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Lauenburg Vom „Fluss des Lebens“ zum „Garten des Trostes“
Lokales Lauenburg Vom „Fluss des Lebens“ zum „Garten des Trostes“
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21:18 24.08.2016

Im Juli hat die Kirchengemeinde Berkenthin bereits das bisherige Ergebnis der Neugestaltung des Friedhofes an der Berliner Straße den Anwohnern mit einem „Tag des offenen Friedhofes“ vorgestellt. Ein zweiter Pavillon soll noch errichtet werden, ein paar kleine Wege, hier und da vielleicht noch eine Bank. „Eine Friedhofsplanung geht über Generationen“, sagt Pastor Wolfgang Runge bei einem Rundgang über die Anlage. Vor 22 Jahren kam Runge aus Dassendorf in die Gemeinde Berkenthin. „Ich war selbst überrascht, als ich zusammengerechnet habe, dass ich etwa 800 Beerdigungen hier begleitet habe“, sagt er. 35 bis 40 seien es im Jahr.

Die Umgestaltung des Friedhofes in Berkenthin wird konsequent weitergeführt – Die Verwaltung setzt ein noch junges Konzept um – Im Mittelpunkt steht die Würde.

An einen Park erinnern einige bereits umgestaltete Bereiche: moderne Brunnen, Bänke. Stelen aus Stein und aus ehemaligen Eichenpfählen aus dem Kanal ragen senkrecht empor. Kreisrunde Grabanordnungen für Urnen zum Einen, für Särge zum Anderen. Sehr viel Rasen, viele bunte Blumen und Grünpflanzen, viele verschiedene Grabsteine und -Platten. Verse oder Bilder sind hier gestattet. Die Friedhofssatzung gestattet sehr viel Freiraum. Pastor Runge spricht von Individualität und weist auf eine Fläche hin, die er ein Schmuckstück nennt. Dort hat eine Gärtnerei einen Abschnitt mit bunten Pflanzen, Findlingen und verschiedenen Böden gestaltet, durch die sich symbolisch der „Fluss des Lebens“ schlängelt. „An diesem Ort können Särge und Urnen beigesetzt werden“, erläutert Wolfgang Runge. Einige Meter weiter findet sich ein Bereich mit Kindergräbern. Dort soll ein Bereich entstehen, den der Pastor als „Schmetterlingsgarten“ vorstellt. Ein Ort für ungeborene Kinder.

Langfristig wird das Ziel verfolgt, die Gesamtanlage parkähnlich erscheinen zu lassen und vermehrt den Kernbereich zu belegen. Pastor Runge: „Neben der individuellen Würde möchten wir den Angehörigen die Grabpflege so einfach wie möglich machen.“ Hierfür stehen der großzügig gepflasterte Hauptweg, die Barrierefreiheit der Anlage und optional die Beauftragung eines Gärtnereibetriebes zur Verfügung. „Wir hier in Berkenthin sind derzeit nicht betroffen, aber ich weiß, dass andere Friedhöfe ein Minus erwirtschaften“, sagt Runge und spricht von einer Art Tabu-Bruch durch die privatwirtschaftlich organisierten Friedwälder. Runge: „Wir wollen den Menschen eine barrierefreie Alternative bieten.“ Die Gemeinde Berkenthin habe großzügig unterstützt. Im Infoheft zum Friedhof spricht die Kirchengemeinde von einem „Garten des Trostes“ und von einem „Garten des Lebens“. Davon kann sich der Besucher bei einem Rundgang um die Kapelle schnell überzeugen.

3000 evangelische Christen

Bis Ende 2010 unterteilte sich die heutige Gesamtfläche von vier Hektar in einen kirchlichen und einen kommunalen Anteil. Seit 2011 steht der ganze Friedhof unter kirchlicher Trägerschaft. Etwa 3000 evangelische Christen zählen zur Kirchengemeinde. Die Friedhofskapelle von 1898 wurde im Jahre 1997 umfangreich renoviert.

Der Anteil der Urnenbestattungen liegt heute bei etwa zwei Drittel. Vor 20 Jahren war es gerade einmal ein Drittel. Kontakt zu Kirchenbüro und Friedhofsverwaltung Berkenthin unter Telefon 0 4544/344 (Mo. Di., Do. von 9 bis 12 Uhr) oder über das Kontaktformular auf der Internetseite www.kirche-berkenthin.de

Thomas Biller

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