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Verkehr soll auf Hindenburgstraße rollen

Mölln Verkehr soll auf Hindenburgstraße rollen

Möllns Politik hat beschlossen, die Hindenburgstraße auszubauen, um Verkehrsproblemen am Robert-Koch-Park (RKP) zu begegnen. Der Höhenweg soll zur Einbahnstraße werden. Die Schaffung eines Mobilitätskonzepts  wurde abgelehnt. Der Investor soll für eine Beschilderung zur B 207 sorgen.

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Zum Ärger der Anwohner soll die Hindenburgstraße ausgebaut werden, was die Straße wohl zur viel befahrenen Verkehrsader machen wird. Im Bauausschuss machten Anwohner am Robert-Koch-Park jetzt Luft. Eine zufriedenstellende Lösung für alle Anwohner scheint unmöglich.

Quelle: Foto: Grombein

Mölln. „Ich sehe diese ungerechte Verteilung des Verkehrs nicht ein“, sagt Dorit Bayer, Anwohnerin in der Hindenburgstraße. Seitdem der Uhrenkolk und der RKP gebaut wurden, führen 3000 bis 4000 Autos an ihrem Haus vorbei – die meisten zu schnell. Den Ausbau der Hindenburgstraße, vor allem die Begradigung der Kurve, werde dazu führen, dass noch mehr Leute zu schnell führen. Wer durch die neue Einbahnstraßenregelung nicht mehr über die Lange Straße fahren dürfe, rausche nun auch aus dem Süden kommend durch die Hindenburgstraße.

Anwohner Reinhard Brandt äußerte sich im Möllner Bauausschuss ebenfalls. Er hatte sich bereits im Dezember 2014 zusammen mit Anwohnern der Hindenburgstraße, der Robert-Koch-Straße oder etwa der Lange Straße dafür stark gemacht, die Schulstraße für den Verkehr zu öffnen. Auch jetzt noch vertritt er die Ansicht, der Verkehr könne dann besser abfließen.

Um die 1000 Menschen werden künftig im RKP leben und den Verkehr stark erhöhen, so Brandt. Die absolut wirkungsvollste Lösung sei es, kümmerliche 150 Meter in der Schulstraße zwischen Friedhof und Robert-Koch-Park auszubauen. Es gehe der „RKP-Anwohner-Interessengemeinschaft“ um gerechte Lastenverteilung. Im Hinblick auf die dortige Kita schlägt Brandt vor, eine Lärmschutzwand zu bauen.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Uwe Schlegel (SPD), sieht in diesem Ausbau der Schulstraße „keine gangbare Alternative“. Den Antrag auf den Ausbau der Hindenburgstraße hatte allerdings die Möllner CDU eingebracht. „Der Ausbau als Hauptzufahrt – verbunden mit dem Linksabbiegen vom Parkplatz des RKP-Haupthauses – bedingt, dass der größte Teil des Verkehrs zum RKP über die Hindenburgstraße an- und wieder abfährt“, heißt es im nun beschlossenen Antrag.

Damit würden die Nebenstraßen erheblich entlastet. Der Ausbau des Fußwegs „Schulstraße“ werde nur dazu führen, dass künftig die Anwohner der Schulstraße und Mittelstraße mehr mit Verkehr belastet würden. Die Folge eines Ausbaus Hindenburgstraße ist, dass Grundstücksverhältnisse geklärt werden müssen. Unter anderem Betroffen davon ist die Ev. Luth. Kirchengemeinde Mölln, deren Parkplatzflächen am Friedhof neu angeordnet werden müssen. Das Bauamt soll Ausbaukosten ermitteln.

Diverse Anwohner sind mit dem erhöhten Verkehr am RKP unglücklich. Eine Anwohnerin zeigte sich im Ausschuss enttäuscht, weil man damals in eine ruhige Seitenstraße gezogen sei und nun unter viel Verkehr leide. „Sie haben uns einen Klotz vor die Tür gesetzt“, sagte sie. Auf Vorschläge der Anwohner hörten Verwaltung und Investoren nicht. Regina Hälsig (Grüne) forderte Fachleute von außen anzuwerben, die ein Mobilitätskonzept erstellen sollten. Dieser Antrag fand keine Mehrheit. Es sei wichtig, endlich in die Zukunft zu blicken und sich nicht weiter im Kreis zu drehen, so Hälsig enttäuscht.

Swantje Meins (CDU) widersprach diese Forderung der Grünen. Zu diesem Zeitpunkt sei ein Konzept nicht zielführend, da sich das Baugebiet noch weiter entwickle. Bauamtsleiter Manfred Kuhmann gab zu bedenken, dass eine umfassende Verkehrszählung viel Geld koste und zu diesem Zeitpunkt möglicherweise nicht aussagekräftig sei.

Autoverkehr reduzieren

Das Mobilitätskonzept, das die Grünen in Auftrag geben wollten, sollte den Rad-, Fußgänger- und den Busverkehr am RKP stärken und den Autoverkehr reduzieren. Der Investor sollte aufgefordert werden, eine Mobiltätsberatung für die Beschäftigten, die Bewohner, die Anwohnenden und Kunden bereit zu stellen. Dieser Vorschlag wurde von einigen Ausschussmitglieder als Bevormundung der Bürger gesehen. Etwa Uwe Schlegel (SPD) wollte den Anwohnern nicht vorschreiben, auf das im ländlichen Raum dringend benötigte Auto zu verzichten.

 Florian Grombein

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