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Vielseitig, kreativ und strotzend vor Phantasie

Seedorf Vielseitig, kreativ und strotzend vor Phantasie

„Kultour“ Teil II: Ausstellungsorte von „Dörfer zeigen Kunst“ laden noch bis zum 3. September zum Besuch ein.

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Demern: Kirchengemeinderatsvorsitzender Rainer Kluck: „Diese Kirche ist als Ausstellungsort eine Herausforderung.“

Hzgt. Lauenburg. / Nordwestmecklenburg. Bei „Dörfer zeigen Kunst“ ist die Turnhalle von Seedorf einer der Ausstellungsorte, die bisher immer dabei waren.

LN-Bild

„Kultour“ Teil II: Ausstellungsorte von „Dörfer zeigen Kunst“ laden noch bis zum 3. September zum Besuch ein.

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Diesmal gibt es hier eine Besonderheit: Schaalsee-Eulen im Raku-Brand (siehe Beistück) für einen guten Zweck. Neben Sabine Duwe mit ihren leuchtstarken Patchwork-Arbeiten und Sabine Stecker mit ihren abstrakten Gemälden präsentieren sich hier erstmals Keramiker Volker Persy, Bildhauer Hans-Joachim Ruge und Maler Günter Börger. Der gebürtige Möllner hat sich auf Motive aus der Region in Aquarelltechnik spezialisiert. Ganz klassisch setzt er sich in die freie Natur und malt, was er sieht – luftig, mit schnellem Pinselstrich und leicht abstrahiert. Früher hätte man ihn als Heimatmaler bezeichnet und seine Motive auf Postkarten verkauft. Heute gilt so etwas in Künstlerkreisen als despektierlich.

Postkarten gibt es nicht in der Kunstscheune in Neu-Horst – dafür aber sensationell schönes „Kreatives aus Pappe und Papier“ von Marianne von Mirbach. Adil Daaud zeigt Aquarellbilder auf Acrylhintergrund, Yvonne Hernes-Maraun ist mit Abstraktem in Acryl auf Leinwand vertreten, von Beate Kaniß sind Schnecken in Mischtechnik zu sehen und von Heidrun und Hans Kuretzky „Kreis“. Peter Röhl stellt Fotografie aus, Monika Scheer Zeichen im Kreis und Sven Walter und Pirkko Roinila beeindrucken mit Skandinavischen Impressionen. Als Gast hat Hausherrin Ursula Braun Aloys Kötter dazugebeten. Der freut sich riesig, weil seine Holzskulpturen nicht nur in der Raummitte stehen, sondern auch Interesse und Begeisterung erzeugen. „Du kommst rein, siehst diese Skulptur, und es haut Dich um!“ Gösta Harbs kriegt sich kaum wieder ein. „Das ist Erotik pur!“ Kötter strahlt übers ganze Gesicht. „Das ist es, was mich freut“, sagt er, „denn es geht nicht um mich, sondern um meine Arbeiten.“

So, wie hier Harbs und Kötter in einen regen Austausch über Kunst, über Entstehung und Rezeption versinken, werden überall in der Scheune ganz ähnliche Gespräche geführt. Ebenso, wie vor der Scheune übrigens, denn gerade ist das Wetter sommerlich und die Luft lau. Da passt es perfekt, dass Simone Daaud mit ihrer Flöte und Patrick Farrant mit der Gitarre gerade „Summertime“ intonieren. Kunst zum Anschauen, Kunst zum Zuhören – Dörfer zeigen Kunst ist ein rundum perfektes Erlebnis.

Das zeigt sich auch kurz hinter der Landesgrenze im nordwestmecklenburgischen Demern . Die Kirche des Ortes ist an sich schon ein Schmuckstück – die Arbeiten der Schmiede- und Künstlerfamilie Coco und Birger Radsack und deren Sohn Franz machen den Augenschmaus perfekt. So einzigartig und ideenreich nimmt Demern an der Aktion teil: als Freiluftprojekt. Kirche und Kunst, Pflanzen, Bäume und Metall, Stelen und Menschen. Rainer Kluck, Vorsitzender des Fördervereins der Kirche zu Demern, ist ein redegewandter Führer durch Kirche und Ausstellung. „Gerade diese Kirche ist als Ausstellungsort eine Herausforderung“, sagt er. Anders als vor einer weißen Atelierwand muss hier jedes Objekt in Beziehung zum „Mobiliar“ des Gotteshauses gebracht werden. Draußen ist das einfacher. Die beeindruckenden fünf Stelen, die sich so wunderbar in die Natur und die Stille an Kirche und Friedhof einfügen, sind einem Urlaub der Radsacks zu verdanken. Die waren nämlich mit dem Kanu unterwegs und dabei in das Zusammenspiel von Nebel und Sonne versunken.

