Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Wahrsagerin Angelika Lindenau-Hoos gestorben
Lokales Lauenburg Wahrsagerin Angelika Lindenau-Hoos gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 05.11.2018
Wie geht es weiter mit Lübeck? Angelika Lindenau-Hoos hält ihr Pendel über eine Karte der Altstadt. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Ratzeburg/Lübeck

Angelika Lindenau-Hoos ist am Allerseelenfest zu ihrem Schöpfer heimgekehrt, als treue Katholikin in ihrem 74. Lebensjahr versehen mit den Sterbesakramenten ihrer Kirche. Wer ihr in ihrem letzten Wohnort Ratzeburg begegnete, staunte über diese Mischung aus Liebenswürdigkeit, Charisma, Frömmigkeit, penibler Pflege des Aussehens und fast schon kindlicher Lebensfreude. Mit ihr geht nach Experten- und Pressemeinung „Deutschlands berühmteste Wahrsagerin“ von dieser Welt hinüber in die himmlische Vollendung. Nicht nur auf allen Messen ihrer Branche, allen Weihnachts- und Neujahrsmärkten des Landes war sie präsent, sondern sogar in Stefan Raabs Fernsehsendung schaffte sie es; unvergessen seine kurze Sprachlosigkeit, als er Angelika Hoos mit der Frage nach dem Ergebnis des nächsten Fußballspiels vorführen wollte und sie professionell-souverän nachfragte: „Welches Fußballtor steht denn im Norden oder Osten, welches im Süden oder Westen?“

Dass es gerade nicht um Zukunftsvoraussage, sondern letztlich um Lebensbegleitung, ja sogar um „Freundschaft mit Gott“ (also Mystik) gehe, wurde sie nicht müde, immer wieder zu betonen. Dass sie sich natürlich auch der medienwirksamen Methoden der Hellseherei wie Hand- und Kaffeesatzlesen bediente, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Angelika Hoos eine ehrliche, integre, empathische Zuhörerin war, die unzähligen Menschen Hilfe

(ja: Seelsorge) zur Selbsthilfe anbot, freilich auch, weil sie diese Berufung zu ihrem Broterwerb gemacht hat. Jeden Sonn- und Feiertag mit ihrem geliebten Ehemann Peter Lindenau in der katholischen Kirche und ehrenamtlich in der Ratzeburger und Möllner Kirchengemeinde aktiv, schenkte sie die dort empfangenen Gaben des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe unermüdlich weiter. Manche sahen in ihr einen „Paradiesvogel“, und selbst diese Bezeichnung konnte sie mit ihrem Humor beantworten. Mit ihren Freunden darf ich sagen, dass sie uns schmerzlich fehlen wird - aber am Allerseelenfest heißt es im Hochgebet: „Wir werden uns im Himmel wiedersehen!“

Felix Evers

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

30000 Frauen sind in Schleswig-Holstein bei den Landfrauen organisiert. 170 nahmen jetzt am Treffen der Kreislandfrauen Herzogtum-Lauenburg im Möllner Quellenhof teil. Freie Plätze: Fehlanzeige.

05.11.2018

Das Wetter top, die Fahrgeschäfte top und das Essen absolut lecker. 155 Schausteller begeisterten schon am ersten Tag bei Kaiserwetter tausende Gäste, unter ihnen auch die neue türkische Generalkonsulin Yonka Sunel.

06.11.2018

Mit seinem Jugendbahnhof schaffte Oliver Victor einst in Hollenbek ein einmaliges Übernachtungserlebnis. Nun soll dort ein Wohnpark mit Minihäusern entstehen.

03.11.2018