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Von „O“ bis „O“: Jetzt beginnt wieder die Zeit der Winterräder

Geesthacht/Mölln Von „O“ bis „O“: Jetzt beginnt wieder die Zeit der Winterräder

Sommerreifen werden nur zwischen Ostern und Oktober gefahren – In der kalten Jahreszeit braucht es die weichen „Schlappen“ – Ansturm auf Werkstätten hat begonnen.

Geesthacht/Mölln. Wer jetzt noch keine Winterräder an seinem Auto aufgezogen hat, der sollte hoffen, dass es in den nächsten zwei Wochen weder zu kühl noch tatsächlich frostig wird: Es gibt in den Werkstätten in der Region so gut wie keine freien Termine mehr, um spontan oder zumindest zeitnah von Sommer- auf Winterräder wechseln zu lassen. Sommerreifen verlieren ihre positive Wirkung bereits ab sieben Grad plus. Wer noch auf solchen unterwegs ist, sollte vor allem nachts sehr vorsichtig sein, wenn die Temperaturen empfindlich fallen.

LN-Bild

Sommerreifen werden nur zwischen Ostern und Oktober gefahren – In der kalten Jahreszeit braucht es die weichen „Schlappen“ – Ansturm auf Werkstätten hat begonnen.

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„Schon seit Monatsanfang bemerken wir einen zunehmenden Ansturm“, berichtet Daniela Schröder vom Reifen + Autoservice Vergölst in Ratzeburg (Schweriner Straße). Eine spontane Bedienung der Kunden sei nicht mehr möglich, zwei bis drei Tage müssten sie jetzt schon auf einen Termin warten. „Aber manchmal gibt es noch Lücken, zudem arbeiten wir auch am Sonnabend“, beruhigt sie, bittet aber möglichst um telefonische Anmeldung (Telefon 04541/3678).

Beim Autohaus Lau in Groß Grönau hat man den Räderwechsel schon im September angeboten, „aber da wollten die Kunden und erst recht das Wetter nicht“, sagt Jürgen Oloff. Immerhin habe man spezielle Räderwechseltage eingerichtet, wo sich bis zu acht Mitarbeiter in mehreren Teams ausschließlich mit diesem Service beschäftigen. Auch hier sei eine Anmeldung nötig: Telefon 04509/70700.

In Berkenthin arbeiten Inhaber Marco Konstanti und seine Kollegen bei Fiat Koglin die Aufträge ab. „Alt-Chefin“ Hilde Koglin berichtet gar von zweiwöchigem Vorlauf: „Freie Termine habe ich jetzt erst ab dem 7. November“. Das Problem gibt es in Mölln bei Klingenberg Truck & Car, Wash-Stop nicht. Chef Uwe Klingenberg: „Wir machen grundsätzlich keine Termine ab. Die Kunden kommen, warten im Moment höchstens mal 15, 20 Minuten, dann sind die neuen Räder drauf.“ Auch hier kümmern sich gleich mehrere Mitarbeiter um diese Dienstleistung, die in der Regel zwischen 16 und 20 Euro kostet. In den meisten Werkstätten und Autohäusern können die nicht benötigten Räder über ein halbes Jahr eingelagert werden. Das kostet pro Saison meist 20 Euro.

„Wir haben zurzeit zwei Wochen Vorlauf bei der Terminvergabe", berichtet Sven Dittmer vom 1A Autoservice an der Mercatorstraße in Geesthacht. 750 Kunden haben ihre Räder in der Werkstatt eingelagert, 150 bringen sie zum Wechseln mit. Das macht 900 Sätze, die jetzt zu wechseln sind. 30 Minuten pro Fahrzeug sind dafür eingetaktet. Generell vorgeschrieben sind Winterreifen nur, wenn Glatteis, Schneematsch, Schneeglätte oder vergleichbare winterliche Verhältnisse auf den Straßen herrschen. Wer dann mit dem Auto unterwegs ist und für Behinderungen sorgt, muss mit einem Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderdatei rechnen. Bei einem unverschuldeten Unfall kommt mindestens eine Teilschuld auf den Fahrer mit Sommerreifen zu. Die Experten raten, von Oktober bis Ostern auf Winterrädern zu fahren. „Gerade zum Winter hin zögern viele Autobesitzer, rechtzeitig zu wechseln“, weiß Dittmer. „Ist es dann schlagartig kalt, kommen sie alle auf einmal“, sagt er.

Wichtig ist das Profil

Die Sommerreifen haben aufgrund der Gummimischung im Winter erheblich schlechtere Fahreigenschaften als Winterreifen und weisen daher ein erhöhtes Sicherheitsrisiko auf.

Vor dem Umrüsten sollte immer die Profiltiefe der Reifen geprüft werden, Fachwerkstätten machen das eigentlich bereits beim Aufzug der Sommerräder, um die Kunden gegebenenfalls auf die Anschaffung neuer Winterreifen hinzuweisen.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt eine Restprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor, bei Winterreifen sollte die Tiefe des Profils aber nicht weniger als vier Millimeter betragen, damit die Lamellen des Reifens den richtigen Grip auf der Fahrbahn finden. tja

Timo Jann und Joachim Strunk

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