dann gut sehen, wie die Beamten den Tatort mit Taschenlampen absuchten. Nach ein paar Minuten bin ich runtergegangen und habe einen der Beamten angesprochen, der aber nichts sagen wollte. Auf der Straße waren gut sichtbar die Hülsen oder auch Projektile eingekreist. Es fiel einmal das Wort Projektil, also muss wohl ein Schuss von irgendwas (von einem Fahrzeug?) abgeprallt sein. Ein Beamter fotografierte die eingekreisten Gegenstände. Gleichzeitig kam aus Richtung Linau ein Abschleppwagen des ADAC auf dem ein stark beschädigter (Windschutzscheibe erheblich eingedellt) Wagen, ich denke, dunkler Audi stand . Die Beamten wollten wegen der Spurensicherung den Abschleppwagen zunächst nicht durchlassen.
Nachdem alle Gegenstände auf der Straße eingesammelt waren, rückte die Polizei nach etwa 20 Minuten wieder ab."

 

factbox

Waffen werden nur selten eingesetzt

„Es kommt immer wieder mal vor, dass es zu Verfolgungsfahrten kommt, weil sich Autofahrer der Kontrolle durch die Polizei entziehen wollen“, sagt der Leiter der Stabsstelle der Polizeidirektion Ratzeburg, Torsten Gronau. Nur selten müssten die Beamten dabei ihre Dienstwaffe einsetzen. Seit einiger Zeit kommt bei der Polizei auch der so genannte Stopp-Stick zum Einsatz, der die alten Nagelketten abgelöst hat. „Der Einsatz eines solchen Mittels war in Wentorf auf Grund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich“, erläuterte Gronau. Der Trittauer Autofahrer müsse sich nun wegen Straßenverkehrsgefährdung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie wegen des Fahrens unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss verantworten. Seine Fahrerlaubnis muss er abgeben. Wie lange die Sperrfrist sein wird, muss ein Gericht entscheiden. Allerdings erscheint es als sicher, dass der Mann vorher ein medizinisch-psychologisches Gutachten über sich ergehen lassen muss, den sogenannten „Idiotentest“.

jeb

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