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Lauenburg Weihnachtsmann aus Pakistan lässt Kinderaugen leuchten
Lokales Lauenburg Weihnachtsmann aus Pakistan lässt Kinderaugen leuchten
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23:24 23.12.2015
Im MC Mode-Centrum Ratzeburg darf Cerina (3) ihren Wunschzettel beim Weihnachtsmann abgeben. Harun Qazis Mutter ist Deutsche, sein verstorbener Vater stammte aus Pakistan. Quelle: Grombein

Harun Qazi ist der Weihnachtsmann, zumindest in Ratzeburg und Umgebung. Bereits vor 25 Jahren entdeckte er seine Liebe zum Fest und seine Berufung:

„Als Weihnachtsmann kann ich den Menschen Gutes vermitteln“, sagt er. Lächelnd berichtet er auch, dass er 194 Jahre alt ist. Er nimmt die Rolle ernst. Wenn er von seinem Job als Zahntechniker berichtet, leuchten seine Augen nicht so, wie sie leuchten, wenn er von Heiligabend redet. Heute wird er als Weihnachtsmann zehn Familien im Lauenburgischen besuchen. Um 10 Uhr ist er schon beim ersten Kind und beschert stilecht im roten Mantel und mit echtem grauen Rauschebart. Dazu kommen Termine in Kaufhäusern in Ratzeburg, Lübeck oder etwa Trittau. Was sein Treiben wohl einzigartig macht: Qazi kommt aus Pakistan, einem streng muslimisch geprägten Land. Trotzdem arbeitet er als „Santa Claus“ in einem Job, der eher in christlich geprägten Kulturkreisen eine Rolle spielt. Seine Mutter ist Christin, sein verstorbener Vater war gläubiger Moslem.

„In meiner Brust habe ich zwei Seelen“, sagt er und lächelt milde. Geboren ist er in Pakistan als Sohn eines Professors für Religionswissenschaften. Dort wurde er islamisch erzogen. Sein Vater dozierte vor seiner Geburt in Göttingen. Dort lernte er Qazis Mutter kennen. Die Liebe führte beide zusammen zurück nach Pakistan, wo Harun dann geboren wurde. Nach einer Zwischenstation im Iran, wo Harun Qazi mit seiner Mutter regelmäßig eine christliche Kirche besuchte, ging es nach Deutschland zurück. In seinem Pass steht heute „konfessionslos“. Sein Glaube kommt von innen, sagt er.

Doch die verschiedenen Einflüsse seiner Eltern haben ihn geprägt: „Juden, Christen und Muslime wollen doch eigentlich alle das Gute“, sagt er. Was im Augenblick an Gewalt im nahen Osten passiere, habe für ihn nichts mit dem Islam zu tun.

In der Rolle als Weihnachtsmann möchte er etwas Gutes an die Menschen weitergeben. Er hat in 25 Jahren im roten Mantel herausgefunden, dass der Zauber von Weihnachten und der Glaube an den Weihnachtsmann fast alle Menschen, die er kennengelernt hat, verbindet. 70-jährige Frauen und dreijährige Kinder haben in Kaufhäusern bereits in seinem Schlitten gesessen — und pure Freude dabei verspürt.

„Alt und Jung werden dabei an ihre Kindheit erinnert“, so Qazi. Selbst wilde Teenager werden zahm, wenn der Ratzeburger sie fragt, ob sie schon den Wunschzettel abgegeben haben. Dabei will er stets ein bisschen von seinen Idealen und seiner Vorstellung von Moral weitergeben. Seine Rolle nützt ihm: „Alt und Jung respektieren mich.“

Auf dem Globus zeigt er bei seinen Auftritten, wo er die Geschenke herstellt — am Nordpol. In seinem mit orientalischen Ornamenten geschmücktem „Buch der Wahrheit“ sammelt er alle Informationen zum Weihnachtsmann und zeigt sie den Kindern, die ihm bei dieser Arbeit am wichtigsten sind. „Sie sind schließlich unsere Zukunft“, sagt der Familienvater.

„Als Weihnachts- mann kann ich den Menschen Gutes vermitteln. Alt und Jung respektieren mich.“
Harun Qazi (nach eigener
Aussage 194 Jahre alt)

Florian Grombein

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