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Lauenburg Verkehrsplaner setzen auf Vernetzung
Lokales Lauenburg Verkehrsplaner setzen auf Vernetzung
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20:24 19.10.2013
Bei der Vernetzung der Verkehrsmittel geht es auch darum, Bahnen und Busse für die Radfahrer attraktiver zu machen. Dabei spielen die Möglichkeiten zur sicheren Abstellung der Zweiräder ein gewichtige Rolle. An denen fehlt es bisher sowohl in Mölln (oben) . . .
Ratzeburg

Die bessere Vernetzung von Bus, Bahn und Radwegen sowie neue Transportformen wie Sammeltaxis gehören zu den Schwerpunkten der Weiterentwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) im Kreis Herzogtum Lauenburg. Diskutiert werden die Perspektiven mit der Fortschreibung des Regionalen Nahverkehrsplanes 2014 bis 2018. Der RNVP-Entwurf umfasst knapp 160 Seiten mit einer Fülle von Bestandsanalysen, Statistiken und Entwicklungsperspektiven.

Ein Stiefkinder der Regionalplanung ist der ÖPNV im Kreisgebiet nicht. Im Gegenteil. Der inzwischen erreichte Qualitätsschub mit vor allem besseren Busverbindungen ist unbestritten und schon überörtlich gewürdigt worden. Vor zwei Jahren zeichnete der schleswig-holsteinische Fahrgastbeirat die lauenburgischen Verkehrsplaner in Verwaltung und Politik mit dem ÖPNV-Preis 2011 aus. Das erkennt auch der RNVP-Entwurf an: Das Lauenburgische „gehört heute zu den Kreisen mit der höchsten ÖPNV-Qualität in Schleswig-Holstein“, heißt es dort.

Verantwortlich für die Fortschreibung des dicken Konzeptes zeichnet das Lübecker Planungs- und Entwicklungsbüro „urbanus“. Stefan Luft, einer der Gesellschafter des Unternehmens, stellte die Grundzüge der Studie bereits im Kreistagsausschuss für Energie, Umwelt und Regionales bei einer Sitzung in Ratzeburg vor. Eine erste inhaltliche Diskussion gab es dort aber noch nicht. Die findet zurzeit in den Fraktionen statt. Das letzte Wort darüber, welche Rahmenvorgaben es für die Weiterentwicklung des ÖPNV im Kreisgebiet bis 2018 geben soll, hat der Kreistag. Voraussichtlich steht der Planentwurf dort Anfang des kommenden Jahres zur Abstimmung. Zuvor können sich auch die Städte und Gemeinden mit ihren Vorstellungen einbringen.

Regionalplaner Michael Birgel von der Kreisverwaltung sagte den LN, dass bei den Überlegungen für die kommenden Jahre eines der Ziele sei, trotz der gravierenden Finanzprobleme und dem Schuldenabbau im ÖPNV ohne gravierende Einschnitte auszukommen. Auf dem Hintergrund von wachsenen Fahrgastzahlen und Mehreinnahmen gehe es darum, durch mehr Effizienz zu Verbesserungen zu kommen. „Wir suchen nach alternativen Formen“, beschrieb Birgel das Bemühen, ohne Mehrkosten die Transportangebote attraktiver und kundenfreundlicher zu machen. Das könnten zum Beispiel Sammeltaxis sein, die im Kreisgebiet bisher kaum eine Rolle spielten. Handlungsbedarf gebe es insbesondere im ländlichen Bereich im nördlichen Kreisgebiet.

Wer sich für den RNVP interessiert, kann den Entwurf unter www.kreis-rz.de finden: Über „Politik“ zum „Kreistags-Informationssystem“ zum „Sitzungskalender“, dann „September 2013“ und „Energieausschuss 23.9.“ bis zum Punkt „Regionaler Verkehrsplan“.

Nahverkehr in Zahlen
6,5 Millionen Kunden steigen im Jahr in die Linienbusse im Lauenburgischen.

1,0 Millionen Fahrgäste und damit die höchste Nutzung hat die Metrobuslinie 12, die von Hamburg-Billstedt bis in das südliche Kreisgebiet führt.

200 000 Fahrgäste sind jährlich mit der Schnellbuslinie 8700 zwischen Ratzeburg, Mölln und Hamburg-Wandsbek unterwegs.

40 Prozent der Kunden sind laut RNVP-Entwurf mit dem ÖPNV im Kreisgebiet „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“.

16 Prozent der Kreisbevölkerung werden als ÖPNV-Verweigerer eingeschätzt, für ein Zehntel ist der ÖPNV dagegen die erste Wahl.

„Wir wollen keine gravie- renden Ein- schnitte in unserem ÖPNV.“
Michael Birgel, Regionalplaner

Martin Stein

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