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Lauenburg War es ein Wolf? Schafe in Linau gerissen
Lokales Lauenburg War es ein Wolf? Schafe in Linau gerissen
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08:37 13.11.2013
Hobby-Schafzüchter Michael Sauerland auf der Koppel, auf der inzwischen zwei Schafe gerissen wurden. Hinten seine kleine Herde, auf die sein Border Collie gerade aufpasst. „Hier an dieser Stelle, an der ich stehe, hat sich das Tier an dem Schaf ausgelassen“, sagt Sauerland. Quelle: jeb
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Linau

War es ein Wolf oder war es ein freilaufender Hund, der in den vergangenen vier Wochen gleich zwei Schafe in der Gemeinde Linau gerissen hat? Seit am Ostermontag dieses Jahres bei Siek auf der A 1 ein junger Wolf überfahren wurde, denken heimische Jäger und Viehzüchter bei größeren Rissen auch an das sich in Deutschland wieder ausbreitende Raubtier. Die Experten haben ihre Untersuchungen, insbesondere die des zweiten Falls in der vergangenen Woche, noch nicht abgeschlossen.

Vor etwa vier Wochen wurde auf der Koppel von Michael Sauerland ein Lamm gerissen. Da nicht feststand, ob ein Wolf oder ein größerer Hund dafür in Frage kommt, wurden die Experten des Wolfsinformationszentrums im Wildpark Eekholt hinzugezogen. Die Mitarbeiter untersuchten Spuren, nahmen Gen-Proben des verendeten Schafes mit und schickten die zur Überprüfung an das Senckenberg-Forschungsinstitut in Frankfurt. Da es aber geregnet hatte, als das Tier gerissen wurde, war ein Test sehr schwer. Die Spuren waren quasi verwässert. Schließlich konnten die Forscher weder Gen-Material eines Wolfes noch das eines Hundes nachweisen.

Jetzt fand Hobby-Schafzüchter Sauerland wieder ein totes Schaf auf seiner abgelegenen Koppel. Diesmal war es ein hoch tragendes Tier mit einem Gewicht von etwa 80 Kilogramm. „Das Schaf muss sich gewehrt haben, das lässt sich nicht so einfach tot beißen“, so Sauerland. Er zeigt die Stelle, an der sich entweder Hund oder Wolf an dem Schaf ausgelassen haben. „Eigentlich spricht alles für einen Hund, allerdings keinen kleinen. Der Wolf geht sofort auf die Kehle, um das Schaf zu töten. Der Hund beißt erst in die Hinterläufe, bringt so das Tier zu Fall und beißt dann die Kehle durch. Oder es ist ein erfahrener Hund, der könnte auch direkt an die Kehle gehen“, schätzt Sauerland.

Auch jetzt waren die Experten wieder da, nahmen Gen-Proben. Doch auch in der Nacht dieses Risses hatte es wieder geregnet. Möglicherweise sind auch jetzt keine Gen-Spuren nachzuweisen. Aber man hat das Schaf aus dem Fell geschlagen und deutliche Bissspuren an den Hinterläufen festgestellt, die nur vor dem Tod des Tieres entstanden sein können. „Das würde auf einen Hund deuten“, sagt Sauerland.

Dazu passt auch die Aussage von Norbert Wilde (44), der in der Nähe zu Sauerlands Schafskoppel einen Angelteich hat. „Hier kommen nahezu täglich frei laufende Hunde ohne Begleitung eines Menschen vorbei. Das sind keine kleinen Tiere und denen würde ich zutrauen, ein Schaf reißen zu können.“ Wilde hat wie auch Sauerland beobachtet, dass immer wieder Menschen mit Autos kommen, ihre Tiere dann an Feldwegen frei lassen, damit die genügend Auslauf haben.

„Das ist unverantwortlich, denn die Tiere entfernen sich und sind von ihren Haltern gar nicht mehr zu sehen, geschweige denn zu kontrollieren“, sagt Sauerwald ärgerlich. Das passiere nicht nur am Tage, sondern oft auch abends.

Sauerland wird nun Maßnahmen ergreifen, die ihm helfen sollen, den „Täter“ zu finden oder zu überführen. „Wenn das ein Hund gewesen ist, wird er möglicherweise wieder zuschlagen oder es zumindest versuchen. Für einen Hund spricht auch, dass er das gerissene Schaf nur angeknabbert hat, aber sich nicht satt gefressen hat“, erklärt Sauerland. Zudem fehlten bislang die Ohrmarken der gerissenen Tiere. Die habe man trotz intensivster Suche noch nicht gefunden. Michael Sauerland hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Jens Burmester

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