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Wann rollen E-Busse durch den Kreis?

Ratzeburg Wann rollen E-Busse durch den Kreis?

Noch ist nicht sicher, ob unsere Mobilität künftig komplett elektrisch wird. Doch die Richtung ist eingeschlagen. Wie etwa in Hamburg, wo Elektrobusse getestet werden. Eine Perspektive auch für unseren Kreis. Ein höchst interessierter Umweltausschuss ließ sich berichten.

Als plakative Grafik ein echter Hingucker: Wind – Strom – Kabel – saubere Busse. Ob und wenn ja, wann auch der Busverkehr im Kreis Herzogtum Lauenburg elektrisch angetrieben wird, ist derzeit noch ungewiss. Die Politik steht vor Weichenstellungen.

Quelle: Wiemer

Ratzeburg. Sie sind genauso groß, aber sie stinken nicht und sie fahren sich ganz anders. Doch der Fahrgast wird es kaum merken, wenn er in einem E-Bus sitzt. Kernaussagen von Toralf Müller. Gut ein Dutzend Mitglieder des Kreistagsausschusses für Energie, Umwelt und Regionales hängen dem Gast vom VHH förmlich an den Lippen, wenn er ausführlich über etwas referiert, was Politiker und Verkehrsplaner im Kreis Herzogtum Lauenburg schon lange umtreibt. Denn alle wissen, dass auf lange Sicht der klassische Dieselbus – AdBlue-Technik hin oder her – keine Zukunft hat. Und ob eine Wasserstoffbrennzellen-Technologie eine Alternative im Öffentlichen Personennahverkehr darstellt, steht in den Sternen. Wesentlich konkretere Vorstellungen lassen sich da zum Thema Elektroantrieb entwickeln. Städte wie Hamburg geben da schon den Vorreiter. Und der Kreistag hat schließlich vor gut einem halben Jahr beschlossen, sich mit dem Thema E-Mobilität befassen zu wollen.

LN-Bild

Noch ist nicht sicher, ob unsere Mobilität künftig komplett elektrisch wird. Doch die Richtung ist eingeschlagen. Wie etwa in Hamburg, wo Elektrobusse getestet werden. Eine Perspektive auch für unseren Kreis. Ein höchst interessierter Umweltausschuss ließ sich berichten.

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In Hamburg stehe man noch am Anfang, berichtet Toralf Müller mit Hilfe einer Powerpoint-Präsentation, aber die ersten Busse mit Elektroantrieb fahren bereits. Zwei weitere werden demnächst hinzu kommen. Die abgasfreien Gefährte rollen aber zunächst nur auf den City-Linien, noch nicht im Überlandverkehr. Auch aus Gründen der Reichweiten. Aber immerhin könne man heute schon mit Batteriereichweiten von bis zu 350 Kilometern kalkulieren.

Aber das Thema E-Mobilität erschöpft sich natürlich noch lange nicht bei den Themen Reichweite, Abgasfreiheit und Geräuscharmut. Die gesamte Logistik muss umgestellt werden, Wartung und Service sind völlig anders, Fahrer müssen neu Busfahren lernen. „Sie müssen lernen, wie man richtig bremst, um Energie zurückzugewinnen“, sagt das Mitglied des VHH-Vorstands. Denn das sensible Bewegen des Bremspedals sei entscheidend für den Grad der Energierückgewinnung durch die Bremskraft (Rekuperation). Gasgeben ist auch anders, denn die stufenlosen Kraftübertragungen liefern vom ersten Moment der Kraftanforderung an die volle Leistung der E-Motoren, während ein Verbrennungsaggregat bekanntlich eine Kurve bei der Kraftentfaltung aufweist. Ein weiterer Unterschied, so Müller: das Geräuschniveau. Im unteren Geschwindigkeitsbereich sind E-Busse natürlich leiser als Dieselgetriebene, was sich aber bei höherem Tempo bald relativiert. Denn dann kommen Bewegungs- und Abrollgeräusche hinzu, und auch der Elektroantrieb ist ja nicht völlig geräuschlos. Summen also statt Brummen.

Die Wartungs- und Serviceumstellung macht umfangreiche Umstrukturierungen notwendig. Etwa im Werkstattbereich. Zurzeit geht man davon aus, berichtet der VHH-Experte weiter, dass grundsätzlich Nachtzeiten Ladezeiten sind. Bei dem entsprechend hohen Energiebedarf sind aber noch nicht alle Fragen dazu gelöst. So wird derzeit mit einem etwa ein Megawatt großen Speichercontainer aus zusammengeschlossenen Autobatterien experimentiert – „Second Life“ ausgedienter Energiespender.

In Hamburg, wo bislang für den Stadtverkehr rund 15 Millionen Liter Dieselkraftstoff pro Jahr in Abgase verwandelt werden, rechnet man mit einer Umstellungsphase auf eine komplette öffentliche E-Bus-Flotte von 10 bis 20 Jahren. In dieser Zeit muss noch viel getestet werden, schätzt Müller, manche neuen Erkenntnisse werde es noch geben.

Der Ausschuss verständigte sich darauf, rechtzeitig vor den 2019er- Haushaltsberatungen Einstiegsszenarien in das Thema E-Mobilität auch für den Kreis zu beraten.

 Von Matthias Wiemer

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