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Lauenburg Verlierer beim Windhundrennen hoffen auf Neuauflage
Lokales Lauenburg Verlierer beim Windhundrennen hoffen auf Neuauflage
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20:10 01.06.2017
Ratzeburg

„Die Verteilung erscheint mir höchst fragwürdig und schlicht ungerecht“, heißt es in einer inoffiziellen Mitteilung eines Verwaltungsbeamten an seinen Amtsvorsteher und den betroffenen Bürgermeister. Gemeint war die Zuteilung von Fördermitteln zur „Sanierung von Sanitärräumen in Schulen 2017“.

Dieses Programm war Bestandteil des Nachtragshaushaltes 2017, den die Landesfinanzministerin Monika Heinold (Grüne) im Februar dieses Jahres noch schnell auslobte. Die gute Haushaltslage des Landes durch hohe Steuereinnahmen und niedrige Zinsen für den 26,5-Milliarden-Euro-Schuldenberg sowie eine um zehn auf 37,5 Millionen Euro reduzierte Tilgung machten die Investition möglich.

Zehn Millionen Euro waren im Topf. Schulministerin Britta Ernst (SPD) sollte das Geld verteilen. Ihre Lösung: Ausschüttung im Windhundprinzip. Wer sich zuerst mit einem ausgearbeiteten und genehmigungsfähigen Konzept bewarb, hatte die Chance auf eine Zuteilung. Und zwar sekundengenau!

Bereits am Vormittag des Ausschreibungstages Anfang Mai war Schluss mit lustig – alle Plätze vergeben. „Wenn man dieses Prinzip anwendet, macht es doch gar keinen Sinn, überhaupt eine Bewerbungsfrist zu setzen“, ärgerte sich ein anderer Verwaltungsmitarbeiter. Er sei davon ausgegangen, dass nach anderen Kriterien entschieden wird.

Werner Rütz, Verwaltungschef im Amt Lauenburgische Seen, zeigte sich ebenfalls enttäuscht: „Wir haben auf Geld zur Sanierung der WC-Anlagen in der Grundschule Sterley gehofft. Die sind noch von 1970.

Aber in der kurzen Zeit haben wir es einfach nicht geschafft, die Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen.“ Rütz hofft nun auf eine zweite oder dritte Runde dieses Programms unter der neuen Landesregierung. „Gerade in größeren Schulkomplexen gibt es diesbezüglich Nachholbedarf. Das sollte sich die neue Regierung zu Herzen nehmen.“

Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß profitiert zumindest mit der Renovierung der Sanitäranlagen in der Turnhalle der Grundschule Vorstadt. Doch insgesamt findet auch er: „Ich hätte mir mehr gewünscht – oder das Geld anders verteilt, nach Quoten“. So empfinde er die Zuteilung „nicht ganz so gerecht“.

Das äußert auch der erstgenannte Kritiker. Ohne neidisch auf benachbarte Kommunen oder Institutionen sein zu wollen, aber: „Der Kreis ist allein mit vier Schulen dabei. Das Amt Breitenfelde baut eine Toilettenanlage für eine Grundschule für über 200000 Euro. Ob das wirklich noch angemessen ist?“

Die Profiteure im Kreis

Dreifach-Sporthalle auf Möllns Schulberg (80000 Euro Förderung von Gesamtsumme 126000 Euro)

Grundschule Breitenfelde (80000 von 235000 Euro)

Weingartenschule Lauenburg (80000 von 137500 Euro)

Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule Büchen (80000 von 208000 Euro)

Hachede Schule Geesthacht (80000 von 149000 Euro)

Hachede Sporthalle Geesthacht (47000 von 62700 Euro)

Steinfeld Schule und Sporthalle Mölln (64500 von 86000 Euro)

Landwirtschaftsschule Mölln (57000 von 76000 Euro)

Grundschule Dassendorf (24700 von 33000 Euro)

Grundschul-Turnhalle Ratzeburg Vorstadt (19000 Förderung von 124000 Euro).

Joachim Strunk

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