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Lauenburg Verhaltener Jubel auf den Wahlpartys der CDU
Lokales Lauenburg Verhaltener Jubel auf den Wahlpartys der CDU
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20:52 25.09.2017
Wie hat sich die AfD weiter entwickelt, wie viele Stimmen hat die eigene CDU geholt? Sven Michelsen (links) und Rasmus Vöge schauen gebannt auf ihre Mobiltelefone. Kreisparteichef Klaus Schlie (Mitte) im Gespräch. FOTOS (2): HH
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Mölln/Lauenburg

Die Tagesschau ist noch nicht vorbei, da elektrisiert eine Nachricht die Christdemokraten in der Parteigeschäftsstelle am Mühlenplatz: Fast 18 Prozent für die AfD in der Waldstadt. „Uns geht's doch gut?“, fragt Christiane Gehrmann, Möllner CDU-Ortsvorsitzende, etwas ratlos. Der Wohlstand wachse, Deutschland sei ein Pol der Stabilität in der Welt. Trotzdem steigt die Zahl der Unzufriedenen.

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Eigentlich sollte die stärkste Kraft bei den ersten Hochrechnungen jubeln: Doch die CDU in Mölln und Lauenburg verfolgte die Prognosen mit versteinerter Miene und Sorge. Verluste zu Gunsten der Populisten trübten den Sieg. Später gab es dann unerwartete Fangesänge.

„Wir rätseln immer noch über das Programm der AfD“, erklärte auch Norbert Brackmann auf der Wahlparty der CDU im Lauenburger Hotel Bellevue. Bislang habe die Partei sich nur gegen bestimmte Sachverhalte gewendet und Stimmen der kritischen Wähler geholt. Über eine Million Stimmen für die AfD seien aus dem Nichtwählerpotenzial gekommen. Bislang sei aber unklar, was die AfD eigentlich wolle. „Auf diesem Gebiet werden wir sie jetzt stellen“, so Brackmann. Der Direktkandidat hatte die ersten Hochrechnungen zusammen mit Andrea Tschacher mit versteinerter Miene verfolgt. Die Verluste der CDU und die Gewinne der Populisten trübten später auch die Freude darüber, dass Brackmann das Direktmandat gewonnen hat. „Ich freue mich darüber, dass die CDU wieder stärkste Kraft geworden ist.

Zur Wahrheit gehören jedoch auch die Verluste“, sagt Andrea Tschacher. Jubeln konnte die Politikerin, die ohne Erfolg bei der Landtagswahl kandidiert hatte, erst wieder, als sie hörte, dass sie wahrscheinlich in Kiel nachrücken wird.

Zurück nach Mölln: Während im TV die Berliner Runde diskutiert, kommt Klaus Schlie, CDU-Kreisvorsitzender, Landtagspräsident und Ur-Möllner auf die Party und äußert sich: „Es ist schrecklich, dass eine solche Partei in den Bundestag einzieht. Aber die Leute haben die AfD ja nicht aus Spaß gewählt, sondern weil sie Sorgen haben.“ Eine Große Koalition wolle keiner mehr. Alle Parteien müssten nun ihre Hausaufgaben machen. Er kann der Idee eines Jamaika-Bündnisses auch auf Bundesebene viel abgewinnen. In Kiel funktioniere der Ausgleich von Ökonomie und Ökologie bereits.

In Lauenburg sorgte am Ende die Junge Union mit Musik für gute Laune. Ein schlichter CDU-Song im Chorgewand zauberte den Politikern ein Lächeln aufs Gesicht – junge Anhänger machen Hoffnung.

Von Florian Grombein und Hanno Hannes

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