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Lauenburg Verjüngungskur im Park: Möllns Pegasus-Festival lockte Hunderte
Lokales Lauenburg Verjüngungskur im Park: Möllns Pegasus-Festival lockte Hunderte
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14:45 23.05.2016
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Mölln

Das schreit nach Wiederholung: Das Pegasus-Open-Air in Mölln übertraf alle Erwartungen. Bereits am frühen Nachmittag genossen verteilt auf den Park etwa 400 Besucher ein frisches Rock-Pop-Konzert. So jung war der Kurpark wohl seit Ewigkeiten nicht. Acht Bands zeigten auf der gut ausgestatteten Bühne bei klarem Sound, wie viel musikalisches Potenzial im Lauenburgischen steckt. Rock, Punk, Rap und Deathmetal gab es auf die Ohren. Auch die Technik und das Wetter spielten mit.

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Beim Debüt des jungen Rock-Pop-Konzerts in der Eulenspiegelstadt zeigten Teens und Twens ihre Vorstellung von einer guten Party – Bereits nachmittags feierten 400 Leute zu den Bands.

„Ich träume seit 23 Jahren davon, so etwas im Kurpark zu veranstalten“, sagte Schulsozialarbeiter Axel Michaelis fast ein bisschen gerührt. Sein Blick schweifte dabei über die gutgelaunten Gäste. Wer nicht vor der Bühne feierte, saß auf Decken im Gras und genoss Musik und Sonnenschein. Es waren die optimalen Bedingungen, um einen ganzen Tag bis in die Abendstunden draußen zu verbringen. Nachdem die Band „Fortunes Fail“ um etwa 14.30 Uhr gleich zu Anfang mit schmutzigen Gitarrenriffs, nachdenklichen Texten und rasantem Schlagzeug das volle Brett Punkrock bot, setzte Rapper „Frank-Walter P.“ danach auf lässigen Hip-Hop mit politischen Aussagen.

Seine klare Botschaft gegen Fremdenhass und für die Legalisierung von Marihuana kam zumindest bei den jungen Zuschauern sichtlich gut an. Einige ältere Besucher, die zufällig durch den Kurpark spazierten, blickten etwas irritiert auf die Bühne, als die Sprache derber wurde. „Wir sind sehr zufrieden. Unser Traum von einem Festival in Mölln geht endlich in Erfüllung“, erklärte Organisator Florian Klein, als er sich im Backstagebereich an seiner Gitarre warm spielte. Später ging der Möllner mit seiner Combo „About Blank“ selbst auf die Bühne. „Dieses Festival sticht im Lauenburgischen echt hervor“, sagte auch der Gitarrist der Ratzeburger Deathmetal-Combo „Fleshcult“. Sie heizte den Besuchern als Headliner zwischen 21 und 22 Uhr ein. Er freue sich auch darüber, dass Nichtregierungsorganisationen wie „Viva con Aqua“ aus Lübeck dabei seien, um ihre Botschaft zu verbreiten.

Jugendliche vernetzen und in die Öffentlichkeit holen – all das scheint mit dem Festival gelungen. Im Kurpark tummelten sich Leute aus allen Ecken des Kreises – sogar aus Lübeck. Michaelis freut sich, dass die kulturellen Fördermittel des Kreises, die fast nur von der Stiftung Herzogtum Lauenburg verteilt werden, einem jungen Musikprojekt zu Gute kommen. Michaelis: „Die Stiftung hat Mut bewiesen.“

 Florian Grombein

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