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18:13 30.10.2017

Das Orchester ohne (soziale) Grenzen spielt am Sonntag, 5. November, um 10.30 Uhr im Gymnasium Schwarzenbek. Es hat auch schon zusammen mit Stargeiger David Garrett geprobt.

Sie ist mit ihrer Geige von ihrer Heimatstadt Schwarzenbek über Norwegen nach Rio de Janeiro gezogen. Nun kommt die Musikerin Karolin Broosch (36) für ein Konzert in die Europastadt zurück. Mit ihrem Orchester „Camerata Laranjeiras“.

Konzertagenda

31. Oktober, 11.30   Uhr:

Begegnungskonzert in Berlin (Prenzlauer Berg)

2. November, 18 Uhr:   Benefizkonzert in der St. Lorenz Kirche in Travemünde.

4. November, 17 Uhr: Konzert im Luisen-

Gymnasium Hamburg Bergedorf.

5. November, 10.30   Uhr:

Matinee im Schwarzenbeker Gymnasium.

Karolin Broosch ist in Schwarzenbek aufgewachsen, hat 2000 in Hamburg Abitur gemacht, in Dresden Geige studiert. Bereits als Siebenjährige hat sie mit dem Geigenunterricht begonnen, in den Orchestern der Kreismusikschule und ihrer Schule gespielt. 2007 kam Broosch mit dem Osloer Kammerorchester Camerata erstmals nach Brasilien.„Ich fand es chaotisch und laut und hatte große Angst vor Favela-Bewohnern“, sagt sie – und entwickelte dann eine große Liebe zum Land. 2012 zog die Musikerin mit ihrem brasilianischen Mann (ebenfalls Geiger) und Tochter nach Rio, wo sie als Musiklehrerin tätig ist und im selbst gegründeten Projekt Kinder aus Favelas unterrichtet.

Das Konzert ist die Abschlussmatinee ihrer Deutschlandtournee. Der Eintritt ist frei, aber Spenden sind sehr willkommen, denn die Musiker helfen den Ärmsten in Brasilien. Die „Camerata Laranjeiras“ ist ein bisher einmaliges Projekt in Brasilien. Bei diesem Streichorchester aus Rio de Janeiro werde nicht nur auf musikalische Qualität, sondern auch auf Integration und Konfliktlösung großen Wert gelegt, erzählt Karolin Broosch:„Im Gegensatz zu vielen bestehenden Musikprojekten in den Favelas und anderen Gebieten in Rio de Janeiro versucht die ,Camerata Laranjeiras’ eine musikalische Gemeinschaft zu erschaffen, in der keine sozialen und ethnischen Grenzen bestehen. Das Projekt lädt junge Musiker aus allen Ecken Rios ein, in den grünen Stadtteil Laranjeiras zu kommen. Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten und mit den unterschiedlichsten persönlichen und kulturellen Hintergründen können bei uns zusammen musizieren und voneinander lernen.“

Die „Camerata Laranjeiras“ möchte den Jugendlichen zeigen, dass Musik eine universale Sprache ist, unabhängig vom sozialen Background. Damit dieser Aspekt des Projektes intensiviert wird, werden regelmäßig andere Musiker und Künstler eingeladen, die Vorträge über ihren Lebensweg und ihr Schaffen halten. Das Orchester wurde im Oktober 2013 von drei Musikern aus drei Ländern gegründet: Karolin Broosch aus Deutschland, ihrem Mann Tiago Cosmo da Silva aus Brasilien und Kaja Fjellberg Pettersen aus Norwegen. Zurzeit wird das Orchester von Karolin Broosch und Tiago Cosmo da Silva geleitet.

Wöchentliche Proben finden in der deutschen Schule „Escola Alema Corcovado“ statt. „Trotz der kurzen Existenz des Projektes hat die Camerata Laranjeiras schon weit mehr als 300 Konzerte in Rio de Janeiro und im Umland gespielt“, so die in Schwarzenbek aufgewachsene Musikerin.

Im Mai 2014 war das Streichorchester eingeladen, die Eröffnung der norwegischen Seemannskirche „Prinsesse Ragnhild“ in Rio musikalisch zu untermalen. Bei diesem Anlass sei auch ein Teil der norwegischen Königsfamilie anwesend gewesen.

Karolin Broosch: „Der deutsche Star-Geiger David Garrett war so begeistert von dem Orchester, dass er alle Musiker zu einer geschlossenen Probe und Gesprächsrunde während seines Aufenthaltes in Rio einlud.“

Dreiwöchige Konzertreise

Im Oktober/November 2017 realisieren die jungen Musiker der Camerata Laranjeiras ihren langersehnten Traum: eine Konzertreise nach Deutschland. Mit Hilfe der deutschen Schule in Rio, dem Kultus- und Bildungsministerium in Bayern und der Firma Braun wurden alle Flugkosten übernommen. Durch eine Crowdfunding-Kampagne, viele Spenden und private Hilfe konnten alle weiteren Kosten für Transport und Verpflegung innerhalb Deutschlands gedeckt werden. Währen ihrem dreiwöchigem Aufenthalt in Deutschland werden die Jugendlichen an Austauschprogrammen mit Schulen in Regensburg und Hamburg teilnehmen, einen Benefizabend in Travemünde veranstalten und ein Konzert für Flüchtlinge in Berlin spielen.

Silke Geercken

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