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Lauenburg Von Bäumen, Heimat und Orientierung am 1. Mai
Lokales Lauenburg Von Bäumen, Heimat und Orientierung am 1. Mai
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20:43 02.05.2016

In Berkenthin an der Kanalschleuse beginnt sich eine Mai-Veranstaltung zu etablieren, die sich gern in die Reihe traditioneller Veranstaltungen zum Tag der Arbeit von SPD und Gewerkschaften stellen möchte — und auf dem besten Wege dahin ist. Im dritten Jahr in Folge brachte der Berkenthiner SPD-Ortsverein eine kleine, aber umso feinere politische Diskussionsveranstaltung zustande, die ihresgleichen in der näheren und vielleicht auch weiteren Umgebung sucht.

Vor drei Jahren kam der mittlerweile verstorbene Schriftsteller Günter Grass (aus dem benachbarten Behlendorf), um bei einem Glas Rotwein seine Meinung kundzutun. Im vergangenen Jahr gab sich der einstige Kanzlerkandidat und ehemalige Ministerpräsident Björn Engholm bei einem kühlen Bier die Ehre. Jetzt trumpften die Organisatoren nicht nur mit Mai-Bowle, sondern auch mit dem knarzigen SPD-Landeschef Ralf Stegner — und gewissermaßen zum Gegenhalten — mit Pröpstin Frauke Eiben und dem moderaten Landrat Christoph Mager (CDU) auf. Zentrales Thema war „Pegida, AfD & Co.“, verbunden mit der bangen Frage: „Wohin driftet unser Land?“.

Um zu polarisieren, konnten die Berkenthiner Genossen keinen Besseren finden als Stegner. Er dankte es ihnen mit prägnanten Aussagen. „Die AfD hat zwar auch Nazis in ihren Reihen, aber gilt nicht als Nazi-Partei. Deswegen bekennen und organisieren sich die, die einfach rechts sind, gegen Gleichstellung, gegen andere Religionen, gegen alles was modern ist, dort. Denen darf man keinen Millimeter näher kommen, sondern man muss sie mit aller Kraft bekämpfen.“ Da helfe nur „klare Kante“ und „gute Antworten, damit die Angstmacher keine Chance haben“.

Für den Umgang mit AfD-Wählern empfahl Stegner: „Ich bin nicht dafür, die Wähler zu beschimpfen. Aber ich bin für harte Auseinandersetzungen mit denen, die vor Islamisierung warnen. Islamisierung in Sachsen: Man wird doch eher vom Blitz erschlagen als einen Islamisten in Dresden zu treffen!“ Etwas enttäuscht sei er von den Minderwertigkeitskomplexen seiner SPD: „Die bürgerlichen Parteien berücksichtigen nicht, dass die ganzen bürgerlichen Freiheiten von der SPD erkämpft worden sind: gleiches Wahlrecht, Gleichheit von Mann und Frau und so weiter: alles sozialdemokratische Erfolge!“ Die SPD solle nicht versuchen, eine „nettere Alternative zur CDU“ darzustellen. Und die Konservativen sollten „nicht nett zu uns sein, sondern die sollen uns fürchten. Das tun sie aber nur, wenn wir mit entsprechenden Ideen kommen“.

Pröpstin Eiben und Landrat Mager unterstützten Stegners grundsätzliche politische Aussagen über Gerechtigkeit, Mit- und Füreinander und warben dafür, die Phrasen der Rechten als das zu enttarnen, was sie sind: hohl!

Von Joachim Strunk

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