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18:21 23.12.2015
Frauke Eiben , Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Seit 62 Jahren sendet der NDR am Heiligen Abend „Gruß an Bord“ — Weihnachtsgrüße für Seeleute in aller Welt. „Hier ist Norddeich-Radio, hier ist Norddeich-Radio“ begannen die Grüße mit knisterndem Lautsprecher früher. Heute ist die Technik einwandfrei, die Wünsche nach Nähe und einem Gruß an die Menschen, die man liebt, sind die gleichen — und sie gehen zu Herzen.

Mein Vater ist selbst zur See gefahren, die Radiosendung am Heiligen Abend war für uns selbstverständlich. Wir lauschten anderen Familien, die an diesem Tag nicht beieinander sein konnten: dem jung verheirateten Paar, das sich sehr vermisste und schüchtern vor aller Ohren seine Liebe versprach, Kindern, die ihrem Vater ein Weihnachtsgedicht vortrugen, und der Frau, die von dem Neugeborenen erzählte, das der Papa noch nie im Arm halten konnte.

Ob es einen Weihnachtsbaum gibt, was gegessen wird, wie die Lieben, die nicht zu Hause sein können, diese besondere Nacht verbringen, all das war und ist zu hören. Warum gehen uns die Weihnachtswünsche fremder Leute so zu Herzen, dass der NDR damit seit 62 Jahren auf Sendung ist? Der Wunsch nach Geborgenheit und Frieden, danach, zu Hause zu sein bei den Menschen, die zu einem gehören, ist ein Menschheitswunsch, den Gott uns mit dem Kind ins Herz gelegt hat.

Sicher sein, wenn alles rundherum unsicher scheint, das ist eine große Sehnsucht. Auf dem Meer und auf der Flucht ist dieser Wunsch besonders groß. Und so gehen auch 2015 die Weihnachtswünsche übers Meer an Familienväter und -mütter, die als Seeleute unterwegs sind und in die Flüchtlingsboote, die auch im Dezember über das Mittelmeer kommen und zu allen, die aus Seenot retten.

Sie gehen in alle Häuser, wo sich Menschen nacheinander sehnen und in die Flüchtlingsunterkünfte, wo Menschen ihre Heimat und ihre Liebsten schmerzlich vermissen.

Ihnen allen gilt der Frieden dieser Nacht und der Wunsch für ein glückliches Wiedersehen.

Friedrich von Bodelschwingh hat es so gesagt: Das ist es, was das Kind von Bethlehem allen schenken will, die weinen, wachen und wandern auf dieser Erde: Nach Hause kommen.

Frohe Weihnachten!

LN

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