„Bleiben wir lange und still auf einem Platz in der Natur, wird das Leben dort sichtbar. Die Bilder sind wie Momentaufnahmen von den Wesen von Pflanzen und Tieren“, sagen die Künstler zu den Stelen, die sie „Waldwesen“ nennen. Neun Künstler und dazu der Fotoclub „Lichtwerk“ des Lebenshilfewerkes Mölln-Hagenow teilen sich die Ausstellungsflächen in der Gläsernen Molkerei Dechow . Der erste Eindruck schon vor der Tür: wunderschöne Skulpturen von Gerhard Schotte. Jo Petzold, Mariette und Stefanie Grützmacher halten im Obergeschoss „Stallwache“, beantworten gern die Fragen der Besucher. Steffi Grützmacher hat schon einige ihrer Schmuckstücke verkauft, ihre Mutter Mariette verzeichnet zumindest reges Interesse an ihrer Ölmalerei. Auf Begeisterung stoßen auch die Kirchenmodelle von Jo Petzold. Er hat das Lutherjahr zum Anlass für seine detailreichen Arbeiten genommen und berichtet gern, wie er zu Werke geht – und wie viel Detail in den Kirchenmodellen steckt.

Musikalisch kam dagegen die Ausstellungseröffnung in Utecht daher. Gesine und Thomas Biller gaben mit Martin Lorenz als „Sunny’s Bässte“ (weil Sängerin Gesine auch Bass spielt) ein kleines, feines Konzert. Wer jetzt kommt, kann im Dorfgemeinschaftshaus Pocket-Art im Scheckkarten-Format, großformatige Fotos, Zeichnungen, Acrylbilder, Drechselarbeiten oder Metallskulpturen sehen.

Musik gab es auch am Sonnabend bei Midnight Art im „KunstStall Thandorf“. Jennifer Ehmcke sang Lieder der unvergessenen Hildegard Knef. Zahlreiche Besucher genossen die Stimmung und staunten darüber, welch morbiden Charme der ehemalige Schweinestall ausstrahlen kann. „Natur“ war das Thema aller Arbeiten. Das reichte von ganz realer Flechtkunst mit Naturmaterialien über Abbilder von Mohn, Muscheln und Disteln im Foto oder Gemälde bis zu einer Art Verschmelzung von Werk und Umgebung. So hat Kunststall-Organisatorin Olivia Althaus-Apmann einige ihrer Bilder „Gestein“

genannt. Sie zeigen Strukturen die fast eins werden mit dem bröckelnden Putz der Wand.

In Seedorf gibt es Schaalsee-Eulen für das Biosphärenreservat

Keramiker Volker Persy stellt in Seedorf aus. Er hat eine keramische Eule gestaltet, die in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Biosphäre Schaalsee aus Zarrentin verkauft wird. Die Hälfte des Verkaufserlöses wird als Spende dem Förderverein zukommen. Die „Schaalsee-Eule“ gibt es in den Größen 10 cm für 5 Euro und 20 cm für 10 Euro. Die Vögel verkaufen sich gut. „Allein am ersten Wochenende habe ich 18 verkauft“, berichtet der Keramiker aus Trittau. 80 kleine und 20 große Eulen hat er gefertigt. Gestern sind sie auch in der Verkauf nach Zarrentin gegangen.

Die bildnerische Darstellung einer Eule hat eine lange Tradition, die weit bis in die Zeit der alten Hochkulturen in Babylonien, Ägypten, Indien und China zurückreicht. Schon in der griechischen Antike stand die Eule als Zeichen des Nachdenkens, der Klugheit und Besonnenheit, aber auch als ein Sinnbild der Liebe zur Weisheit.

Jede einzelne, handgefertigte „Schaalsee-Eule“ ist glasiert und bekommt durch einen Rakubrand bei 920 Grad Celsius ihr individuelles Aussehen. hh

Dorothea Baumm und Hanno Hannes

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