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Lauenburg Vorbereiter der ökologischen Vision
Lokales Lauenburg Vorbereiter der ökologischen Vision
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20:22 28.06.2016
Agnes Gleissner (l.) hat eine Zeittafel entworfen, die am Sonnabend im alten Kuhstall aufgehängt wird, um den geladenen Gästen die abwechslungsreiche Chronik des Domänenbetriebs vor Augen zu halten. Julia De Vries und Susanne Trapp (r.) halten den Rest des ersten Banners, der zweite war am Montag noch nicht vollendet. Quelle: Fotos: Strunk

Eine lauenburgische Institution feiert Geburtstag. Einst als „Öko“ skeptisch beäugt, hat sich das Kreisgut in Fredeburg – am 1. Juli 1991 vergeben an eine Handvoll Junglandwirte – zu einem konstanten und starken Wirtschaftsbetrieb entwickelt, der oft dem Trend der Zeit um einige Zeit voranging – letztlich nicht zu dessen Nachteil.

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Verein „KulturLandWirtSchaft“ als Pächter der Domäne Fredeburg bei Ratzeburg feiert 25-jähriges Bestehen.

„Wir haben versucht, unsere Visionen auf einen Nenner zu bringen.“Julia De Vries

Ein Vierteljahrhundert bio-dynamische Landwirtschaft, im Lauf der Jahre der Betrieb eines Hofladens, in dem gesundheitsbewusste Menschen sich mit ökologischen Lebensmitteln und regionalen Produkten versorgen können, sowie besondere kulturelle und pädagogische Veranstaltungen sind heute verbunden mit dem Namen der Domäne Fredeburg.

Dieses Kreisgut wurde 1989 für neue Pächter ausgeschrieben und es bewarben sich damals unter 40 anderen drei Paare, die ein gemeinsames, idealistisches Projekt vor Augen hatten: Julia und Lothar De Vries, Susanne Trapp und Alfons Wiesler-Trapp sowie Anne-Maria und Arne von Schulz. 1995 kam das Ehepaar Balser dazu, das 2007 aber nach zwölf Jahren zurück nach Süddeutschland zog. 1999 ergänzten Agnes und Florian Gleißner die Betreibergruppe. Kennen gelernt hatten sich die Gründer und Protagonisten des „Projektes Kreisdomäne Fredeburg“ auf dem Gut Rothenhausen bei Lübeck. „Mehrere von uns haben dort zeitgleich ihre Aus- und Weiterbildung genossen. Nur zwei von uns haben einen echten landwirtschaftlichen Hintergrund, indem sie selbst auf einem Hof aufgewachsen sind“, erklärt Julia De Vries, in Kanada geborene Hamburgerin, die Wert auf ihre norddeutschen Wurzeln legt. Ihr Mann, Lothar De Vries, stammt aus dem Schwabenländle, ist trotzdem mittlerweile Bürgermeister von Fredeburg. Die anderen kommen aus anderen Landen: dem Saar-, dem Rhein- oder aus Holland.

Der Domäne hat dieser Mix gut getan. Über die Jahre ist ein lebendiger Betrieb entstanden mit einer vielseitigen Landwirtschaft, die Ackerbau und eine flächenangepasste Tierhaltung als Einheit versteht. Neben der Verarbeitung und Vermarktung konnten viele andere Zweige wie natürliche, also genfreie Gemüsesaatgutvermehrung und Züchtung, Kultur (Lesungen, Vorträge, musikalische Veranstaltungen) oder Pädagogik (Führungen, Mitmachaktionen für Schulen und Kindergärten) wachsen, reifen und sich entwickeln. „Wir haben damals versucht, unsere Visionen in diesem Projekt auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es ist uns gelungen“, sagt Julia De Vries nicht ohne Stolz. Nicht nur der (land-)wirtschaftliche Erfolg gibt ihnen Recht. „Immerhin haben wir es auch mit unseren persönlichen Partnern geschafft, eine ,Silberhochzeit’ zu feiern“, sagt Julia De Vries.

Am Wochenende wird also gefeiert: Am Freitag, 1. Juli, beginnt ein Jubiläumsmonat für die Kunden des Hofladens mit einem Gläschen Sekt und einer feinen Auswahl an besonderen Jubiläumsprodukten. Am Sonnabend, 2. Juli, sind knapp 200 geladene Gäste um 11 Uhr zu einem offiziellen Empfang auf die Domäne eingeladen, wo „einige Reden gehalten und ein paar Streiflichter auf die Vergangenheit geworfen“ werden, so Julia De Vries. Abends folgt dann die Party im internen Kreis mit alten Bekannten, aktuellen und ehemaligen Auszubildenden, Praktikanten, Mitarbeitern und Freunden.

Dabei soll übrigens nicht nur über die Vergangenheit geschwelgt werden, sondern es geht auch um die Zukunft: „Mit dem neu abgeschlossenen Pachtvertrag im vergangenen Jahr mit dem Kreis haben wir Ziele gesteckt. Wir wollen uns zwar noch nicht in den Ruhestand verabschieden, aber es gilt, die geeigneten Personen für morgen zu finden“, so Julia De Vries und Susanne Trapp.

Chronologie der Öko-Domäne Fredeburg

1991 – Pacht der Kreisdomäne

1992 – Eröffnung des Hofladens

1993 – anerkannter Ausbildungsbetrieb

1994 – zertifizierter Ökobetrieb nach Demeter-Richtlinien

1995 – Start der Hofkäserei

1997 – Umbau der Feldscheune zum Kartoffel- und Gemüsekühllager 2000 – Umbau beziehungsweise Neubau der Rinderställe und Einführung der Laufstallhaltung für die Herde von 95 Tieren, von denen 30 Milchkühe sind

2008 – Einweihung des Seminarraumes „Alter Pferdestall“

2010 – Bau der Solaranlage

2015 – vorzeitige Verlängerung des Pachtvertrages mit dem Kreis bis 2051 und Kauf des Fredenkruges.

Joachim Strunk

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