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Vom Pinnsee zum Klangsee

Mölln Vom Pinnsee zum Klangsee

Bejubelte Uraufführung: 50 Musiker der Kreismusikschule begeisterten mit einem ungewöhnlichen Konzert auf Herrenland in Mölln.

Kunst im Garten von Bruni Jürss (links, Mitte). Sie hat mitgemacht bei der Aktion „Offene Ateliers“.

Quelle: hh

Mölln. Manchmal ist ein dickes Dankeschön fällig. Dies ist so eine Gelegenheit. Und wo wir grad so schön dabei sind, gibt es auch noch ein Lob dazu. Danke also an die Kreismusikschule, großartig war es, das Konzert „Der Klangsee“, das am Sonntag am Möllner Pinnsee endlich zur Uraufführung kam.

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Bejubelte Uraufführung: 50 Musiker der Kreismusikschule begeisterten mit einem ungewöhnlichen Konzert auf Herrenland in Mölln.

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Endlich, denn im vergangenen Jahr musste das Konzert wegen heftiger Unwetter abgesagt werden. Sonntag war es zwar bedeckt und ab und an recht windig, aber es blieb trocken – dem innovativen, einmaligen Konzert stand also nichts im Weg. Da es keinen Kartenverkauf und keine Platzanweisung gab, kann die Zahl der Zuhörer nur geschätzt werden. 250 bis 300 dürften es allerdings gewesen sein, vom Kleinkind bis zum Senior mit Gehhilfe war alles dabei. Und mancher, der nachher begeistert applaudierte, war zufällig beim Gassigehen mit dem Hund oder beim Joggen hängengeblieben.

Was aber war so besonders an diesem Konzert – mal davon abgesehen, dass die Zuhörer im wahrsten, aber auch positiven Sinne des Wortes absehen konnten, wo sie blieben? Jeder suchte sich sein Plätzchen irgendwo entlang des Weges um den Pinnsee. Ebenfalls irgendwo am Ufer waren die Musiker, nicht wirklich versteckt, aber auch nicht alle von einem Punkt aus zu sehen. Sie waren auf sechs Stationen verteilt: die Querflöten, die Klarinetten, die Saxophone, das tiefe Blech mit Posaune, Horn, Euphorium, die Schlagzeuger und die Trompeten. Keine Station hatte Blickkontakt mit den anderen, es gab auch kein Dirigat, für die Musiker war das eine absolute Ausnahmesituation.

Peter Seibert, Leiter der Kreismusikschule, war „im positiven Sinne aufgeregt“, er fände das alles sehr spannend, erklärte er, und: „Sonst ist so ein Konzert bis ins Detail durchorganisiert mit Indoorproben, Soundcheck, Moderation und allem, was dazu gehört. Hier haben wir das alles nicht.“ Keine Sitzplätze, keine Bühne, noch nicht einmal Flyer wurden verteilt: „Wir wollen nicht, dass nachher die ganzen Zettel hier im Wald umherfliegen“, erläutert Frank Düwel. Der künstlerische Leiter des Kultursommers am Kanal hatte allerdings tatkräftige Unterstützung. Madelaine Meyer, Björn Koller, Paula Densing, Lucas Hagelstein, Arman Mousavi, Mathis Clausen, Wolfgang Lehmann und Caterina Cianfarini standen mit Kultursommer-Schildchen an den einzelnen Stationen, erläuterten den Zuhörern das Konzept. Und vor allem gaben sie den unschätzbaren Tipp: „Stellen Sie sich nicht direkt hinter die Musiker, sondern irgendwo ans Ufer dazwischen, dann haben Sie den größtmöglichen Genuss.“

Den übrigens gab es vermutlich vom See aus. Und in der Tat ließen es sich einige Unerschrockene nicht nehmen, der Musik schwimmend von der Seemitte aus zu lauschen. Geht’s noch ausgefallener?

