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Lauenburg Von Notz‘ politische Zukunft in Berlin bleibt ungewiss
Lokales Lauenburg Von Notz‘ politische Zukunft in Berlin bleibt ungewiss
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20:27 10.03.2016
Mechthild Rosker (v.l.), Marcus Worm, Konstantin von Notz und Benjamin Stukenberg. Quelle: phs

Hamfelde/Mölln. Konstantin von Notz, die grüne lauenburgische Hoffnung im politischen Berlin, möchte sich keiner Urwahl stellen, um Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl 2017 zu werden. Sein Konkurrent und Freund Robert Habeck, Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein, handelt da deutlich offensiver. Grünen-Mitglieder aus Stormarn und dem Lauenburgischen werfen ihm vor, Druck auszuüben.

Grüner Protest gegen die Beltquerung

Die Lauenburgischen Grünen haben bei der Kreismitgliederversammlung beschlossen, den Beltrettern beizutreten. Das Bauprojekt Fehmarn-Belt-Tunnel sei noch aufzuhalten, sagt Konstantin von Notz. Das Bündnis warnt vor den Auswirkungen im Hinterland. Zunehmender Güterverkehr auf der Straße und auf Schienen wäre auch im Kreis spürbar. phs

„Es ist schwierig für mich, mich explizit zu verhalten“, sagte von Notz am Mittwochabend bei der Mitgliederversammlung für die Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg in Hamfelde. „Wir kennen uns gut. Es ist kompliziert für uns beide.“

Robert Habeck möchte Spitzenkandidat der Grünen für Berlin werden. Dazu möchte er sich von der Parteibasis im Urwahlverfahren küren lassen. Für von Notz komme das nicht infrage. Er sei immer gegen ein Urwahlverfahren gewesen, nur als Reaktion finde er das falsch, so von Notz.

Für die Grünen ist es unwahrscheinlich, dass Habeck und von Notz in den Bundestag einziehen können. Listenplatz eins und drei sind für Frauen reserviert, bleiben Platz zwei für Habeck und vier für von Notz. Für vier Kandidaten bräuchten die Grünen aber mindestens 15 Prozent in Schleswig-Holstein, sagt von Notz — eher unwahrscheinlich.

Wenn Habeck nicht zum Spitzenkandidaten für den Bund gewählt werde, lasse er sich auch nicht wieder auf die Landesliste setzen, sagte Burkhard Peters, Landtagsabgeordneter. Er habe in einem Gespräch gesagt, so ein Hintertürchen würde seine Überzeugungskraft schwächen, berichtete Peters.

„Ich finde diese Art als ein Zwingen“, hieß es aus Mitgliederreihen. Ein anderer Grüner: „Ich finde das empörend.“ Außerdem habe von Notz den Listenplatz durch sein Engagement verdient.

Kann Robert Habeck in der Urwahl der Grünen nicht als männlicher Spitzenkandidat hervorgehen, wäre der Weg für von Notz womöglich frei, denn Habeck gehe ausschließlich als Spitzenkandidat ins Rennen.

Sich für eine andere Landesliste zu bewerben, um in den Bundestag einziehen zu können, schließt von Notz aus. „Ich bin in Mölln verwurzelt“, sagte er.

Von Notz‘ bundespolitische Zukunft hängt vom Abschneiden Habecks bei der Urwahl ab — oder von einem außergewöhnlich guten Ergebnis bei der Landtagswahl 2017, damit auch der Vierte der Landesliste in den Bundestag einzieht.

Von Philip Schülermann

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