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Lauenburg Weihnachtskrippen als Bindeglied der Kulturen
Lokales Lauenburg Weihnachtskrippen als Bindeglied der Kulturen
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20:13 02.12.2017
Interessierte Blicke in Glasvitrinen: Privatsammler Lothar Obst (v. r.) erläutert Andrea Funk, Geschäftsführerin der Stiftung Herzogtum Lauenburg, und Wolfgang Engelmann (Vizepräsident) im Möllner Stadthauptmannshof seine Krippensammlung. Quelle: Fotos: Florian Grombein
Mölln

„Die Krippen haben mich nicht mehr losgelassen“, sagt Lothar Obst. Noch seinerzeit als Leiter der Möllner Kulturabteilung im Möllner Rathaus holte er Krippensammler aus dem Frankenland in die Eulenspiegelstadt. Daraus wuchs eine Freundschaft und eine jahrzehntelange Leidenschaft. Der ehemalige Möllner Bürgervorsteher und Geschäftsführer des Krankenhauses Reinbek St.-Adolf-Stift, war seit seinem Ruhestand nicht untätig. Ein Dreivierteljahr hat er recherchiert und sein Wissen vertieft. Denn: „Die Krippen zeigen die Internationalität des Christentums“, sagt er.

Mit einer vielseitigen Ausstellung von Weihnachtskrippen aus aller Welt und einer Vortragsreihe in Mölln beleuchten Lothar Obst und die Lauenburgische Akademie für Wissenschaft und Kultur der Stiftung Herzogtum Lauenburg die internationale Bedeutung der Weihnachtsgeschichte.

Neben der Ausstellung, die am heutigen Sonntag um 11.30 Uhr mit einem Vortrag beginnt und den gesamten Dezember zu sehen ist, hat er ein umfangreiches Vortragsprogramm zum Thema erarbeitet. „Ich wollte möglichst alle Besucherinteressen abdecken“, sagt Obst bei der Pressevorstellung im Möllner Stadthauptmannshof zusammen mit Andrea Funk (Geschäftsführerin der Stiftung) und Wolfgang Engelmann (Vizepräsident).

Im Stadthauptmannshaus (Hauptstr. 150, Mölln) stehen bereits die Glasvitrinen, hängen die Bilder und stehen die Skulpturen im Raum verteilt. „... und legte ihn in eine Krippe“ – so heißt eine Ausstellung mit 70 Weihnachtskrippen aus Europa, Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien. Jeweils am Donnerstagabend um 18.30 Uhr hält Obst Kurzvorträge und bietet anschließend eine Führung durch die Ausstellung an.

Während der Öffnungszeiten des Möllner Weihnachtsmarktes gibt es jeweils sonnabends um 15.30 Uhr Vorträge im Stadthauptmannshof (bis auf 23.12.). Weitere Vorträge werden am 14. und 27. Dezember angeboten. Der Eintritt zur Ausstellung und zu den Vorträgen ist frei. Die Schwerpunkte des Privatsammlers liegen bei Holzschnitzereien aus Franken und Tirol, Gips und Porzellanarbeiten aus Italien, Frankreich, Spanien und Polen, in den Tonkrippen aus Lateinamerika sowie bei Arbeiten aus Ebenholz, Speckstein, Bronze und Bambus aus Afrika und Asien. Einen besonderen Höhepunkt bilden mehrere aus Olivenholz handgeschnitzte Weihnachtskrippen aus Bethlehem. „Die Oberin im St.-Adolf-Stift hat mir Arbeiten aus Israel mitgebracht“, sagt Obst.

Jeweils am Donnerstagabend um 18.30 Uhr hält er selbst Vorträge und bietet anschließend eine Führung durch die Ausstellung an. Wann wurde Jesus eigentlich tatsächlich geboren? Hat der Wirt das Paar mit dem Kind wirklich abgewiesen – oder ist er gar zu rehabilitieren? Obst fragt auch nach Engeln in verschiedenen Religionen oder erzählt „Weihnachtliche Weis- und Wahrheiten.“ Seinen Vorträgen im Möllner Stadthauptmannshaus liegen zahlreiche unterschiedliche Quellen zu Grunde.

Immer wieder fasziniert die Krippe, ihre friedvolle Ausstrahlungskraft, ihre Motivauswahl. So gehöre die fast 800-jährige Geschichte der szenischen Darstellung der Weihnachtsgeschichte wohl zu den schönsten Bräuchen der Volksfrömmigkeit und Volkskunst zum heiligen Fest, erklärt Obst. Weitere Informationen gibt die Stiftung Herzogtum Lauenburg unter Telefon 04542/87000 oder info@stiftung-herzogtum.de

Die Öffnungszeiten sind Mo bis Fr 8 bis 13 Uhr und Sa und So sowie 25. bis 28. Dezember 14 bis 18 Uhr. Am 24. 12. ist die Ausstellung geschlossen.

Begleitprogramm

Weitere Vorträge im Rahmen der Krippenausstellung:

9. Dezember, 15.30 Uhr, „Der Weg nach Bethlehem?“

10. Dezember, 18.30 Uhr, „Franz von Assisi – Wegbereiter der Weihnachtskrippe“ (Mit Führung)

11. Dezember, 17.30 Uhr, „ ich steh an deiner Krippen hier“, Geschichte, Wesen und Faszination der Krippe, Prolog zur „Lauenburgischen Weihnacht

12. Dezember, 15.30 Uhr, „Wann wurde Jesus tatsächlich geboren?“

13. Dezember, 18.30 Uhr, „Wenn Zeitzeugen reden könnten – zur Sache bitte: König Herodes, Herbergswirt und Hirtenjungen (Führung)

14. Dezember, 18.30 Uhr „Fürchtet euch nicht“, Engel – ihre Geschichte, Herkunft und Bedeutung

15.Dezember, 18.30 Uhr, „Der Legende vom vierten König“

Das komplette Begleitprogramm finden Sie auf der Homepage www.kulturportal-herzogtum.de

Florian Grombein

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