Wer sehr zeitig kam, konnte hören, wie die Musiker in den verschiedenen Ecken ihre Instrumente einspielten und sich abstimmten. So ein Tuten, Pfeifen, Tröten dürfte für die Tiere, die im Wald auf Herrenland leben, eine Erfahrung der ganz speziellen Art gewesen sein. Kein Tier hat sich blicken lassen – das hat aber gewiss nichts mit der Qualität der Musik zu tun.

Die Zuhörer jedenfalls waren begeistert. Viele haben das Konzert mit einem Picknick verbunden, viele hatten sich einen Klappstuhl mitgebracht. Und viele befolgten den Rat der Helfer: Sie schlenderten den Waldweg am Pinnsee entlang, von Musikstation zu Musikstation, ließen sich von den Grooves der Schlagzeuger treiben, von den zarten Tönen der Querflöten locken, gerieten zu den jazzigen Saxophonen nahezu ins Tanzen.

Und dann war es plötzlich vorbei. Einen Moment noch hingen die letzten Töne über dem See, und es brauchte ein Weilchen, bis es bei den Zuhörern ankam: Schluss, aus, finito concerto. Die Musiker packten ihre Instrumente ein, sie werden sich vermutlich noch einmal artig bei Petrus bedankt haben, denn ihre Instrumente beziffern sich auf stolze 130000 Euro, die lässt man nicht gern nass werden. Und dann machten sich alle auf den Heimweg. Mit Instrumentenkoffer und Notenständer, Kaffeekanne und Klappstuhl. Die Musiker heimsten eine Menge Lob ein, Schulleiter Peter Seibert strahlte.

Bleibt nur eine Frage: Wann wird dieses wunderbare Konzerterlebnis wiederholt?

Mit den Offenen Ateliers hat der Buchholzer Kunstsommer am Wochenende begonnen

Gärten wurden zu Galerien , private Ateliers zu Ausstellungsräumen: Der Buchholzer Kunstsommer ist am Wochenende gestartet und viele Besucher wollten sehen, was die ortsansässigen Künstler und Künstlerinnen E. Buchfeld, S. Burmester, B. Jürss, C. Müller, M. Ruf, K.-D. Sehlcke und M. Utzolino zu bieten hatten. Neben dem Kunstgenuss haben sich in diesem Rahmen viele nette Gespräche ergeben.

Weiter geht es am 30. Juli um 13 Uhr mit der Vernissage zur Ausstellung in Knabjohanns Scheune. Geöffnet ist sie an allen Wochenenden bis zum 21. August jeweils von 13 bis 18 Uhr.

• Mehr Infos: www.buchholz-am-see.de

DREI FRAGEN AN . . .

1 Wie ist dieses Konzert, dieses einmalige Event entstanden? Die Idee hatten Frank Düwel vom Kultursommer und Peter Seibert, Chef der Kreismusikschule. Letzterem war klar, dass wir Bläser besetzen, er hatte die Vision von dem schwebendem Klang über dem Wasser. Es sollte auch etwas Jazziges sein – und da hatte er wohl sofort mich als Komponisten im Kopf.

2 Was ist das besondere an „Der Klangsee“?

Ich habe das Stück nur für diesen Ort und diese Musikschule komponiert. Es basiert im wesentlichen auf einem Akkord. Inspiriert hat mich dazu Quincy Jones (Anmerkung: amerikanischer Musikproduzent, Komponist, Jazztrompeter, Arrangeur und Bandleader) mit seinem Lied „Birth of a Band“. Und genau dieser Name ist hier Programm.

3 Was für Musiker warteten auf die Zuhörer? Ganz unterschiedliche! Wir sind eine Kreismusikschule, also sind hier Musiker unterschiedlichsten Alters und unterschiedlichster Profession, vom klassischen Musiker bis zum Jazzer ist alles dabei. Unsere jüngsten Mitwirkenden sind zehn Jahre alt, der älteste, ein Schüler aus meiner Saxophonklasse, ist sogar schon 79. Manche haben schon Auftrittserfahrung, für andere ist es heute das erste Mal mit Publikum. Es wird spannend!

Dorothea Baumm

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