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Von der Brandruine zum Hofcafé mit Landhaus-Charme

Schiphorst Von der Brandruine zum Hofcafé mit Landhaus-Charme

Um 1900 gebaut und 1992 fast völlig zerstört: Aus der ehemaligen Durchfahrtscheune machte Birgit Wulf im Dorf Schiphorst ein gemütliches Hofcafé.

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Das Café wurde mit vielen antiken Möbeln eingerichtet. Die meisten stammen aus dem Familienbesitz der Betreiber.

Quelle: Fotoss: Norbert Dressen

Schiphorst. Wenn jemand ein Haus als „alten Kasten“ bezeichnet, klingt das manchmal etwas abfällig. Als aber Birgit Wulf vor zehn Jahren in einer ehemaligen Durchfahrtscheune mitten im Dörfchen Schiphorst ein gemütliches Hofcafé eröffnete und es „Alter Haferkasten“ nannte, da war die Bezeichnung durchaus liebevoll gemeint.

Wie kam der Name zustande? Da das Gebäude im Jahr 1900 errichtet wurde, stimmt das Wort alt zweifellos, und kastenförmig ist das Bauwerk irgendwie ja auch. Bleibt der Hafer, und diesen Namensteil habe sie sich von ihrem Reit- und Pensionsstall ausgeborgt, der sich auf demselben Grundstück gleich nebenan befinde, erläutert Birgit Wulf.

Der heutige „Haferkasten“ war Teil eines großen Bauerngehöfts, das leider bei einem Brand im Jahr 1992 fast vollständig zerstört wurde. Auch die Unterlagen über den Bau der Scheune gingen damals im Feuer verloren. Dass das Haus mit einer Grundfläche von 253 Quadratmetern anno 1900 entstand, geht allerdings aus einem Kostenvoranschlag hervor, der erhalten blieb. Und wie es genutzt wurde, ist auch klar: Unten standen Kühe (später auch Schweine, noch später Ponys), im Obergeschoss wurde Getreide gelagert.

„Nach dem großen Brand haben wir unseren Hof völlig neu aufgebaut, aber nach hinten verlagert“, sagt Birgit Wulf. Die frühere Durchfahrtscheune diente zunächst noch als Maschinenlager, stand zuletzt aber leer. „Zusammen mit meiner Mutter hatte ich dann die Idee, hier ein Café einzurichten“, erzählt die Besitzerin. Dazu musste der alte „Kasten“ aber erst einmal gründlich umgestaltet werden, denn bis 2006 war er alles, nur nicht gemütlich. Doch dann wurden aus den früheren Ein- und Ausfahrtstoren bodentiefe Fenster, durch die man einen schönen Blick auf das idyllische Dorf hat, innen wurde mit vielen antiken Möbeln, größtenteils aus Familienbesitz, sowie mit nostalgischen Landwirtschafts- und Haushaltsgeräten eine rustikal-behagliche Atmosphäre geschaffen.

80 Plätze bietet das Café mit seinem 123 Quadratmeter großen Gastraum, im Sommer kommen 30 weitere Plätze auf der Terrasse hinzu. Und ob die Gäste nun drinnen oder draußen sitzen, auf eins legen sie alle Wert: auf die Torten aus eigener Herstellung, nach Wulfschen Familienrezepten von der Besitzerin und ihrer Mutter gebacken. Die Auswahl ist groß, und Birgit Wulf muss einen Augenblick nachdenken, wenn man sie fragt, welche der leckeren Kalorienbomben am meisten bestellt werden. „Stachelbeer-Baiser-Torte und Marzipantorte gehen immer“, sagt sie schließlich, um gleich „aber auch die glutenfreie Kirsch-Eierlikör-Torte ist ein Renner“ anzufügen. Und die Schoko-Banane-Version dürfe man auch nicht vergessen.

Manche Besucher lieben die Torten und die idyllische Ruhe in diesem Dörfchen im Westkreis so sehr, dass sie immer wieder kommen. Der „Haferkasten!“ ist nach zehn Jahren weit über die Grenzen Schiphorsts ein Begriff geworden. „Unsere Gäste kommen von überall aus dem Lauenburgischen, aus Stormarn, aus Lübeck und aus Hamburg“, sagt die Chefin.

Ihren Reitstall betreibt Birgit Wulf mit viel Elan, aber das Café in der alten Scheune ist ihr mindestens ebenso wichtig: „Ich habe eben zwei Standbeine“, erklärt sie. Und wenn sich mancher Reiter nach dem Absteigen vom Pferd mit einem Stück Torte wenige Meter weiter stärkt, dann ist sie natürlich doppelt zufrieden.

Besuch im „Alten Haferkasten“

Das Hofcafé „Alter Haferkasten“ an der Hauptstraße in Schiphorst öffnet mit Ausnahme einer sechswöchige Winterpause um den Jahreswechsel herum ganzjährig, allerdings nur sonnabends, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr. In den Monaten November, Dezember und Januar ist nur am Sonntag geöffnet.

Außerhalb dieser Zeiten können die Räumlichkeiten für private Feiern gemietet werden. Auch für Firmenveranstaltungen, Präsentationen, Vorträge oder Seminare jeglicher Art sei die ehemalige Scheune mit ihrem rustikalem Ambiente der ideale Ausgangspunkt, sagt Betreiberin Birgit Wulf.

Infos unter ☎ 04536/808685.

Norbert Dreessen

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