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Lauenburg Vorträge und Weiterbildungen in und um Schwarzenbek
Lokales Lauenburg Vorträge und Weiterbildungen in und um Schwarzenbek
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18:17 16.04.2016

Selbstgebackene Torte? Fehlanzeige. Aber einen frisch aufgebrühten Tee gibt es. Annegret Hamester bittet ins sonnengeflutete Wohnzimmer. Der Blick fällt auf ein Stück Garten und über die Straße auf die eigentliche Hofstelle der Familie. Da wohnen jetzt der Sohn und die Schwiegertochter, für die näht Annegret Hamester gerade Gardinen.

Annegret Hamester ist eine vielseitige Landwirtin — und nicht daran interessiert, sich aufs Kuchenbacken reduzieren zu lassen.

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LandFrauenLiebe

Typisch Landfrau, sitzt an der Maschine und näht! Über solch vorgefertigte Meinungen kann Annegret Hamester nur lachen. „Ja, klar. Kreatives Basteln und so, da hatte ich früher mehr Lust zu, jetzt gar nicht mehr.“ Die Gardinen für die Schwiegertochter sind gern geleisteter Liebesdienst, aber ansonsten ist für die 58-jährige Landwirtin aus Elmenhorst ganz klar: „Wir Landfrauen können weit mehr, als nur backen und basteln.“

Die Arbeit auf dem Hof und dazu die Kinder: Langeweile kennt Annegret Hamester nicht. Zeit für ihr Hobby, die Malerei, muss sie sich abknappsen. Kein Wunder also, dass sie betont: „Der Landfrauenverein ist nicht mein absoluter Lebensinhalt.“ Aber sie stehe dazu, es sei ein wichtiger Verein und als Vorsitzende des Ortsvereins Schwarzenbek und Umgebung könne sie Tolles organisieren.

Auch sie bestätigt, worauf die Landfrauen kreisweit immer wieder zurückkommen: „Ich habe interessante Frauen kennengelernt und unglaublich lehrreiche Vorträge gehört, zu denen ich sonst gar nicht gegangen wäre.“ Und die Reisen! Jetzt, wo der Sohn den Hof übernimmt und das Ehepaar auch mal Zeit für Reisen findet, wundert sich der Mann immer wieder. „Egal, was er vorschlägt: Da war ich schon.

Mit den Landfrauen“, erzählt Annegret Hamester lächelnd. In den vergangenen 20 Jahren hat sie keine einzige Reise ausfallen lassen. Etwa 200 Frauen, im Durchschnitt 70 Jahre alt, sind im Ortsverein Schwarzenbek und Umgebung organisiert. 30 bis 40 sind bei den Reisen immer dabei — Unternehmungen, die die Gemeinschaft enorm fördern, mehr als jedes Schützenfest.

„Natürlich versuchen wir, uns zu verjüngen“, sagt Hamester. Zu den Veranstaltungen, die die Ortsvereine anbieten, zählen manchmal auch Weiterbildungen, zum Beispiel ein Kursus Agrarfachfrau. „Das ist für junge Frauen wichtig, die einen Landwirt heiraten und Büroarbeiten übernehmen sollen.“ Früher war der ländliche Raum anders geprägt. „Als ich geheiratet habe, gab es hier mehr als zehn landwirtschaftliche Betriebe.“ Heute sind die Hamesters die einzigen Bauern. Gut, dass Annegret Hamester mit den Landfrauen vernetzt ist. Da haben Einsamkeit und Langeweile keine Chance.

Von teo

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