Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Von Notz spricht über die Familie
Lokales Lauenburg Von Notz spricht über die Familie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:23 28.06.2016
Lesung mit Einblick in die Familiengeschichte: Konstantin von Notz mit einer Urkunde, die Urgroßvater Ferdinand zum 80. Geburtstag erhielt. Quelle: thobi

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Ansverusjahr 2016 hat der Möllner Bundestagsabgeordnete Dr. Konstantin von Notz (Grüne) aus dem 1929 erschienenen Buch von Ferdinand von Notz vorgelesen. Gerade einmal 35 Seiten umfasst das Werk, das vom „Lauenburgischer Heimatverlag“ verlegt wurde. Ohne zu zögern hatte er der Veranstaltung zugesagt; es sei auch eine Gelegenheit, „sich kritisch mit dem Zeitgeist damals auseinanderzusetzen“, sagte von Notz. Gleichzeitig erfuhren die 40 Gäste im Pfarrsaal der St.-Answer-Gemeinde in Ratzeburg, wie es Teile des Adelsgeschlechtes in den Norden verschlagen hatte. Fast genau 100 Jahre nach seinem Urgroßvater geboren, berichtete von Notz, dass mit Ausnahme seines Vaters die Vorfahren militärisch geprägt waren. Als „gelernter Soldat“ hatte Ferdinand nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg keine richtige Beschäftigung mehr. Ansässig in Karlsruhe gab es die Überlegung, es mit Landwirtschaft zu versuchen. Auf der Suche nach einem Gut wurde die Familie in Lehmrade fündig. Konstantin von Notz: „Das war eine Fehlinvestition, da man von Landwirtschaft eigentlich nur wenig Ahnung hatte“. Dann der Umzug in eine Villa nach Ratzeburg. „Villa Interlaken“ nennt die Familie dieses Gebäude heute noch, auf dessen Fläche mittlerweile der Seehof steht. Hier entwickelte Ferdinand von Notz sein Interesse für Heimatforschung. Ohne profunde wissenschaftliche Ausbildung erarbeitete er Grundlagen für seine Publikationen.

Weitere Veranstaltungen

Freitag, 15. Juli, 10 Uhr: Kirche St. Georgsberg: Pilgern, Wallfahren, Wandern zum Ansveruskreuz in Einhaus. Info unter Tel. 04541/ 857676.

16. Juli, 18 Uhr: h-Moll-Messe „Credo“ von Joh. Sebastian Bach im Dom

17. Juli, 11 Uhr: Jubiläumsgottesdienst 950 Jahre Ansverus im Dom

Als „Hauptwerk“ wird sein Buch über den Ratzeburger Dom gesehen. Aber durch sein Buch zum heiligen Ansverus wird er auch zu den neuzeitlichen Ansverusforschern gezählt. Dabei sind diese 35 Seiten sprachlich nicht immer leicht verdauliche Kost. Lange, verschachtelte Sätze und viele Adjektive begegnen Leser und Zuhörer bei der Lektüre „Von den wunderbaren Begebenheiten aus dem Leben des heiligen Answer“.

„Ein gewisses sprachliches Talent“, schmunzelte Konstantin von Notz, der die Lesung immer wieder unterhaltsam unterbrach, um Persönliches aus der Familiengeschichte einzubringen. So habe es die Familie schwer erschüttert, dass der Sohn mit 33 Jahren an der Ostfront fiel. Nach dem Krieg waren die an der Villa Interlaken vorbeiziehenden Flüchtlingstrecks prägend. „Monatelang rollten die Wagenräder am Familiensitz vorbei. Tag und Nacht. 20 Flüchtlingsfamilien wurden damals dem Familiensitz zugeordnet“, berichtet von Notz aus den Erzählungen seines Vaters.

Das Buch über Ansverus ist vor den Schrecken des Zweiten Weltkrieges erschienen. Es ist geprägt vom Zeitgeist der Enttäuschung über das Abkommen von Versailles, der Inflation und der Suche nach Werten. Konstantin von Notz: „Es ist auch Teil der deutschen Verklärung vor dem Beginn des Dritten Reiches. Eine zum Teil verzerrte Darstellung geschichtlicher Ereignisse aus sehr deutscher Sicht!“ Konstantin von Notz erhielt für seine Lesung und die Berichte aus der Familiengeschichte viel Applaus.

Thomas Biller

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wochenendhausgebiet Am Prüßsee soll zum normalen Wohngebiet werden / Bürger wohnen hier – eigentlich illegal – teilweise seit Jahrzehnten dauerhaft.

28.06.2016

„Fracking wird sowohl in der Kreis-SPD wie auch in den SPD-Ortsvereinen seit Jahren abgelehnt.

28.06.2016

Neuvergabe des Busverkehrs in Planung. Der Robert-Koch-Park soll einbezogen werden.

28.06.2016
Anzeige