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Lauenburg Verurteilt wegen Indizien
Lokales Lauenburg Verurteilt wegen Indizien
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20:10 13.01.2017
Geesthacht/Schwarzenbek

Sechs Mal in früheren Verfahren verwarnt, mehrfach durch Richter Weisungen erhalten – doch Tommy E. scheint nichts dazugelernt zu haben und kassierte jetzt im siebten Verfahren seine erste Freiheitsstrafe: Das Schwarzenbeker Schöffengericht hat den 20-Jährigen wegen Brandstiftung und fahrlässiger Körperverletzung zu 18 Monaten Jugendstrafe verurteilt. Regungslos nahm der Hamburger, der gerade seine vierte Berufsausbildung gestartet hat, das Urteil hin.

Er wurde bereits verurteilt, weil er auf einer Tankstelle auf einer Zapfsäule ein Feuer gelegt hatte, außerdem stand er als Kind unter Verdacht, eine Scheune in Schutt und Asche gelegt zu haben. Aus Altersgründen wurden die Ermittlungen gegen den damals Zehnjährigen aber eingestellt, wie Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidiger mitteilten.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Suntke Aden sah es am Donnerstagabend nach drei Verhandlungstagen als erwiesen an, dass E. am 28. Mai 2016 aus Frust im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der Schillerstraße in Geesthacht Feuer gelegt hatte. Das Gericht folgte mit seinem Strafmaß dem Antrag des Staatsanwaltes, verzichtete aber auf die Bewährung. Die starke Alkoholisierung des 20-Jährigen zur Tatzeit werteten sie strafmindernd. Der Verteidiger hatte Freispruch gefordert.

Aden und seine beiden Schöffen hatten sich große Mühen gemacht, durch zahlreiche geladene Zeugen Klarheit zu bekommen. Denn die Tat hatte niemand beobachtet und E. hatte sich in der Verhandlung mit keinem Wort zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geäußert. „Das Gericht ist zu der Überzeugung gekommen, dass der Angeklagte die Tat begangen hat“, sagte Aden in seiner Urteilsbegründung. „Vernünftige Zweifel schwiegen“, führte er aus – die Indizien hätten E. zu stark belastet.

Demnach hatte E. am Tattag nach einer Party ins Bad uriniert und sei daraufhin von den Mitbewohnern der WG-ähnlichen Wohnung in dem Mehrfamilienhaus rausgeschmissen worden. Verärgert darüber zündete er nach Auffassung des Gerichts im Hausflur Kartons und Autoreifen an. Giftiger Rauch schnitt den Menschen den Fluchtweg ab, die Feuerwehr rettete mehrere Bewohner per Drehleiter, sechs wurden verletzt.

Von den Verfahrenskosten wurde der Verurteilte entgegen der üblichen Gepflogenheiten freigehalten. Er zahlt noch für einen mit 1,89 Promille verursachten Unfall einen Schaden ab und bekommt nur eine geringe Ausbildungsvergütung. Timo Jann

LN

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