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Lauenburg Wenn Till Eulenspiegel seine Possen auf Facebook postet
Lokales Lauenburg Wenn Till Eulenspiegel seine Possen auf Facebook postet
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16:04 06.09.2017
Klaus Irmscher (61) hat ein Buch mit Till-Eulenspiegel-Liedern aus eigener Feder mit dem Titel „Genarrt, geäfft, geEulenspiegelt“ herausgebracht. Am 1. April spielt er mit seiner Mandola in Mölln. Quelle: Florian Grombein
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Mölln

So haben die Möllner ihren beliebten und im ganzen Land bekannten Schelm wohl noch nie gesehen. Ein Till Eulenspiegel, der auf Facebook postet und einen Laptop benutzt. Ein Till, der sich über Fracking, Protzbauten oder die Bahn im Winter lustig macht. Ein Till, der als Hochstapler immer wieder in Jobs der Gegenwart schlüpft — etwa als Sparkommissar der Staatsanwaltschaft unter die Arme greift und einen Flohmarkt in der Asservatenkammer veranstaltet. Geschaffen hat diesen Till der Liedermacher Klaus Irmscher. Sein gerade erschienenes Buch „Genarrt, Geäfft, geEulenspiegelt“ überträgt die Machenschaften des Schalks ins 21. Jahrhundert. Scharfzüngige Satire wird bei Irmscher aber auch mit Musik gepaart. 42 Geschichten in Liedform mit Noten sind im Buch enthalten. Am 1. April, und das ist kein Aprilscherz, tritt der selbst ernannte Bote Hermann Botes mit seinen Kompositionen und seiner Mandola um 19.30 Uhr im Museum Historisches Rathaus auf.

„Das Schöne an Eulenspiegel ist: Man kann sich die absurdesten Geschichten ausdenken. Mit diesem Charakter funktionieren sie“, sagt Irmscher und lacht. Er trägt die mittelalterliche Kleidung mit Kappe, Weste, halblanger Lederhose und Leinenhemd nicht ohne Grund: Wenn er seine Lieder über Eulenspiegel singt, tritt er als „Bote von Hermann Bote“ auf. 1510 veröffentlichte Hermann Bote das erste Buch über den Narren. Der manchmal auch bösartige Till soll anno 1300 in Kneitlingen bei Braunschweig geboren und 1350 in Mölln gestorben sein.

Auf Grundlage dieser Geschichten Botes entstanden die Lieder im ersten Teil. Original-Texte, interpretiert und vertont von Klaus Irmscher. „Im zweiten Teil habe ich Till ins 21. Jahrhundert geholt und lasse ihn auf aktuelle Zeiterscheinungen reagieren.“ Die Texte sind vielschichtig und der Gesang und die Begleitung auf der Mandola werden zu Ohrwürmern. „Es gibt viel zum Schmunzeln und immer wieder Gelegenheiten zum Mitsingen“, sagt der Musiker. Man könne sich die Liedtexte als gereimte satirische Kurzgeschichten samt allen Gags in Ruhe auf der Zunge zergehen lassen. Till sei kein Held der kleinen Leute. Irmscher: „Er scheut keinen Aufwand, wenn er jemandem einen mitgeben will.“

Von Florian Grombein

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